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Vor drei Jahren Wimbledon-Siegerin: Nun steht Marketa Vondrousova vor einer vierjährigen Doping-Sperre.

Vom Triumph zur Sperre: Der Dopingfall Marketa Vondrousova

Der Dopingfall Marketa Vondrousova bringt die Tenniswelt in Wallung. Die Tschechin bekam wegen eines verweigerten Dopingtest die Höchststrafe. 

Die Tschechin Marketa Vondrousova gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Tennisspielerinnen überhaupt und gewann drei WTA-Titel. Ihr bislang größter Erfolg ist der Titel in Wimbledon 2023. Der historische Sieg brachte die Tschechin erstmals unter die Top Ten der Weltrangliste, doch jetzt wird die Tschechin aufgrund eines Dopingvorfalls gesperrt – und das für vier Jahre.

Marketa Vondrousova war im Dezember 2025 von einem Dopingkontrollbeauftragten zu einer Probe aufgefordert worden und soll diese verweigert haben. Die Dopingkontrolle fand nicht bei einem Turnier, sondern bei der Tschechin zuhause in Prag statt. Sie weigerte sich, den Dopingkontrolleur in ihr Haus zu lassen und gab keine Probe ab.

Was sagt Vondrousova selbst?

Im April 2026 veröffentlichte Vondrousova eine Stellungnahme und räumte ein, den Test verweigert zu haben. Ihren Followern teilte sie mit, dass dies die Konsequenz aus den letzten Monaten „voller Angst und Ungewissheit“ sei. Sie habe das Gefühl, die Kontrolle über ihr eigenes Leben verloren zu haben.

Weiter schrieb sie, dass die letzten Monate eine „seelische Belastung“ gewesen seien, die sie so noch nicht erlebt habe und ihr ganzes Leben veränderten. Vondrousova ergänzte, dass es keineswegs ihre Intention gewesen sei, irgendetwas zu vermeiden, sondern vielmehr habe sie aus „Angst und Panik“ gehandelt.

Die 26-Jährige habe „lange mit Verletzungen, konstanten Druck und Schlafproblemen gekämpft“, die sie mit der Zeit „zermürbt“ hätten. Des Weiteren wurde sie mit Drohungen und Hassnachrichten konfrontiert, sodass selbst ihr Zuhause kein sicherer Ort mehr gewesen sei.

Vondrousova bezog sich auf Kvitova

In ihrem persönlichen Statement bezog sich Marketa Vondrousova auf den Vorfall ihrer ehemaligen Mannschaftskollegin Petra Kvitova. Im Dezember 2016 wurde die zweimalige Grand Slam Siegerin in ihrem Apartment in Prag von einem Einbrecher mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Zuvor habe der Mann geklingelt und sich als „Handwerker ausgegeben“.

So eine ähnliche Situation hatte nun Vondrousova befürchtet, als man bei ihr zuhause klingelte. Dabei habe „Angst ihr Urteilvermögen beeinflusst“. Während der Anhörung argumentierte die Tschechin, dass Experten bei ihr zuvor eine „Angststörung und Stressreaktion“ festgestellt haben.

ITIA weist Erklärungen zurück

Laut den Regelungen der ITIA, gilt auch ein verweigerter Test als ein positives Ergebnis bei einer Dopingkontrolle. Dementsprechend weist die ITIA die Begründung von Marketa Vondrousova ab. Der Organisation sei bewusst, dass „die Dopingkontrollen für die Spieler nicht angenehm seien, da ihr Beruf bereits mit viel Leistungsdruck und hoher Anspannung verbunden ist“. Jedoch seien unvorhersehbare Tests ein unverzichtbares Mittel, um den Sport zu schützen“, ergänzte ITIA Chefin Karen Moorhouse.

Die Dopingkontrollbeauftragten (DCO) tragen einem Ausweis mit sich und könnten jederzeit ihre Identität belegen. Ein weiterer Aspekt, der die Erklärungen der ehemaligen Wimbledonsiegerin laut ITIA-Ansicht widerlegen. Die Tschechin ist nun bis einschließlich Juni 2030 gesperrt. Für Marketa Vondrousova besteht noch die Möglichkeit vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung einzulegen.

Wie reagiert die Tenniswelt?

Die Reaktionen der Tenniswelt auf die vierjährige Sperre von Marketa Vondrousova fallen gespalten aus. Vor allem löste der Vorfall eine Diskussion zwischen den harten Anti-Doping-Richtlinien und dem Verständnis für mentale Gesundheit aus. Nachdem die ehemalige Grand Slam-Siegerin sich bestürzt in einem persönlichen Statement zeigt, bekommt sie viel Zuspruch und Mitgefühl von anderen Spielern. Deutschlands Spitzenspieleirin Eva Lys kommentiert die Entscheidung als „völlig verrückt.“

Gleichzeitig stößt man in den sozialen Medien auf Unverständnis bezüglich der Regeln. Für viele Fans  des Tennissports ist es kaum ersichtlich, dass Vondrousova nun endgültig für vier Jahre gesperrt worden ist. Viele vergleichen das Urteil mit vergangenen Situationen des Weltranglistenersten Jannik Sinner und der amtierenden Wimbledonsiegerin Iga Swiatek. Beide wurde bei einem positiven Dopingtest nur für geringe Zeit gesperrt.

Die ITIA bleibt konsequent und steht zu ihrer Entscheidung. Dieser Fall sei eine Erinnerung, dass Spielerinnen und Spieler „jederzeit und an jedem Ort getestet werden dürfen und somit eine Verweigerung mit erheblichen Risiken verbunden ist“, erklärt Karen Moorhouse von der ITIA.