Gräflicher Park Grand Resort Hotel

Gräflicher Park: Ein Hauch von Wimbledon

Rasentennis ist eine Rarität in Deutschland. Eine Ausnahme ist das Gräflicher Park Grand Resort in Bad Driburg. Wir haben die grüne Wohlfühloase am Fuße des Teutoburger Waldes besucht und die Rasenplätze getestet.

Grün, so weit das Auge reicht. Das Betreten des Gräflichen Parks in Bad Driburg am Fuße des Teutoburger Waldes ist nach einer langen Autofahrt wie eine Reise in eine andere Welt. Ein außergewöhnlicher Mix aus Flora und Fauna. Über 80 verschiedene Pflanzensorten und ca. 1.500 Bäume, viele davon selten und mehr als 200 Jahre alt, untermauern den Eindruck der grünen Wohlfühloase. Alles schreit nach Abschalten, Entspannen, Seele baumeln lassen. 65 Hektar (das sind 91 Fußballfelder) umfasst die Parkanlage, die Tradition und Moderne spielend miteinander verbindet.   

Königin Maxima spielte im Gräflichen Park

Damit wir uns nicht verlaufen, nimmt uns Mark Heinemann, Marketingleiter im Resort, mit auf einen Rundgang durch das Naturspektakel – vorbei an  einem Irrgarten, einem Ententeich, einer Kapelle und einem Wildgehege mit Damwild. Der Blick wandert in Richtung Tennisanlage, zu denen zwei mit Rosen umrankten Rasenplätze gehören. Das satte und noch recht junfgfräuliche Grün lacht uns an: „Los, ich bin bereit für eine Partie Rasentennis.“ Auf dem Weg zurück zum Empfang deutet Heinemann auf eines der beiden Restaurants im Park, ein ehemaliger Pferdestall. „Aber zum Glück riecht es nicht mehr so wie in einem Pferdestall“, sagt er.

Gräflicher Park Grand Resort Hotel

Die Rasenplätze sind in einem Top-Zustand.

Wir treffen uns mit Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff, die mit ihrem Mann Marcus das Resort in siebter Generation leitet und die lange Familientradition fortführt. Seit 1781 ist der Park im Besitz der Grafenfamilie von Oeynhausen-Sierstorpff. Der Name ist Programm. Das Motto: „Wir adeln, was wir lieben.“ Man muss lange suchen, um Rasentennisplätze in Deutschland zu finden. Im Gräflichen Park hat Rasentennis eine lange Tradition. „Die Plätze gab es bereits im 19. Jahrhundert. Mein Mann und ich haben die beiden Plätze 1997 neu aufgelegt. Das war uns eine Herzensangelegenheit“, berichtet die Gräfin. Ihr Mann und die drei Kinder sind begeisterte Tennisspieler. Sie selbst spielt nicht. „Ich bin aber ein großer Tennisfan, vor allem von Rafael Nadal, da ich in Spanien aufgewachsen bin. Mein Mann war der Patensohn von Gottfried von Cramm (dreimaliger Finalist in Wimbledon; Anm. d. Red.), der hier in Bad Driburg auf den Rasenplätzen regelmäßig gespielt hat.“ Auch Tommy Haas und Nicolas Kiefer haben im Gräflichen Park aufgeschlagen. „Neulich war Königin Máxima der Niederlande bei uns zu Besuch und hat Rasentennis mit ihrer Tochter gespielt“, sagt die Gräfin.

Tennis auf Rasen ist Luxus

Das nächste Ziel: die Rasenplätze, die wir nun genauer begutachten wollen. Platzwart Heinz-Josef Bickmann berichtet ausführlich über die ausgiebige Pflege, die für das Grün nötig ist. „Jede Woche werden mit Hilfe von drei Personen die Linien mit Rasenmarkierungsfarbe gezogen. Wir mähen in der Spielsaison je nach Bedarf drei bis fünfmal die Woche bis auf sechs Millimeter. Andere Rasenplätze sind doppelt so niedrig, aber bei uns lässt es sich auch sehr gut spielen“, erzählt  er. Die Pflege des Rasens ist eine Wissenschaft für sich und bedeutet ganzjährige Arbeit. „Er muss immer gepflegt werden. Ob nun nur einer spielt oder zehn. Wenn ich eine Woche mal nicht mähen würde, ihn wachsen ließe und dann erst wieder mähen würde, wäre der Platz braun“, schildert er, als wir den Zustand des Grüns begutachten. Man spürt: Bickmann ist mit Leidenschaft dabei. „Rasentennisplätze zu haben ist etwas Besonderes. Es ist Luxus.“ 

Gräflicher Park Grand Resort Hotel

Netzattacke: Vor allem ein passables Volleyspiel ist auf Rasen gefragt.

Es geht auf den Platz zum Spielen. Als Sparringspartnerin steht uns Anna-Lena, die im Gräflichen Park zur Bürokauffrau ausgebildet wird, gegenüber. Wer noch nie Rasentennis gespielt hat, braucht Zeit, um sich an die Begebenheiten zu gewöhnen. Zwar weiß man als langjähriger Tennisspieler, was von dem Spiel auf dem grünen Untergrund ungefähr zu erwarten ist, doch es dauert etwas, bis die Bewegungsabläufe in Fleisch und Blut übergehen. Statt hohem Topspin ist Slice gefragt. Die Beinarbeit ist völlig anders. Wer auf den Ball wartet, hat schon verloren.  Wie sagte einmal Roger Federer über das Spiel auf Rasen: „Gute Schläge werden auf Rasen belohnt. Es gewinnt meist der aggressivere Spieler, aber man muss sich zwingen, aggressiv zu spielen.“

Für Ivan Lendl war Gras „nur was für Kühe“. Für viele ist es die große Liebe und hat Suchtpotential. Rasentennis macht Spaß, findet auch Pferdeliebhaberin Anna-Lena, die nach langjähriger Abstinenz zum Tennis zurückgefunden hat und wieder regelmäßig trainiert. Wer unbedingt auf Rasen spielen und sich den Luxus gönnen möchte, macht mit einem Besuch des Gräflichen Parks in Bad Driburg alles richtig – inklusive Entspannung nach dem Match.