Die WTA-Finals in Indian Wells starten am 8. November. Mit dabei: die amtierende Roland Garros-Siegerin Mirra Andreeva.
Im Format „Die Saison von …“ findet Ihr alle Infos über die besten acht Spielerinnen der Saison: Erstmals im Einzel qualifizierte sich Mirra Andreeva für den prestigeträchtigen Saisonabschluss. 2025 gab Andreeva ihr Doppel-Debüt bei den WTA-Finals. In der Hauptstadt von Saudi Arabien, Riad, spielte die Teenagerin an der Seite von Diana Shnaider.
Erfolg in Adelaide zu Saisonstart
Die Saison startete erfolgreich für Andreeva. Beim Adelaide International sicherte sie sich ihren ersten Saison-Titel. Im Finale des WTA-500-Turniers schlug sie die Kanadiern Victoria Mboko deutlich in zwei Sätzen (6:3, 6:1). Nach ihrem Triumph kletterte sie auf Rang sieben der Weltrangliste (ihr damaliger Höchstwert). Bei den Australian Open in Melbourne scheiterte Andreeva im Achtelfinale an Elina Svitolina.
Bei den Masters zu Saison-Beginn blieb der große Erfolg zunächst aus. In Doha scheiterte Andreeva im Achtelfinale in einem Dreisatz-Match an Mboko. In Dubai erreichte sie das Viertelfinale. In Indian Wells ging sie als Titelverteidigerin an den Start. Im vergangenen Jahr hatte sie im Finale mit nur 17 Jahren die damalige Weltranglistenerste, Aryna Sabalenka, besiegt. In diesem Jahr war schon in Runde drei Endstation. Bei den Miami Open verlor Andreeva erneut gegen Mboko in drei Sätzen (Achtelfinale).
Andreeva triumphiert in Linz
Zurück in Europa sicherte sich die Russin ihren zweiten Einzel-Titel der Saison. Beim WTA-500-Hallenturnier in Linz auf Sand besiegte sie Anastasia Potapova (1:6, 6:4 und 6:3). In Stuttgart musste Andreeva sich der späteren Turniersiegerin Elena Rybakina in zwei Sätzen im Halbfinale geschlagen geben. Bei den Madrid Open behielt die Teenagerin ihre Topform bei und spielte sich bis ins Finale. Dort verlor sie gegen die Ukrainerin Marta Kostjuk. In Rom kam sie bis ins Viertelfinale.
Erster Grand Slam-Titel in Paris
In der französischen Hauptstadt erfüllte sich Andreeva dann als Teenagerin einen Traum: Sie gewann ihren ersten Grand Slam-Titel. Im Endspiel besiegte sie Maja Chwalinska, die sich von der Qualifikation bis ins Finale gespielt hatte. Mit 6:3 und 6:2 machte die 19-Jährige ihren „Teenage Dream“ perfekt.
Bild: ImagoGewann ihren ersten Grand Slam-Titel in Paris mit 19 Jahren: Mirra Andreeva.
Mit ihrer anschließenden Siegesrede ging Andreeva viral. „Ich möchte mir selbst danken“, sagte die Teenagerin. Mittlerweile sind die Dankesreden an sich selbst ein Markenzeichen der Roland Garros-Siegerin. Andreeva war passend gekleidet. „I want to thank myself“ stand auf ihrer Jacke. Inspiriert wurden ihre Danksagungen an sich selbst von dem US-amerikanischen Rapper Snoop Dogg.
Form-Tief nach Roland Garros
Mit einem so großen Erfolg gehen viel Druck und jede Menge Erwartungen einher. Seit Paris sind noch mehr Augen auf die Teenagerin gerichtet. Nach ihrem French Open-Sieg stand Andreeva auf Rang sechs der Weltrangliste.
Der Wechsel von Sand auf Rasen verlief weniger erfolgreich für die junge Russin. In Bad Homburg verlor sie direkt ihr erstes Match. Auch in Wimbledon war in Runde zwei Endstation. Sie scheiterte an Barbora Krejčíková. Die Tschechin gewann 2024 an der Church Road.
