French Open

French Open verlegt: „Nichts zu sagen in diesem Sport”

Die Verlegung der French Open von Mai in den September war ein Alleingang der Turnierverantwortlichen. Vasek Pospisil, der im Spielerrat der ATP sitzt, schüttelt über die Entscheidung den Kopf.  

Paris/Hamburg (SID) Die French Open erst im Herbst und der Radsport-Klassiker Paris-Roubaix auf unbestimmte Zeit verschoben – zwei französische Monumente des Sports bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren. Das deutsche Nachbarland ist schwer getroffen, jetzt reagierten die Veranstalter der Top-Konkurrenzen. Die Jahrespläne von deutschen Stars wie Angelique Kerber und John Degenkolb werden mächtig durcheinandergewirbelt.

Das berühmteste Sandplatzturnier im Tennis, das Grand-Slam-Turnier von Roland Garros, soll nun vom 20. September bis 4. Oktober stattfinden. Ursprünglich waren die French Open vom 24. Mai bis 7. Juni geplant. „Wir müssen im Kampf um die Gesundheit aller solidarisch zusammenstehen“, sagte Bernard Giudicelli, Präsident des französischen Tennisverbands FFT.

Was wird aus Wimbledon und den US Open?

Er sprach von einer schwierigen und mutigen Entscheidung – die für Aufsehen in der Szene sorgte. Finden die US Open wie geplant vom 31. August bis 13. September statt, liegt gerade einmal eine Woche zwischen den beiden Events von Weltrang. Und die French Open fallen in eine Zeit, für die andere Wettkämpfe geplant waren, unter anderem der von Roger Federer mitorganisierte Laver Cup. Der Tourplan wird mächtig durchgeschüttelt. Was mit Wimbledon (ab 29. Juni) passiert, ist bisher noch nicht bekannt.

Die neuen Turnierpläne im Tennis kamen nicht bei jedem Profi gut an. „Das ist Wahnsinn. Keine Kommunikation mit den Spielern oder der ATP. Wir haben nichts zu sagen in diesem Sport“, twitterte Vasek Pospisil, Nummer 93 der Welt aus Kanada, der im Spielerrat der ATP sitzt. Vor allem kritisierte er den Mangel an Kommunikation der Spielerorganisation ATP. Die Männer-Tour (bis 26. April) und Frauen-Tour WTA (2. Mai) hatten zuletzt bereits längere Pausen angekündigt, doch das wird kaum reichen.

Frankreich ist stark von der Corona-Pandemie betroffen, mit Stand Dienstagnachmittag waren dort bereits 148 Menschen der Erkrankung COVID-19 erlegen. Mehr als 6660 Personen waren Infiziert.