Alexandra Eala startete in der Saison 2026 durch. Über ihre Reise ins Rampenlicht sprach sie im Podcast „Pretty Tough“ ihres Idols Maria Sharapova.
Alexandra Eala ist mit nur 21 Jahren die erfolgreichste Spielerin ihrer Nation. In ihrer Heimat, den Philippinen, ist sie bereits zu einem echten Star geworden. Aber nicht nur im Inselstaat in Südostasien: Überall wo Eala spielt, sind die Zuschauerränge gefüllt.
Ealas Idole: Maria Sharapova und Rafael Nadal
Anfang Oktober sprach die ehemalige Weltranglistenerste, Maria Sharapova, in ihrem Podcast „Pretty Tough“ mit einem besonderen Gast: Alexandra Eala. Die Strahlkraft der Philippinerin zeigte sich in den Aufrufen. Die etwa einstündige Video-Podcast-Folge auf YouTube ist mit über 900.000 Klicks die Episode mit den meisten Aufrufen. Der Podcast präsentiert Eala als disziplinierte, selbstbewusste und zugleich verantwortungsbewusste Spielerin, die sich den Herausforderungen ihres wachsenden Bekanntheitsgrades reflektiert stellt.
Eala: „Das ist keine KI“
„Das ist ein Traum für mich“, sagte Eala im Podcast-Studio. Maria Sharapova ist ihr großes Vorbild. Im Netz kursierte seit längerem ein Foto, das Eala in jungen Jahren gemeinsam mit der fünffachen Grand Slam-Siegerin zeigt. „Das ist echt. Das ist keine KI“, erklärte Eala.
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Ebenfalls ein Vorbild von Eala: Rafael Nadal. Besonders beeindrucke sie der Kampfgeist des 22-fachen Grand Slam-Champions und „die Fähigkeit, zu leiden“. Im Alter von 13 Jahren zog die Hoffnung aus den Philippinen mit Hilfe eines Stipendiums nach Mallorca (Manacor), um ihre Ausbildung an der Rafa Nadal Academy zu beginnen.
Zuvor wurde Eala bis zu ihrem 13. Lebensjahr von ihrem Großvater trainiert. Vor ihrem Umzug, erzählt Eala, habe er ihr einen wichtigen Ratschlag mit auf den Weg gegeben: „Du musst lernbereit sein“ („You have to be coachable“).
Über das Training mit ihrem Großvater sagte Eala: „Ich hatte von klein auf einen sehr strengen Trainingsplan. Ich musste schon in jungen Jahren mit Druck umgehen. Rückblickend bin ich dafür sehr dankbar, denn meine mentale Stärke verdanke ich zu einem großen Teil meiner Erziehung und dem Training, das ich schon in jungen Jahren absolviert habe.“
Eala: „Das war meine Chance“
Die Entscheidung, in ein fremdes Land zu ziehen, sei Eala leicht gefallen, berichtete sie. „Für mich war es ganz klar ein Ja. Ich dachte mir: ‚Das ist meine Chance!‘ und ich glaube, mit 13 versteht man noch nicht, was es bedeutet, in ein völlig anderes Land zu ziehen“, erzählte sie. Ealas älterer Bruder Miko trainierte ebenfalls an der Akademy von Nadal.
Nach dem Norweger Caspar Ruud, ist Eala die erfolgreichste Nachwuchshoffnung der Akademie. Im Herbst stand die Linkshänderin auf der Liste der einflussreichsten Personen 2026 der TIME100 in der Kategorie „Innovators“. Ihr Porträt wurde von Rafael Nadal verfasst. „Alexandra Eala war die erste Spielern, mit der ich nach meinem Rücktritt wieder auf dem Platz stand“, schrieb er.
Außerdem: „Eine ihrer größten Stärken ist ihre Fähigkeit, zuzuhören, zu lernen und sich ständig weiterzuentwickeln.“ Zudem lobte der 14-fache Roland Garros-Sieger den Umgang der 21 jahre alten Philippinerin damit, „in so jungen Jahren zu einem echten Phänomen zu werden“ und hob ihre Bodenständigkeit hervor.
Eala teilte in Sharapovas Podcast den wichtigsten Ratschlag, den sie von Rafael Nadal erhalten hatte. „‚Umgib dich mit guten Menschen.‘ Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig das ist. Du brauchst keinen großen Kreis, sondern nur einen guten, einen soliden“, sagte Eala überzeugt.
Eala: „Du hast bewiesen dass du es schaffst, das heißt nicht, dass du angekommen bist“
Nadal schrieb es in seinem Porträt über Eala: Sie ist zu einem Phänomen geworden. Schon als Juniorin feierte sie Erfolge. Im Alter von zwölf Jahren sorgte sie mit dem Sieg bei den „Les Petits As“ für internationales Aufsehen. Damals setzte sie sich gegen die amtierende Wimbledon-Siegerin Linda Noskova durch.
Ihr bedeutendster Einzelerfolg war der Sieg bei den US Open 2022 bei den Juniorinnen. Schon in jungen Jahren prägte sie die philippinischen Geschichtsbücher im Tennis. Sie war die erste Spielerin von den Philippinen, die einen Grand Slam-Titel im Einzel (Juniorinnen oder Profis) erringen konnte.
