Tennis

Max Schoenhaus (Deutschland) Hamburg, 17.05.2026, Tennis, Bitpanda Hamburg Open 2026, ATP 500, Herren EinzelBild: Witters

Wer ist Max Schönhaus? Die zehn wichtigsten Infos über das deutsche Talent

Max Schönhaus steht bei den Hamburg Open erstmals im Hauptfeld eines ATP-Turniers: Wir stellen euch den Teenager aus dem Sauerland genauer vor.

Mit 18 Jahren gilt Max Schönhaus als eines der spannendsten Talente im deutschen Tennis. Der Sauerländer begeistert mit spektakulären Schlägen, einer einhändigen Rückhand und einem mutigen Spielstil. Spätestens seit seinem Durchbruch bei den Hamburg Open ist klar: Dieser Name könnte die deutsche Tenniszukunft prägen.

  1. Größter Karriere-Erfolg in Hamburg

Bei den Hamburg Open 2026 gelang Schönhaus erstmals die Qualifikation für das Hauptfeld eines ATP-Turniers. Im Quali-Finale besiegte er als 472. der Weltrangliste den US-Amerikaner Marcos Giron, die Nummer 77 der Welt, nach fast drei Stunden mit 6:7, 6:4, 7:6.

Nach dem Match sagte Schönhaus zu tennis MAGAZIN: „Ich finde, dass ich heute ein mega, mega gutes Match gespielt habe. Da bin ich auf jeden Fall echt stolz drauf.“ Besonders beeindruckend: Trotz Break-Rückstand im dritten Satz blieb der Teenager ruhig und spielte den Sieg mutig nach Hause.

  1. Extrem variabler Spielstil

Schönhaus gehört nicht zu den Spielern, die einfach nur von der Grundlinie „bolzen“. Er liebt kreative Lösungen, spielt Stopps, Volleys, Slice-Bälle und greift immer wieder mit Serve-and-Volley-Attacken an. Genau deshalb wird er oft als „Zocker“ beschrieben.

Er selbst sagt über seine Spielweise: „Ich will den Herzschlag eines Ballwechsels vorgeben – und dafür muss ich aggressiv sein.“ Und weiter: „Ich mag das stumpfe Bolzen nicht, erst der Mix vieler unterschiedlicher Schläge bringt mir den Spaß, den ich auf dem Platz brauche.“

  1. Einhändige Rückhand als Markenzeichen

Die Rückhand von Schönhaus ist schon jetzt sein absoluter Signature-Schlag. Mal spielt er sie hart und schnell, mal mit viel Slice und Gefühl. Mit zehn Jahren entschied er selbst, nur noch einhändig zu spielen – nachdem er die Rückhand zuvor beidhändig gespielt hatte.

Zu dieser Zeit war Martina Struff, Mutter von Jan-Lennart Struff, für Max Schönhaus als Verbandstrainerin beim Westfälischen Tennisverband verantwortlich. Gegenüber tennis MAGAZIN erinnerte sie sich an die Zeit der Rückhand-Umstellung: „Das war damals ganz allein seine Entscheidung. Ich unterstützte ihn natürlich. Wenn ein Spieler so etwas spürt, dann muss man ihn darin bestärken.“

Max Schönhaus weiß noch, dass „die beidhändige Rückhand sich nicht natürlich für mich anfühlte“. Inspiriert wurde er damals besonders von Stan Wawrinka. Dessen Variabilität faszinierte ihn: „Sein Mix an Rückhandschlägen ist fantastisch.“

  1. Einer der besten Junioren der Welt

Seine Juniorenkarriere beendete Schönhaus mit einem historischen Erfolg: Als erster Deutscher gewann er die ITF Junior Finals in Chengdu, also das Saisonfinale der besten Nachwuchsspieler der Welt. 2025 schloss er das Jahr als Nummer zwei der Junioren-Weltrangliste ab.

