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Deutsches Davis Cup-Team: „Bereit für große Spiele“

Beitragsbild: Twitter @DTB_Tennis

Das deutsche Davis-Cup-Team um Jungstar Alexander Zverev spielt ab Freitag in Valencia gegen Spanien um den Einzug ins Halbfinale. Die Gastgeber gelten auch dank „Sandplatzgott“ Rafael Nadal als Favoriten.

Valencia – Im prunkvollen Rathaussaal von Valencia sendete Alexander Zverev eine mutige Kampfansage an Rafael Nadal und dessen Kollegen. „Ich bin froh, dass ich hier bin, und ich bin bereit für große Spiele“, sagte Deutschlands Spitzenspieler bei der Auslosung vor dem Davis-Cup-Viertelfinale gegen die Spanier und deren wiedergenesenen Superstar. Deutschlands Tennis-Matadore um den Weltranglistenvierten Zverev fühlen sich bestens gewappnet für das heiße Nationenduell in der imposanten Stierkampfarena.

Für sein Auftaktspiel am Freitag (11.30 Uhr/DAZN und kicker) gegen den aus Valencia stammenden Lokalmatador David Ferrer will Zverev trotz des Jetlags nach seinem Finaleinzug beim ATP-Masters in der Vorwoche in Miami hellwach sein. „Das wird kein einfaches Match, das weiß ich“, betonte er. Der Morgen sei nach der Zeitumstellung noch etwas hart, bekannte der 20-Jährige, „doch danach sollte es kein Thema mehr sein.“

Kohlschreiber: „Ich habe nichts zu verlieren“

In der zweiten Partie des Tages bekommt es Philipp Kohlschreiber mit Branchenführer Nadal zu tun. „Rafael Nadal ist sicherlich der Sandplatzgott der letzten Jahre“, sagte der Augsburger: „Aber ich habe nichts zu verlieren, das sollte ich zu meinem Vorteil nutzen.“ Für das Doppel am Samstag (14.00 Uhr) nominierte Deutschlands Kapitän Michael Kohlmann wie erwartet Jan-Lennard Struff und Tim Pütz, die auf Feliciano Lopez und den kurzfristig für Pablo Carreno Busta ins Team gerückten Doppel-Olympiasieger Marc Lopez treffen.

Die Hürde auf dem Weg ins erste Davis-Cup-Halbfinale seit 2007 könnte für das deutsche Team größer kaum sein. Rückkehrer Nadal, über dessen ersten Einsatz nach einer Ende Januar erlittenen Verletzung am Hüftbeuger bis zuletzt spekuliert worden war, hat 22 seiner 23 Davis-Cup-Partien gewonnen, auch sonst gelten die Gastgeber auf ihrem Lieblingsbelag als Favoriten. „Ich glaube, es gibt im Moment keine bessere Heimmannschaft als Spanien auf Sand und mit Nadal“, sagte Kohlmann.

Unvergleichliche Atmosphäre mitten in der Innenstadt

Doch die deutsche Auswahl glaubt fest an ihre Chance. Neben Führungsspieler Zverev hatte auch Kohlschreiber zuletzt ansteigende Form bewiesen, das Duo Struff/Pütz, das beim Relegationsspiel gegen Portugal und beim Erstrunden-Sieg in Australien (3:1) überzeugte, ist nach 20 gemeinsamen Auftritten in verschiedensten Wettbewerben noch immer ungeschlagen.

Das Duell gegen Spanien ist in jedem Fall schon vor dem ersten Ballwechsel beste Werbung für den zuletzt vermehrt in der Kritik stehenden traditionsreichen Länder-Wettkampf. Anders als zuletzt so häufig sind diesmal alle Stars dabei, die eindrucksvolle „Plaza de Toros“ mitten im Stadtzentrum verspricht eine unvergleichliche Atmosphäre. „Das kannst du mit Geld gar nicht wettmachen“, schwärmte deshalb auch Deutschlands Tennis-Ikone Becker, der in seiner Funktion als Head of Men’s Tennis beim DTB erneut Teil des Team ist.

Dem vom Weltverband ITF angeregten Plan, den Davis Cup ab 2019 durch einen sogenannten „World Cup of Tennis“ an einem festen Ort und binnen einer Woche im November zu ersetzen, können die Deutschen deshalb wenig abgewinnen. „Er muss renoviert werden, braucht ein neues Make-up“, sprach sich unter anderem Becker für eine moderatere Reform aus. Eine spektakuläre Tennis-Schlacht am Wochenende könnte dafür zusätzlich Argumente liefern.

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