Alexander Zverev

Zverev rutscht auch bei Neustart auf Sand böse aus

(SID) – Frust statt Freude: Den Neustart auf Sand hatte sich Alexander Zverev in der „Perle des Südens“ ganz anders vorgestellt. Nach seinem misslungenen Saisonauftakt wollte sich Deutschlands bester Tennisspieler beim ATP-Turnier in Marrakesch auf rotem Belag neues Selbstbewusstsein holen. Doch das 6:7, 6:2, 3:6 gegen den Spanier Jaume Munar hat die Zweifel beim Hamburger wohl eher noch verstärkt.

Äußern wollte sich Zverev nach dem K.o. zunächst nicht, enttäuscht verließ er nach seinem entscheidenden Aufschlagverlust (zu null) die Anlage. Zar Alexander und die marokkanische Königsstadt – das passte irgendwie nicht. Wie so vieles in diesem Jahr beim deutschen Hoffnungsträger.

Viele Niederlagen gegen Spieler außerhalb der Top 50

Dabei sollte doch Marrakesch die Wende bringen, Zverev hatte extra seinen Einstieg in die Sandplatzsaison vorgezogen. Auf der kleinen Bühne wollte er sich langsam wieder aufrappeln, nachdem er 2019 schon mehrmals zu Fall gekommen war. Das Match gegen den Weltranglisten-60. Munar wurde zum Fallbeispiel. Von seinen fünf Niederlagen in diesem Jahr verlor er vier gegen Spieler jenseits der 50 im Ranking.

„Das Jahr lief einfach noch nicht. Ich benötige jetzt unbedingt meine Trainingseinheiten und Matchpraxis“, hatte Zverev zuletzt nach seinem frühen Scheitern beim Masters von Miami dem Tennismagazin gesagt. Danach bastelte er zwei Wochen lang in der Wahlheimat Monte Carlo an seiner Form.

Als er bei den Organisatoren in Marrakesch um eine Wildcard bat, wurde sie ihm dankend erteilt. Schließlich war man froh, den Fans die Nummer drei der Welt präsentieren zu können. Und es ging auch zunächst gut los. Gegen den Usbeken Denis Istomin setzte sich Zverev mit 6:4, 6:4 durch und plauderte nach seinem ersten Saisonsieg auf Sand frohgelaunt: „Ich habe gut trainiert, die Atmosphäre ist toll, die Fans auch. Ich bin glücklich, dass ich gewonnen habe.“ Zwei Tage später folgte das Aus.

Zverev: Viele Punkte auf Sand zu verteidigen

Seinen nächsten Auftritt hat Zverev nun beim Masters in Monte Carlo (ab 13. April), dann geht es nach München (ab 28. April). Der Druck wächst. Denn auf Sand hat Zverev viele Punkte zu verteidigen. 2018 erreichte er in Monte Carlo das Halbfinale, gewann München und Madrid (Masters), stand im Finale von Rom (Masters). Bei den French Open zog er dann ins Viertelfinale ein – besser war er nie bei einem der vier Grand Slams.

Ähnliche Großtaten scheinen derzeit außer Reichweite. Seine bisherige Jahresbilanz ist eher mau: Achtelfinal-Aus bei den Australian Open, eine Finalniederlage in Acapulco/Mexiko, jeweils früh gescheitert in Indian Wells (3. Runde) und Miami (2. Runde). Und nun Marrakesch.

Hinzu kamen Begleitumstände, die wenig leistungsfördernd sind und sein dürften. Nachdem die Formkurve in Acapulco endlich angestiegen war, fing sich Zverev vor dem Masters in Indian Wells einen Infekt ein. An Training war nicht zu denken, er habe, berichtete Zverev dem Tennismagazin, in neun Tagen sechs Kilo Gewicht verloren. Hinzu kommt der Rechtsstreit um die Trennung von seinem bisherigen Manager Patricio Apey.