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Patrik Kühnen: Meine besten Profitipps

Fast zehn Jahre (von 2003 bis 2012) war Patrik Kühnen Teamchef der deutschen Davis Cup-Mannschaft. Während seiner aktiven Laufbahn gewann er den Davis Cup als einziger deutscher Spieler dreimal. tennismagazin.de verrät er die besten Übungen, die er jahrelang mit seinen Profis trainierte und gibt zwölf Tipps, mit denen sich Spieler jeder Leistungsstärke auf dem Court verbessern.

1) Schauen Sie auf den Ball

Wer Tennis spielt, weiß: Auf die Konzentration kommt es an! Profis sprechen oft davon, auf dem Platz fokussiert zu sein. Sie spielen dann wie in einem Tunnel und bekommen nichts von dem mit, was neben dem Platz passiert. Anders könnte man sich in einem Stadion mit bis zu 20.000 Zuschauern nicht konzentrieren. Der beste Trick, um diese Fokussierung zu erreichen, ist das ständige Betrachten des Balls. Praxistipp: Schauen Sie die gelbe Kugel so genau an, dass Sie die Nähte erkennen können, vielleicht sogar die einzelnen Filzhärchen. Man blendet dadurch negative Gedanken aus. Und: Man bewegt sich automatisch besser, hat mehr Zeit für die eigenen Schläge und trifft die Bälle sauberer.

2) Arbeiten Sie an Ihrer Schnelligkeit

Die Grundlage für ein sicheres Grundlinienspiel sind flinke Füße. Wenn Sie sich gut bewegen, stehen Sie automatisch besser zum Ball und produzieren weniger Fehler. Sogar technische Schwächen lassen sich mit einer guten Beinarbeit bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wer sich schnell und leichtfüßig bewegt, ist stets in der Lage, das Spiel zu bestimmen. Bei einer schlechteren Beinarbeit werden die Schläge ungenauer und der Gegner bekommt die Chance, den Punkt zu diktieren. Die Folge: Sie geraten in die Defensive und produzieren mehr Fehler – ein Teufelskreis. In den Foto-sequenzen (oben und unten) sehen Sie zwei Übungen, die wir häufig mit dem Davis Cup-Team vor einer Trainingseinheit absolvieren. Es handelt sich um kurze Sprints mit Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen sowie flinke Sidesteps. Neben der Beinarbeit sind auch Fitness und Kraft entscheidend.

Vor allem bei langen Dreisatzmatches kommt es auf die Physis an. Die Kraft in den Oberschenkeln ist für Tennisspieler von großer Bedeutung. Mit dem sogenannten Ausfallschritt (Foto rechts) können Sie diese ideal trainieren, ohne ins Fitnessstudio zu gehen. Sie starten dabei an der Grundlinie und machen so viele Ausfallschritte, bis Sie am Netz ankommen. Je nach Fitnesslevel können Sie die Anzahl der Wiederholungen variieren. Ambitionierten Spielern empfehle ich dreimal den Weg von der Grundlinie zum Netz und wieder zurück. Wichtig: Wer unter Knie- oder Rückenbeschwerden leidet, sollte diese Übung besser meiden. Praxistipp: Wenn Sie Beinarbeit und Fitness verbessern wollen, nehmen Sie sich vor jeder Trainingseinheit für diese drei Übungen einige Minuten Zeit. Dosieren Sie die Anzahl der Wiederholungen nach Ihrem Leistungsstand.

Eine perfekte Übung, um schnelle Schritte und Richtungswechsel zu verbessern, funktioniert folgendermaßen: Legen Sie sich sechs bis zehn Bälle in eine Reihe und sprinten Sie zwei Bälle nach vorn (Foto 1 und 3) und einen rückwärts zurück (Foto 2) – bis Sie vorne angekommen sind.

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