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Wegen Wettmanipulationen: Griechischer Turnier-Direktor suspendiert

Immer wieder hört man von Wettskandals innerhalb verschiedener Sportarten. Der früheste Fall fand beim Fußball statt, was nicht groß verwunderlich ist, da hier das meiste Geld fließt. Aber auch der Tennissport bleibt nicht von Betrug verschont.

Erst vor ein paar Tagen wurde der griechische Turnier-Direktor Antonis Kalaitzakis von der Tennis Integrity Unit (TIU) wegen mehrfacher Verstöße gegen die Wettbestimmungen für 20 Monate vom Sport ausgeschlossen.

Wettmanipulationen in 127 Fällen

Kalaitzakis hat zugegeben, auf Tennispartien gewettet zu haben. Eine TIU-Untersuchung ergab, dass er über eine Reihe von Online-Wettkonten verfügte, über die er zwischen 2013 und 2016 insgesamt 127 Wetten auf Matches platzierte. Unter anderem wurde die Seite für alles rund um Online Sportwetten genannt.

Die TIU-Untersuchung ergab auch, dass Kalaitzakis der Organisation keine Kenntnis von Verdacht oder Korruption durch Dritte meldete. Aus diesem Grund entschied die TIU, dass Kalaitzakis, ein Turnierdirektor für Veranstaltungen der International Tennis Federation (ITF) in Griechenland, gegen zwei Abschnitte des Tennis Anti-Corruption Programm (TACP) verstößt.

Laut Abschnitt D.1.a ist es jeder Person verboten, die unter die TACP fällt, entweder direkt oder indirekt Wetten zu platzieren oder den Versuch zu unternehmen, auf das Ergebnis oder einen Aspekt eines Ereignisses oder eines anderen Tennis Wettbewerbs zu wetten.

In Abschnitt D.2.b.ii heißt es weiter, dass jede verwandte Person oder jeder Turnierfunktionär, der eine Person kennt oder vermutet, dass sie eine Straftat begangen hat, dies der TIU so schnell wie möglich melden sollte.

Die unabhängige Beauftragte für Korruptionsbekämpfung, Jane Mulcahy QC, befand Kalaitzakis für schuldig. Sie verhängte eine 20-monatige Sperre sowie eine Geldstrafe von 6.000 USD (5.239 EUR). Vier Monate der Aussetzung sowie die Hälfte der Geldbuße werden ausgesetzt, sofern keine anderen Verstöße begangen werden.

Kalaitzakis ist es untersagt, während der Suspendierung an Tennis-Veranstaltungen, die von den Tennisverbänden genehmigt wurden, teilzunehmen.

24 verdächtige Wett-Aktivitäten zwischen April und Juni

Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem die Tennis Integrity Unit letzte Woche bekannt gegeben hatte, dass die Betreiber zwischen April und Juni bei rund 24 Spielen verdächtige Wett-Aktivitäten gemeldet hatten, während die meisten großen Wettbewerbe aufgrund der Pandemie ausgesetzt wurden.

Darüber hinaus wurde eine rückwirkende Warnung für ein Spiel aus der 125k-Serie der WTA-Tour 2019 eingereicht. Die TIU stellte feste, dass die Anzahl verdächtiger Wett-Benachrichtigungen zu einem Zeitpunkt stattfand, als die meisten Veranstaltungen bereits ausgesetzt wurden.

Erst vor kurzem wurden die Brüder Youssef und Karim Hossam lebenslang von der TIU gesperrt. Einer der Brüder hat über einen Zeitraum von vier Jahren geholfen, Matches zu manipulieren. Er wurde aber im Alter von 24 Jahren 2017 erwischt und ein Jahr später lebenslang suspendiert. Auch sein kleinerer Bruder wurde im Alter von 21 Jahren lebenslang suspendiert.

Es gibt noch viele weitere ähnliche Fälle, die seit dem Entstehen von Sportwetten stattgefunden haben. All das zeigt, dass Spielmanipulationen in der Tennis-Branche und anderen Sportarten ein ernstzunehmendes Problem darstellen. Es müssen in Zukunft dahingehend noch intensivere Untersuchungen vorgenommen werden, damit es erst gar nicht dazu kommen kann.