Ilkley Trophy – Day Seven

Dominik Köpfer: Plötzlich im Hauptfeld von Wimbledon

Das hatte Dominik Köpfer anders geplant: Eigentlich wollte er in dieser Woche die Qualifikation von Wimbledon spielen, doch ein Challenger-Titel brachte ihn auf einmal ins Hauptfeld an der Church Road – „ein Kindheitstraum wird wahr“, sagte der 25-Jährige tennismagazin.de.

Dominik Köpfer will jetzt erst einmal keinen Schläger mehr anfassen. Zwei Tage Ruhe gönnt sich der Schwarzwälder, der am Sonntag nach großem Kampf das Challenger-Turnier auf Rasen im englischen Ilkley gewann. Köpfer schlug im Finale den Österreicher Dennis Novak mit 3:6, 6:3, 7:6 und wehrte dabei einen Matchball ab.

Dominik Köpfer: erst US-Collegetennis, jetzt Wimbledon-Hauptfeld

Für den 25-Jährigen, der sich über das US-Collegetennis in den Profi-Circuit spielte, ist der Sieg von Ilkley in doppelter Hinsicht ein ganz besonderer: Zum einen ist es sein erster Challenger-Titel auf der Tour und zum anderen bekam er dadurch eine Wildcard für das Hauptfeld von Wimbledon. Köpfer steht damit erstmals im Hauptfeld eines Grand Slam-Turniers – ausgerechnet bei Rasen-Highlight an der Church Road. „Es ist unglaublich. Für mich wird damit ein Kindheitstraum wahr“, sagte Köpfer per Telefon tennismagazin.de.

Komplett unerwartet kam der Triumph allerdings nicht. Schon 2018 stand Köpfer kurz vor dem Einzug ins Hauptfeld von Wimbledon. Damals verlor er aber in der letzten Runde der Qualifikation gegen Norbert Gombos 6:2, 3:6, 6:2, 4:6, 5:7. 2019 nun lieferte Köpfer auf Rasen ordentliche Ergebnisse ab. Beim Challenger in Nottigham verlor er 6:7, 7:6, 4:6 im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Dan Evans. In Ilkley schließlich spielte er groß auf, gewann in dem 64er-Feld sechs Matches und gab dabei nur einen Satz ab – im Finale.

„Ich bin dieses Jahr mit viel Selbstvertrauen in die Rasensaison gegangen, da ich mich körperlich und spielerisch gut fühlte“, begründet Köpfer seinen Traumlauf in Ilkley, der ihn auf Ranglistenposition 132 katapultierte. So hoch stand er in der Weltrangliste noch nie.

Köpfer weiß noch nicht, wo er wohnen wird

Der Ilkley-Titel schmeißt nun seine gesamte Wimbledon-Planung über den Haufen, aber das nimmt er natürlich gerne in Kauf. Eigentlich hatte er fest damit gerechnet, in dieser Woche die berühmt-berüchtigte Qualifikation für Wimbledon in Roehampton zu spielen, aber das bleibt ihm nun erspart. Köpfer hat nun plötzlich eine Woche frei. „Ich werde jetzt ein paar Tage kein Tennis spielen und mache nur leichtes Kraft- und Fitnesstraining. Ab Mittwoch trainiere ich dann mit meinem Coach Rhyne Williams“, erzählt Köpfer.

Dominik Köpfer Wimbledon

EDLES AMBIENTE: Endspiel im 136 Jahre alten Ilkley Lawn Tennis & Squash Club

Was er noch nicht weiß: Wo er ab der kommenden Woche, wenn das Wimbledon-Hauptfeld startet, wohnen wird. Köpfer, der gestern nach dem Sieg in Ilkley mit dem Zug nach London reiste, hat nur für die Quali-Woche von Wimbledon ein Haus gemietet. „Ich muss mir ab Freitag etwas neues suchen. Für das Wimbledon-Hauptfeld hatte ich nicht geplant“, sagt er und muss dabei selbst lachen. „Aber das ist ein gutes Problem“, schiebt er noch hinterher.

Dass Köpfer nun seinen Rasen-Rhythmus verliert, ist nicht zu befürchten. In den letzten drei Woche absolvierte er zwölf Matches auf Rasen (alle auf Challenger-Level), von denen er zehn gewann. Er hat also schon das Gespür für Gras, das ihm vielleicht auch im Hauptfeld von Wimbledon helfen wird.