Day Three: The Championships – Wimbledon 2015

Klartext Kiefer: Zverev gehört ins Team

Deutschland trifft in der Davis Cup-Relegation auf die Dominikanische Republik. Nicolas Kiefer fordert das Debüt von Alexander Zverev – und einen klaren Sieg. 



Deutschland gegen die Dominikanische Republik – für beide Teams ist das ein Glückslos. Deutschland ist haushoher Favorit und muss die Partie klar gewinnen. Und für die Dominikanische Republik ist es wie ein Sechser im Lotto, zuhause gegen eine Traditionsnation wie unsere um den Aufstieg in die Weltgruppe spielen zu dürfen. Ich bin sicher, dass die Gastgeber bis zur totalen Erschöpfung kämpfen werden – und die Deutschen eine spezielle Atmosphäre erwarten wird.

Klartext Kiefer

Tour-Insider: Nicolas Kiefer war von 1995 bis 2010 Profi. Heute arbeitet der 37-Jährige als Trainer und TV-Experte – und als Kolumnist für tennis MAGAZIN.

Die Dominikaner werden ihr Team frenetisch anfeuern, es wird hitzig zugehen, aber ich bin sicher, dass die Zuschauer fair bleiben. Die Menschen in der Karibik bringen eine besondere Mentalität mit, in der vor allem der Spaß im Vordergrund steht. Sportereignisse dieser Größenordnung sind in der Dominikanischen Republik auch für Fans eine Seltenheit. Gerade für die Nummer eins Victor Estrella Burgos, immerhin Top 50-Spieler, wird die Begegnung aus diesem Grund das wahrscheinlich größte Highlight seiner Karriere. Er ist der Star des Teams – und für ihn hat der Davis Cup eine größere Bedeutung als für viele europäische Profis.

Für das deutsche Team ist klar: Es zählt nur ein Sieg in der Relegation! Auch wenn die Weltranglisten-Position Burgos zumindest gegen den zweiten deutschen Einzelspieler favorisiert, muss ein klarer Sieg das Ziel sein und die Reise mit Selbstvertrauen angetreten werden. Wer Mitte September für Deutschland nominiert werden sollte? Auf jeden Fall Alexander Zverev! Ich war überrascht, dass Teamchef Michael Kohlmann vor der Partie im März gegen Frankreich nicht mit ihm gesprochen hatte. Zverev erzählte mir, es habe ihm bis heute niemand erklärt, warum er damals nicht einmal angerufen wurde.

Der Abstieg wäre ein neuer Tiefpunkt

Dabei ist es extrem wichtig, das größte deutsche Talent so frühzeitig wie möglich an das Davis Cup-Team heranzuführen. Er wird in den kommenden Jahren der wahrscheinlich wichtigste Spieler für den DTB werden. Jede Erfahrung im Davis Cup – und sei es nur als Ersatzspieler auf der Bank – wird ihn weiter reifen lassen. Spielerisch hat er kürzlich mit dem Erreichen des Halbfinals in Bastad erneut bewiesen, dass er stark genug ist, um bald den Sprung in die Top 50 zu schaffen.

Neben Zverev wird als Nummer eins Philipp Kohlschreiber gesetzt sein. Ich würde außerdem Dustin Brown mitnehmen – weil er in Wimbledon gezeigt hat, dass er zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist und vor allem, weil er im Doppel neben Kohlschreiber eine wichtige Rolle spielen kann. Außerdem tut er dem Team mit seiner lockeren und unkomplizierten Art gut. Philipp Petzschner wäre als weiterer Doppelspezialist in diesem Fall überflüssig, obwohl er zuletzt in Wimbledon stark spielte. Stattdessen sollte Jan-Lennard Struff trotz Formkrise eine Chance bekommen. Ihn wird das Team in den nächsten Jahren brauchen – hoffentlich in der Weltgruppe.

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  1. Alex

    Es wäre gut Zverev mitzunehmen, um schon einmal Davis Cup Luft zu schnuppern. Auch an solche Situationen muss ein junger Spieler herangeführt werden. Es wäre nicht gut, wenn er eines schönen Tages ins kalte Wasser geworfen wird, weil man keine andere Alternative mehr hat.


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