Andy Murray muss seine Teilnahme an den US Open absagen

Sexismus: Murray springt Weltfußballerin Hegerberg zur Seite

Beim Ballon d’Or, der Wahl zum Weltfußballer, wurde auch die beste Fußballerin gekürt. Das Ganze endete in einem Sexismus-Skandal. Tausende echauffierten sich in den sozialen Medien. Tennis-Star Andy Murray fand deutliche Worte.

Ada Hegerbergs Freude über die Wahl zur weltweit besten Fußballerin des Jahres wehrte am Montag nicht lange, als sie vom Moderator, dem bekannten DJ Martin Solveig, zum Twerken aufgefordert wurde. Eine Aufforderung zu einem normalen Tanz hätte wohlmöglich keinen Aufschrei ausgelöst. Beim Wimbledon-Turnier etwa war es einst Tradition, dass der Herren-Sieger die Siegerin zu einem Tanz auffordert. Twerken aber, ein sexualisierter Tanzstil, den man nur von Frauen aus HipHop-Videos kennt, gehört nicht zu den normalen Tanzstilen. Dementsprechend war die Aufregung groß.

Wenige Momente vor dieser Aufforderung erst hatte die Norwegerin, die mit Lyon die Champions League und die französische Meisterschaft gewonnen hatte, ihre Rede beendet. In der sie der Welt eindringlich erklärte, wie wichtig diese erste Wahl für die Anerkennung des Frauenfußballs sei. Solveig hatte da wohl eher weniger zugehört.

Auf dessen Frage jedenfalls lächelte Hegerberg gequält und verneinte bestimmt. Den Fremdschäm-Moment versuchten anschließend alle Beteiligten wegzulächeln. Die Empörung in den Medien und den sozialen Medien aber nahm ihren Lauf. Tausende echauffierten sich über Solveig, wenige fanden die Empörung übertrieben. Andy Murray fand für das Geschehene deutliche Worte.

Andy Murray mit deutlicher Reaktion

In seiner Instagram-Story fragte er als spontane Reaktion auf das Geschehene: „Warum müssen Frauen diese Scheiße immer noch aushalten? Welche Fragen hat man den Männern Kylian Mbappe und Luka Modric gestellt? Wahrscheinlich irgendwelche, die mit Fußball zu tun hatten.“

Den letzten Absatz widmete er denjenigen, die die Empörung als Übertrieben erachteten: „An jeden, der denkt, dass jetzt wieder alle Überreagieren und es doch nur ein Witz war. Es war kein Witz. Ich habe mein gesamtes Leben im Sport verbracht und das Level an Sexismus ist unreal.“ Auch die Aussagen des schottischen Tennisstars gingen viral.

Murray: „Sexismus im Sport unreal“

Der dreifache Grand Slam-Champion ist bekennender Unterstützter der WTA-Tour und hat sich in der Vergangenheit öfter öffentlich geäußert, um über Benachteiligungen von Frauen im Leistungssport zu informieren. Murray war auch der erste männliche Topspieler im Tennis, der eine Trainerin engagierte. Zwischen den beiden Zeitfenstern, die er mit dem jetzigen Coach von Alexander Zverev, Ivan Lendl, verbrachte, coachte ihn die Französin Amelie Mauresmo.

Auch für diese Entscheidung musste sich Murray rechtfertigen. Gebetsmühlenartig wiederholte er damals öffentlich, er sehe keinen Grund, warum eine Frau als Trainer nicht die gleiche Leistung vollbringen könne. Und nach der Trennung, die aufgrund der Schwangerschaft der Französin nötig wurde, sagte Murray, dass in manchen Fällen Familie und Beruf nicht vereinbar sei und das beträfe auch männliche Trainer.  „Roger Federer beendete die Zusammenarbeit mit Stefan Edberg, da Edberg mehr Zeit mit seiner Familie verbringen wollte und weniger auf Tour sein wollte“, sagte Murray einst auf einer Pressekonferenz. „Damals haben die Leute nicht so heftig reagiert wie jetzt bei Mauresmo.“

Nach der Geburt ihres ersten Kindes im August 2015 hatte Mauresmo zunächst sechs Monate pausiert. Murray und Mauresmo gaben nach zwei Jahren Zusammenarbeit damals ihre einvernehmliche Trennung bekannt.

Martin Solveig hat sich im Übrigen noch am späten Montagabend öffentlichkeitswirksam bei der neuen Weltfußballerin entschuldigt. Das bestätigte auch Hegerberg selbst, wie der SID am Dienstag schreibt. „Er hat sich bei mir entschuldigt. Der Ballon d’Or ist sowieso das Wichtigste für mich.“

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