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Niederlandes Tennisstolz: Wer ist Kiki Bertens?

In Cincinnati besiegte Kiki Bertens vier Top Ten-Spielerinnen in Serie und sicherte sich im August 2018 ihren größten Karrieretitel. Nun ergatterte sie den Titel in St. Petersburg. Kaum zu glauben, dass die Niederländerin 2017 überlegte, ihre Karriere an den Nagel zu hängen.

Der Weg eines angehenden Tennisprofis ist bei weitem nicht immer einfach. Der Niederländerin Kiki Bertens ist das sehr bewusst. Im Alter von sechs Jahren stand sie bereits auf dem Platz und erarbeitete sich mit ihrem Heimattrainer vieles selbst. An Unterstützung ihres Verbandes war gar nicht zu denken. Jahr für Jahr erkämpfte sie sich ihren Platz im Profitennis und blieb nicht erfolglos. 2016 spielte sich die Niederländerin bis ins Halbfinale der French Open, holte sich davor den Titel beim WTA-Turnier in Nürnberg und anschließend dort auch den Doppeltitel.

Die Zweifel bleiben

2016 hatte Bertens gezeigt, dass sie dazugehört. Die kommende Saison verlief zwar ordentlich, jedoch blieb der ersehnte große Einzeltitel aus. Das war der Punkt, an dem die mittlerweile 27-Jährige hinschmeißen wollte. Selber sagt sie dazu: „2017 war ein schwieriges Jahr, nicht nur sportlich. Ich fühlte mich auch außerhalb der Courts auf der Tour nicht wohl“. Damals beschloss sie, sich Zeit zu nehmen. „Ich wollte nicht mehr die ganze Zeit unter Stress stehen“, so Bertens. Ihr Freund und ihr Trainer Raemon Sluiter, mit dem sie seit 2015 zusammenarbeitet, waren ihr zu der Zeit große Stützen. Mit ihnen an der Seite wagte Kiki Bertens einen Neustart.

Selbstvertrauen dank Wimbledon und Cincinnati 2018

In Madrid 2018 erreichte Bertens ihr größtes Sandplatzfinale. In Wimbledon scheiterte sie erst im Viertelfinale gegen ihre gute Freundin Julia Görges. Zuvor bezwang sie auf ihrem Weg in die Runde der besten Acht Venus Williams und Karolina Pliskova. „Diese Erfolge gaben mir ein gewissen Selbstbewusstsein”, begründet Bertens ihren darauffolgenden Sieg in Cincinnati, bei dem sie in Folge vier Top Ten- Spielerinnen schlug und sich die begehrte Trophäe erspielte.

Sie hat nun das spielerische Vertrauen und die körperliche Verfassung, um Großes zu leisten. Wer Bertens 2018 und auch heute beobachtet, wird einen deutlichen Unterschied bezüglich ihrer Athletik und Beweglichkeit entdecken. Die Off-Season scheint harte Fitnesseinheiten in sich gehabt zu haben. Besiegelt hat sie ihr Comeback nun endgültig mit ihrem Titel in St. Petersburg. Im Finale schlug sie Donna Vekic mit 7:6, 6:4 und ist mittlweile auf Platz acht der Rangliste vorgerückt. Es fehlt nicht mehr viel und Bertens löst Betty Stöve (Wimbledonfinalistin 1977, Platz fünf im WTA-Ranking) als bestplatzierte Niederländerin ab.