Bild: ImagoWar schon als Juniorin erfolgreich: Alexandra Eala. Foto: Jürgen Hasenkopf
2025 machte sie erstmal auf der Profi-Tour auf sich aufmerksam. Beim Masters in Miami zog sie überraschend ins Halbfinale ein. Dort musste sie sich knapp in drei Sätzen der US-Amerikanerin Jessica Pegula geschlagen geben. Mit einer Wildcard als Nummer 140 der Welt war Eala ins Turnier gestartet und schlug auf dem Weg ins Halbfinale Jelena Ostapenko (French Open-Siegerin 2017), Madison Keys (Australian Open-Siegerin 2025) und Iga Swiatek (sechsfache Grand Slam-Siegerin).
„Ich habe mir gesagt: Du kannst dieses Niveau erreichen, du hast bewiesen, dass du es schaffst, aber das heißt nicht, dass du schon auf diesem Niveau angekommen bist“, erzählte die Pionieren aus den Philippinen im Pretty Tough-Podcast. Bezüglich der daraus resultierenden Aufmerksamkeit sagte Eala: „Mein Verhältnis zur öffentlichen Meinung ist, glaube ich, recht gesund. Ich glaube, dass sie sehr flüchtig ist, deshalb kann ich mich davon gut abgrenzen. Ich bin von meiner eigenen Meinung überzeugt und habe großes Vertrauen in mein Team.“
2026: Eala wird zum Phänomen
Umso mehr im Rampenlicht steht Eala seit diesem Jahr: Sie spielte die bisher erfolgreichste Saison ihrer Karriere. Ein besonderer Moment: Auf dem Centre Court von Wimbledon besiegt Eala die Titelverteidigerin Iga Swiatek in zwei Sätzen. Damit erreichte sie Historisches: Als erste Spielerin ihrer Nation zog sie in die vierte Runde eines Grand Slam-Turniers ein.
Besonders in Erinnerung blieb ihr anschließendes On Court-Interview. Die philippinische Pionierin sagte: „Für jemanden wie Iga, die schon so viele Slams gewonnen hat (…), mag dieser Erfolg klein erscheinen, aber für jemanden, der auf den Philippinen aufgewachsen ist … Ich bin jeden Tag nach der Schule mit meinem Bruder und meinem Großvater zum Training gegangen – mit meinen Rüschensocken, meinen Schuhen mit Leuchtfunktion und meinen runden Wangen – für dieses kleine Mädchen bedeutet das hier einfach alles.“
Beim Seitenwechsel bei 5:2 im zweiten Satz habe sie an ihr jüngeres Ich und ihren großen Wimbledon-Traum gedacht, erzählte sie im Sharapova-Podcast. Sie erzählte:„Wimbledon ist mein Lieblings-Slam. Ich habe von klein auf die Tradition geliebt. Ich fand es sehr elegant – das Weiß auf dem grünen Rasen.“ „Einfach verrückt, wenn man bedenkt, dass ich dort gespielt habe.“
Bild: ImagoIm Rampenlicht angekommen: Alexandra Eala bei ihrem Lieblings-Grand Slam in Wimbledon.
Im „Served with Andy Roddick“-Podcast verkündete Eala ihren großen Traum: eines Tages das prestigeträchtigste Turnier der Welt zu gewinnen.
Venus Williams: „Alex ist ein Weltstar“
Wimbledon sollte erst der Anfang sein. In den darauffolgenden Wochen füllte Eala die Stadien mit philippinischen Flaggen. In Washington D.C. gewann sie ihren ersten WTA-Titel – als erste Philippinerin jemals. Besonders in Städten mit großen philippinischen Gemeinden, wie zum Beispiel in Toronto, Kanada, sprachen viele vom Eala-Effekt. Tickets waren in Rekordzeit ausverkauft. „So etwas haben wir noch nie so früh im Turnier gesehen“, sagte Turnierdirektor Karl Hale bei den National Bank Open.
Um es mit den Worten von Venus Williams zu sagen: „Alex ist ein Weltstar.“ Das sagte die Tennislegende bei den Canadian Open über ihre gelegentliche Doppelpartnerin.
Ihr wachsender Bekanntheitsgrad ist mit neuen Herausforderungen, Erwartungen und Druck verbunden. „Es kann schwer sein. Es bringt definitiv Druck mit sich. Aber ich verstehe, welche Bedeutung diese Rolle hat und ich weiß, dass es ein großes Publikum gibt, das zu mir aufschaut“, gab Eala im „Pretty Tough“-Podcast zu.
Eala: „Es lohnt sich“
Seit Monaten sind viele Augen auf die 21-Jährige gerichtet. Auf dem Court wächst der Druck, gewinnen zu müssen. Eala ist nicht mehr der „Underdog“. „Um Billie Jean King zu zitieren: ‚Druck ist ein Privileg‘. Ich erlebe erstmals, dass ich in einer Situation bin, in der von mir erwartet wird, dass ich gewinne (…), aber ich bin gerne in dieser Position“, sagte Eala. Dabei ihre Bodenständigkeit nicht zu verlieren, helfe ihr vor allem ihre Familie und ihre Freunde. Auch Tennis, der Sport selbst: „Man verliert so gut wie jede Woche.“
Im August zog Eala erstmals in ihrer Karriere in die Top 20 ein. Sie erreichte etliche Meilensteine für das philippinische Tennis und kletterte auf ein Career-High von Rang 18. Ihrem 13-Jährigen-Ich, das kurz vor dem Abflug nach Mallorca stand, würde sie sagen: „Ich würde nichts ändern. Mach es einfach, gib dein Bestes, bleib so, wie du bist – es lohnt sich.“
Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.