BNP Paribas Open – Day 11

NÄCHSTER AUSRASTER: Nick Kyrgios hatte sich beim Viertelfinale gegen Rafael Nadal in Indian Wells mal wieder nicht im Griff.

Schlägerwurf: Kyrgios trifft fast Balljungen – und entschuldigt sich

Nick Kyrgios leistete sich nach der Niederlage in Indian Wells gegen Rafael Nadal mal wieder einen Ausraster: Er warf seinen Schläger, der fast einen Balljungen traf.

Für Kyrgios-Fans bot das Indian Wells-Viertelfinale vergangene Nacht gegen Rafael Nadal alles, was man von dem Australier erwartete: spektakuläre Winner, Hochgeschwindigkeitsvorhände, Aufschläge von unten, ausufernde Monologe zwischen den Ballwechseln und – natürlich – Streitigkeiten mit dem Stuhlschiedsrichter und Auseinandersetzungen mit dem Publikum. Es war, nun ja, eine typische Kyrgios-Partie mit hohem Unterhaltungsfaktor.

Kyrgios wirft wütend den Schläger weg

Allerdings stimmte das Ende nicht. Nicht nur, weil Kyrgios die Partie mit 6:7, 7:5, 4:6 verlor und dabei vor allem im ersten Durchgang viele Chancen liegen ließ (u.a. eine 5:3-Führung). Viel schimmer war die Szene, die sich nach dem Handshake abspielte: Kyrgios schmiss wütend seinen Schläger auf den Boden und dieser flog im hohen Bogen in Richtung eines Balljungen, der sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Nicht auszudenken, was für Konsequenzen es gehabt hätte, wenn das Racket den Jungen getroffen hätte. So kam Kyrgios mit einem Schrecken davon.

Der Australier bestritt im Anschluss jegliche Absicht, der Schläger sei nach dem Aufprall unglücklich weggesprungen. „Ich bin ein Mensch, solche Dinge passieren“, sagte der 26-Jährige, der für seine Gefühlsausbrüche schon häufig bestraft wurde. Beim Balljungen entschuldigte sich Kyrgios, einen entsprechenden Dialog verbreitete er via Twitter. Er will ihm nun heute einen neuen Schläger schenken.

„Dieser Unsinn muss aufhören!“

Der Ausraster von Kyrgios fällt in eine Zeit, in der sich Szenen wie diese häufen. Zuletzt hatte Alexander Zverev in Acapulco mit Schlägen auf den Schiedsrichterstuhl die Debatte um das Verhältnis von Profis und Schiedsrichtern angeheizt. Der Deutsche spielt nun ein Jahr lang auf Bewährung. „Dieser Unsinn muss aufhören! Und Kyrgios ist nicht allein“, kommentierte der New York Times-Tennisjournalist Christopher Clarey auf Twitter den Wutausbruch von Kyrgios.

„Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Zerschlagen von Schlägern, solange niemand gefährdet wird und es einen Gegner oder Offiziellen nicht respektlos behandelt. Aber es hat etwas traurig Symbolisches, wenn ein Spitzensportler beinahe die nächste Generation trifft, nachdem er seinen Schläger geworfen hat. Das ist die falsche Art der Vorbildfunktion“, so Clarey weiter.

Schon Ende des ersten Satzes verhielt sich Kyrgios nicht vorbildlich. Als er im Tiebreak 0:6 hinten lag, bekam er einen Punktabzug, weil er den Zwischenruf eines Fans unflätig kommentierte. Daraufhin verlor er den Tiebreak 0:7. Beim Seitenwechsel zertrümmerte Kyrgios sein Racket, warf den kaputten Rahmen einem Fan zu und verstrickte sich in völlig überflüssige Diskussionen mit Schiedsrichter Carlos Bernardes.

Kyrgios: „Soll ich Ben Stiller sagen, wie er schauspielern soll?“

Im dritten Satz verlor Kyrgios dann wieder die Fassung. Der Australier unterbrach seinen Aufschlag, weil ein Fan lautstark Nadal anfeuerte. „Kannst du Tennis spielen?“, fragte er den Fan. Dieser verneint. Daraufhin polterte Kyrgios: „Genau, also sag mir nicht, wie ich spielen soll. Soll ich dir sagen, wie du dich verhalten sollst?“ Und dann: „Soll ich Ben Stiller sagen, wie er schauspielern soll? Nein!“ Hollywood-Star und Nadal-Fan Ben Stiller saß hinter Kyrgios auf der Tribüne und lachte.

Am Ende, kurz nachdem Kyrgios fast den Balljungen mit seinem Schläger getroffen hat, dürfte auch Stiller das Lachen vergangen sein.