Auch wenn er die Nummer eins knapp verpasste, blieb er gelassen: „Am Ende ist es wichtiger, dass ich das Jahr in den Top 8 beendet habe.“ Dadurch bekommt er 2026 nämlich acht Wildcards für Challenger-Turniere auf der ATP-Tour.

  1. Wimbledon ist sein Lieblingsturnier

Besonders wohl fühlt sich Schönhaus auf Rasen. Wimbledon bezeichnet er selbst als sein Lieblingsturnier. Dort erreichte er 2025 bei den Junioren das Halbfinale und lieferte sich ein enges Duell mit seinem großen Rivalen Ivan Ivanov aus Bulgarien, das er am Ende mit 6:7, 6:7 verlor.

2024 gewann Max Schönhaus aber die Junioren-Doppelkonkurrenz von Wimbledon. Mit seinem US-amerikanischen Partner Alexander Razeghi bezwang das Duo die Tschechen Jan Klimas und Jan Kumstat mit 7:6 (7:1), 6:4.

  1. Training an der IMG Academy in Florida

Nach seiner Zeit an der TennisBase Hannover wechselte Schönhaus an die weltbekannte IMG Academy in Florida. Dort trainierte er unter anderem mit bekannten ATP-Profis wie Kei Nishikori, Denis Shapovalov und Sebastian Korda.

„Mich hat diese Zeit natürlich tennisspielerisch weitergebracht, aber vor allem auch menschlich. Ich bin dort mega-selbstständig geworden“, sagt Schönhaus rückblickend.

  1. Familie spielt eine wichtige Rolle

Schönhaus beschreibt sich selbst als absoluten Familienmenschen. Seine Eltern, Geschwister sowie Nichten und Neffen begleiten ihn – wenn immer es möglich ist – zu Turnieren. „Ich bin zweifacher Onkel, das ist total super“, freut sich Max.

Bei den Hamburg Open sagte er über die Unterstützung seiner Familie: „Das bedeutet mir extrem viel. Dass alle da sind, ich vor ihnen spielen und dann wirklich gutes Tennis zeigen kann.“

  1. Früher spielte er Fußball und Tennis

Wie viele Kinder spielte Schönhaus zunächst leidenschaftlich Fußball. Erst mit elf Jahren entschied er sich endgültig für Tennis. Zeitweise kombinierte er Schule, Tennistraining und Fußballtraining an einem einzigen Tag – inklusive Hausaufgaben auf der Rückbank des Autos.

Rückblickend sagt er: „Eigentlich brauchte ich nie einen besonderen Antrieb. Ich hatte nie Angst, durch den Sport etwas zu verpassen.“ Sein Vater Torsten Schönhaus erzählte tennis MAGAZIN: „Max hat es uns einfach gemacht, weil er immer spielen und trainieren wollte – auch wenn er als Teenager dafür um sechs Uhr morgens am Wochenende aufstehen musste. Er hatte auf das alles große Lust und für ihn war früh klar, dass er Tennisprofi werden würde.“

  1. Lorenzo Musetti als großes Idol

Schönhaus bewundert besonders den variablen Spielstil des Italieners Lorenzo Musetti, einem der wenigen Topspieler mit einhändiger Rückhand. Aber nicht nur sportlich beeindruckt ihn Musetti: „Lorenzo gefällt mir auch als Mensch. Er stellt die Familie über alles, das finde ich schön.“

  1. Sein Traum sind die Top 10 der Welt

Trotz aller Bodenständigkeit formuliert Max Schönhaus durchaus große Ziele. Kurzfristig möchte er sich für die Next Gen Finals 2026 der acht besten U21-Nachwuchsspieler qualifizieren und bei den Australian Open 2027 antreten. Langfristig denkt er noch größer. Auf die Frage nach seinem großen Traum antwortet er: „Die Top 10 erreichen.“

Mit seinem kreativen Tennis, seiner Reife und seiner ungewöhnlichen Spielweise bringt Max Schönhaus vieles mit, was im modernen Tennis selten geworden ist. Genau das macht ihn schon jetzt zu einem außergewöhnlichen Spieler.