Laver Cup

Pro & Contra: Ist der Laver Cup echter Sport?

Bloß ein Showturnier oder ein faszinierendes Ereignis? Der Laver Cup, ein Wettbewerb zwischen Team Europe und Team World, polarisiert. Die tennis MAGAZIN-Redaktion hat unterschiedliche Auffassungen. 

Aus der tennis MAGAZIN-Ausgabe 11-12/2019

Christian Albrecht Barschel meint: Das Beste, was Tennis passieren konnte

Wer selbst nie in Mannschaftswettbewerben im Tennis gespielt hat, wird die Faszination Laver Cup wohl nur schwer begreifen können. Ein Wettbewerb wie der Laver Cup setzt Emotionen frei und sorgt für Bilder, die im kollektiven Fangedächtnis haften bleiben. Der Laver Cup ist mit das Beste, was dem Tennissport in den letzten Jahren passieren konnte. Er schafft es, dass sich nicht nur die eingefleischten Tennisfans für das Event interessieren, sondern auch zahlreiche Sportfans im Allgemeinen. Das Argument, dass es nur ein Einladungsturnier sein soll, kann ich nicht mehr hören. Wer sieht, mit welcher Leidenschaft und Energie die Spieler zu Werke gehen, dem sollte schnell klar werden, dass der einzelne Sieg und der Teamerfolg jedem Spieler eine Menge bedeutet. Wenn nicht, wären die Spieler herausragende Schauspieler. Kritiker sagen, dass es sich beim Laver Cup um „Scripted Reality“ handelt. Ich sage: Wer den Laver Cup nicht mag, hat den Tennissport nie geliebt. Ich wünsche mir den Laver Cup in Deutschland in einer großen Arena. Das wäre eine feine Sache.

Andrej Antic meint: Bloß ein Schowturnier mit Drehbuch

Dass alle Mitwirkenden beim Laver Cup herausragende Tennisspieler sind, dass die Matches ansehnlich sind, dass das Event wahrscheinlich das am perfektesten inszenierte im ganzen Circuit ist – daran besteht kein Zweifel. Nur: Es ist ein Showturnier. Es verläuft nach einem Drehbuch mit der Maxime: Spannung  bis zum letzten Match – angesichts des Kräfteverhältnisses zwischen Europa und dem Rest der Welt geradezu lächerlich. Definiert man den Laver Cup als Spaßveranstaltung, ist er eine Bereicherung. Weil er innovativ ist, weil er das Publikum anspricht. Das Problem: Nach der dritten Auflage ist der Laver Cup fester Bestandteil der ATP-Tour. Das hat vor allem mit der Person Roger Federer zu tun, mit der es sich niemand verscherzen will. Die ATP braucht Federer (zumindest solange er noch spielt) und Federer braucht die Tour, um seinen Machteinfluss zu dokumentieren. Absurd ist, dass Matches vom Laver Cup (dritter Satz im Champions-Tiebreak) offiziell in die ATP-Statistiken aufgenommen werden – eine klare Wettbewerbsverzerrung aus mehreren Gründen. Ein Argument: Es ist ein Einladungsturnier.