GER, xFSx , Hamburg, Herren , Bitpanda Hamburg Open ATP500 , Am Rothenbaum Hamburg ,18.05.2026 ,

Yannick Hanfmann (re.) schlug am Hamburger Rothenbaum Max Schönhaus (li.) in drei Sätzen. Bild: IMAGO / Fernando Soares

Hanfmann schlägt Schönhaus – und lobt ihn als „Highlight-Spieler“

Yannick Hanfmann stoppt Qualifikant Max Schönhaus bei den Hamburg Open in drei Sätzen. Danach gerät er ins Schwärmen über das deutsche Talent.

Erfahrung schlägt Jugend: Yannick Hanfmann, 34 Jahre alt und mit Weltranglistenposition 55 aktuell die deutsche Nummer zwei hinter Alexander Zverev, bezwang seinen Landsmann Max Schönhaus, erst 18 Jahre alt und die Nummer 472 im ATP-Ranking, in der ersten Runde der Hamburg Open mit 6:3, 6:7, 6:4.

Comeback-Chance nicht genutzt

Schönhaus, der durch die Qualifikation musste und dort zum ersten Mal in seiner Karriere gegen Top 100-Spieler gewann, ließ sein vielfältiges Können immer wieder aufblitzen, leistete sich aber zu viele unnötige Fehler und nutzte im dritten Satz seine „Comeback-Chance“ nicht. Er lag 2:3 zurück und hatte insgesamt vier Breakbälle, von denen er aber keinen verwerten konnte. Danach verließen ihn Mut und Entschlossenheit. Im letzten Aufschlagspiel von Hanfmann produzierte Schönhaus vier leichte Fehler – das war es dann.

Zuvor allerdings hatte der Teenager aus dem Sauerland das Hamburger Publikum mit seinem schier unerschöpflichen Spielwitz begeistert. Oder wie es Yannick Hanfmann formulierte: „Ich habe halt so mein Match gespielt, aber Max hat einen Highlight-Schlag nach dem nächsten rausgehauen.“ Überhaupt äußerte sich der Davis Cup-Spieler überaus lobend zu Schönhaus und bezeichnete ihn als „Highlight-Spieler“, der ihn an den Franzosen Richard Gasquet erinnern würde und dessen Zeit kommen wird: „Das ist einer für die Zukunft und darüber freue ich mich sehr. Er ist nicht nur ein guter, sondern auch ein interessanter Spieler. Er spielt eine einhändige Rückhand, hat geile Stops. Max hat das heute richtig gut gemacht hat. Ich bin aber auch froh, dass ich es am Ende auf meine Seite ziehen konnte und hier noch mindestens ein Match habe.“

Schönhaus: „Drei tolle Matches gespielt“

Schönhaus selbst zog ein positives Fazit zu seinem Hamburg-Debüt: „Ich finde, dass ich drei echt gute Matches hier gespielt habe. Ich bin zufrieden mit meinem Level und hoffe, dass ich das noch länger aufrechterhalten kann. Auch heute gegen Yannick finde ich, dass ich da war und es am Ende einfach auf ein paar Punkte hinaus lief, wo ich dann vielleicht nicht diesen Fokus hatte.“

Ähnlich sah es auch DTB-Junioren-Bundestrainer Philipp Petzschner, der Schönhaus in Hamburg betreute. Gegenüber tennis MAGAZIN sagte Petzschner: „Er hat die Situation hier über drei Tage fantastisch gemeistert. Über drei Matches habe ich ihn noch nie auf so einem hohen Niveau spielen sehen. Er ist 18 Jahre alt und da kann das Level auch mal abfallen, aber Max hat konstant abgeliefert.“

Während Hanfmann nun in Hamburg auf den Sieger der Partie Luciano Darderi gegen Roman Burruchaga trifft, liebäugelt Schönhaus bereits mit der Rasen-Saison: „Gras macht mir auf jeden Fall am meisten Spaß. Ich finde, dass ich dort mein bestes Spiel habe, weil Rasen am ehesten zu meinem variablen Stil passt.“ Welche Turniere er als nächstes spielen werde, stehe noch nicht fest: „Das wird sich alles sehr spontan entscheiden, denke ich.“

Ob Schönhaus Wildcards für die deutschen ATP-Rasenturniere in Halle und Stuttgart bekommt, ist noch nicht entschieden.