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Doppelsieg in New York: Mies & Krawietz mit Premierentitel

Erster Titel auf der großen ATP-Tour: Die beiden Doppelspezialisten Andreas Mies und Kevin Krawietz gewannen das Turnier in New York – ohne Satzverlust.

Es war die perfekte Woche für Andreas Mies und Kevin Krawietz: Nach Siegen über die an zwei gesetzten Skupsi-Brüder (7:5, 7:6), McDonald/Millman (6:3, 6:2) und das deutsch-schwedische Duo Robert Lindstedt/Tim Pütz (6:2, 6:4) blieben die beiden Deutschen auch im Finale von New York ohne Satzverlust. Gegen Santiago Gonzalez (Mexiko) und Aisam Qureshi (Pakistan) reichte ihnen ein Break pro Satz, um am Ende mit 6:4, 7:5 zu triumphieren. Es ist der erste Turniersieg auf der ATP-Tour, nachdem das Duo schon sechs Titel auf der Challenger-Tour einsammeln konnte.

Im Finale zeigten beide eine beeindruckend stabile Leistung. Angst vor dem ersten großen Titel war ihnen nicht anzumerken. Im Gegenteil: Gegen die erfahrene Paarung Qureshi (38 Jahre, 16 ATP-Titel) und Gonzalez (35 Jahre, 12 ATP-Titel) spielten Mies/Krawietz forsch drauflos und bestachen mit schnellen Händen vorne am Netz und soliden Aufschlagspielen. Im ganzen Match ließen die beiden nur eine Breakchance für die Gegner zu.

Mies und Krawietz mit starker Endphase

In der Endphase der Begegnung trumpfte das deutsche Duo besonders stark auf. Zuerst erntete Krawietz den Applaus der Zuschauer, als er einen schweren Rückhand-Überkopfball butterweich crosscourt hinter das Netz legte. Danach besiegelte Mies das Break zur 6:4, 6:5-Führung: Er erlief einen gefühlvollen Volley-Stopp von Gonzalez und hämmerte den Ball durch die Mitte ins Feld – das war die Vorentscheidung.

Danach brachte Mies sicher sein Aufschlagspiel nach Hause und der Jubel brach aus beiden heraus. Im Überschwang der Gefühle küsste Mies schließlich den anthrazitfarbenen Hardcourt von New York. In der neuen Doppel-Weltrangliste wird Krawietz (27 Jahre) nun auf Platz 50 geführt, Mies (28 Jahre) auf Rang 57 – für beide sind das neue Karriere-Bestplatzierungen.

In der anschließenden Siegerehrung merkte man ihnen dann doch ihre Aufregung an. Mehrmals betonten sie, dass sie eigentlich nicht wüssten, was sie jetzt sagen sollten. „Ich bin sprachlos“, sagte Krawitz. Und kurz danach meinte Mies, dass er nicht wüsste, welche Wort man in so einer Situation wählen sollte. Schließlich fanden die beiden aber doch noch die richtigen Worte, wobei Krawitz eher zurückhaltend blieb („Wie könnten nicht glücklicher sein!“) und Mies plötzlich richtig ins Plaudern kam.

Er erzählte den Zuschauern davon, dass man als heranwachsender Tennisspieler natürlich von ATP-Titeln träumt – „jeder junge Spieler macht das“. In der Regel ginge es dabei um Einzeltitel. „So war es auch bei mir“, betonte Mies. Dann warf ihn eine Knieverletzung zurück. Er gab aber nicht auf und konzentrierte sich fortan aufs Doppel – eine weise Entscheidung. „Nun haben wir unseren ersten Titel – und es fühlt sich großartig an.“