Auch der nordamerikanische Hardcourt-Swing startete wenig erfolgreich. In Toronto verlor sie in Runde zwei gegen die Kanadierin Leylah Fernández. In Cincinnati unterlag sie Marta Kostjuk im Achtelfinale.
Andreeva in New York: „Ich dachte ich muss jetzt jedes Match gewinnen.“
Bei den US Open fand Andreeva dann zu ihrem Spiel zurück. Seit ihrem Sieg auf dem Court Philippe-Chatrier, erreichte sie in New York ihr seitdem bestes Ergebnis und auch ihr bestes Ergebnis bei den US-Open.
„Ich wusste nicht, was ich zu Turnierbeginn erwarten würde, da meine Ergebnisse hier bisher nicht die besten waren“, erklärte die 19-Jährige vor Ort. Bisher war das Erreichen der dritten Runde ihr bestes Ergebnis im Big Apple. In diesem Jahr schaffte sie es bis ins Viertelfinale, in welchem sie sich ihrer Angstgegnerin Coco Gauff geschlagen geben musste.
Im direkten Vergleich führt die US-Amerikanerin mit 6:0 Siegen. Ihren ersten Sieg hätte Andreeva im Arthur Ashe-Stadium fast errungen. Im zweiten Satz wehrte Gauff zwei Matchbälle ab und zog nach dem gewonnen Dreisatz-Match (2:6, 7:6, 6:2) ins Halbfinale ein.
Vor ihrem Duell mit Gauff sprach Andreeva über den Druck, der mit dem Titel Grand Slam-Champion einhergeht. „Nach meinem Sieg bei den French Open hatte ich das Gefühl, dass ich jedes Spiel gewinnen muss, das ich spiele“, erklärte Andreeva in Flushing Meadows.
Ihre Strategie habe sie geändert. Sie beschrieb: „Jetzt gehe ich es so an, dass ich mir sage: ‚Okay, Ich habe gewonnen, keinen Grand Slam, ich habe einfach nur ein weiteres Turnier gewonnen.‘ Ich versuche einfach zu vergessen, dass es ein Grand Slam war. Ich versuche nicht darüber nachzudenken oder es zu überdenken.“
Nächster Stop: WTA-Finals in Indian Wells
Ihr Plan schien aufzugehen. Auf der Asien-Tour erreichte Andreeva in Singapur das Viertelfinale und spielte sich bei den China Open in Beijing bis ins Finale. Dort verlor sie in zwei Sätzen (5:7, 4:6) gegen Zheng Qinwen, die als erste Chinesin das Turnier gewinnen konnte.
Als Nummer drei der Welt reist Andreeva in die kalifornische Wüste, wo sie 2025 ihren zweiten WTA-1000-Titel gewann. In diesem Jahr reichte es nur bis in die dritte Runde, in welcher sie sich der Tschechin Kateřina Siniaková geschlagen geben musste. Das Dreisatz-Match sorgte im März für Schlagzeilen. Andreeva zertrümmerte frustriert einen Schläger auf dem Court.
Als die junge Russin den Platz verlies, rief sie „F*** you all“ in Richtung buhender Zuschauer. Später räumte sie ein, daran arbeiten zu wollen, ihre Emotionen auf dem Platz besser zu kontrollieren. „Darauf bin ich nicht stolz“, sagte Andreeva über ihr Verhalten auf dem Court.
Im „Served with Andy Roddick“-Podcast sprach Andreeva, die sich selbst als emotionale Person beschrieb, im Juli darüber, als junge Spielerin auf einer öffentlichen Bühne zu performen. „Irgendwann wird es im Netz landen“, sagte die Paris-Siegerin.
Bild: ImagoTritt in diesem Jahr erstmals im Einzel bei den WTA-Finals an: Mirra Andreeva.
Bei den WTA-Finals ab dem 8. November wird sich zeigen, ob Andreeva zum Jahresabschluss die Nerven behält. In den vergangenen n Monaten zeigte sie sich auf dem Court deutlich gefasster und fokussierter. In der Gruppenphase spielt die Teenagerin in Gruppe zwei, ebenso wie Aryna Sabalenka, Elina Svitolina und Karolina Muchova.