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Neuer Rothenbaum-Organisator Reichel bleibt Spitzenfunktionär der WTA

Peter-Michael Reichel, der ab dem kommenden Jahr das Turnier am Rothenbaum ausrichtet, bleibt weitere drei Jahre einer der Spitzenfunktionäre der Frauen-Tour WTA. Er setzte sich gegen Gegenkandidat Markus Günthardt durch. Das könnte Einfluss auf das Turnier am Rothenbaum haben.

Die Vertragsverlängerung bestätigte Reichels Sportvermarktungs-Agentur Matchmaker in einer Pressemitteilung.  Der 65-jährige Oberösterreicher ist seit 2001 Mitglied im „Board of Directors“ in der Vereinigung der Profi-Tennisspielerinnen. In seiner aktuellen Position „European Board Representative WTA“ ist Reichel demnach wiedergewählt worden. Der gebürtige Linzer setzte sich gegen seinen prominenten Gegenspieler, den Schweizer Markus Günthardt, durch. Er ist der am längsten amtierende Repräsentant Europas im Board of Directors.

Der Wahl-Schweizer, der in Andermatt seine zweite Heimat gefunden hat, sagte: „Ich bin zwar gegen ewiges Festhalten an Funktionen. Aber in einer Phase von Reformen war es wichtig, weiter an Bord zu bleiben, um gemeinsam bedeutende Entscheidungen im Sinne des Damentennis treffen zu können. Mir sind alle Turniere, für die ich verantwortlich bin, gleich wertvoll. Für mich ist die Wiederwahl für weitere drei Jahre eine große Ehre und Herausforderung nach 17 Jahren in der WTA.“

Reichel will Veränderungen am Rothenbaum

Reichel, der auch als Turnierdirektor in Linz fungiert, ist einer der langjährigen Förderer des Damen-Tennis. Ab 2019 ist er für das Turnier am Rothenbaum zuständig. Der Österreicher hatte dafür den Zuschlag vom DTB erhalten – für fünf Jahre. Michael Stich wurde nicht berücksichtigt. Das Verhältnis zwischen Teilen des DTB und Stich galt lange als angespannt und trat bei der diesjährigen Wildcard-Vergabe erneut zu Tage (Lesen Sie HIER mehr).

Geht es nach DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff, soll das Turnier am Rothenbaum wieder eine Art „Leuchtturmveranstaltung des DTB“ werden.  Reichel hat nachweislich große Pläne, will Deutschlands Nummer eins, Alexander Zverev, wieder an das Turnier binden. Zverev gab vor Monaten in München an, mit Reichel im Austausch zu stehen. Konkret geht es um einen Wechsel von Sand auf Hartplatz, um den Topspielern nach der Rasensaison keinen weiteren Wechsel zuzumuten. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass zumindest 2019 auf Sand gespielt wird.

Stich sagte auf seiner Abschiedspressekonferenz in Hamburg, dass er einen zeitnahen Belagswechsel für zu 99 Prozent ausgeschlossen halte. Hordorff sagte gegenüber tennis MAGAZIN. „Dinge sind manchmal schneller umsetzbar, als das für möglich gehalten wird.“ Er verwies in dieser Thematik, wie auch bei der Einsetzung eines möglichen Turnierdirektors und die Erweiterung um ein Damenfeld, aber auf Reichel. Der Österreicher ist ein Befürworter eines kombinierten Events. Dies ist kurzfristig, aber ebenfalls eher schwer umzusetzen.

„Der Ball bei diesen Themen liegt nun bei Herrn Reichel“, erklärt Hordorff. Für Reichel und seine Tochter Sandra startete der Vertrag mit dem Traditionsturnier am 1. August.