Stan Wawrinka

Wawrinka: „Ihr Journalisten seid viel zu verwöhnt“

Stan Wawrinka hat sich nach seinem Auftaktsieg beim ATP-Turnier in Basel in Rage geredet und die Schweizer Medien kritisiert.  

Stan Wawrinka hat nach seinem Auftaktsieg beim ATP-Turnier in Basel die Schweizer Medien kritisiert. Nachdem er gefragt wurde, was ihm noch fehlen würde, um sein bestes Niveau zu erreichen, holte Wawrinka zu einem Monolog aus.

„Ich finde, hier in der Schweiz herrscht der Eindruck vor, ich hätte kein gutes Jahr. Ich übertreibe vielleicht ein wenig, aber dieses Gefühl bekomme ich hier. Deshalb habe ich die Freude verloren, mit der Schweizer Presse zu reden“, sagte Wawrinka. „Ich bin 15. im Race und könnte mich theoretisch noch für das ATP-Finale qualifizieren. Abgesehen von den Big Four bin ich der einzige Spieler, welcher in den letzten Jahren Majors gewinnen konnte. Ich komme auch von einer schweren Verletzung zurück. Ich spiele derzeit gut: Ich habe Djokovic bei den US Open besiegt und gerade das Finale in Antwerpen erreicht“, sagte Wawrinka weiter.

Wawrinka: „Man muss auch Realist sein”

Der Schweizer ist derzeit die Nummer 17 im ATP-Ranking und erreichte bei den US Open und French Open das Viertelfinale sowie zwei Finals auf der ATP-Tour (Rotterdam und Antwerpen). Sein letzter Turniersieg datiert aus dem Mai 2017, als er das Heimturnier in Genf gewann. „Wäre ich dieses Jahr gerne in den Top 10 gelandet? Ja. Hätte ich gerne einen Grand-Slam-Titel gewonnen? Ja. Aber man muss auch Realist sein. Man schnippt nicht einfach mit dem Finger, um auf dem Niveau zu sein, auf dem ich vor der Verletzung war“, sagte Wawrinka, der in Basel im Viertelfinale auf Roger Federer treffen könnte.

Drei Grand-Slam-Titel, Olympiagold mit Federer im Doppel, Nummer drei der Welt. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass Wawrinka nach seiner Karriere in die Tennis Hall of Fame einziehen wird. „Ich finde, ich habe das Beste aus meiner Karriere herausgeholt. Es ist einfach, immer das Negative herauszupicken aus dem, was ich mache, wenn ich eine Party besuche oder wenn etwas Negatives läuft in meinem Privatleben oder auf dem Platz, wenn ich verletzt bin. Ich finde: Ihr seid viel zu verwöhnt. 15. in der Welt zu sein, ist viel schwieriger, als ihr denkt. Ganz einfach. Ihr habt die Chance, Belinda Bencic am Masters zu haben, und alles. Aber in einigen Jahren wird es viel weniger Schweizer haben an den Grand Slams, vor allem bei den Männern. Und vielleicht werdet Ihr merken, dass der 15. der Welt nicht so schlecht ist.“