Amanda Anisimova

Mail aus Melbourne: Neue Teenager-Sensation – Wer ist Amanda Anisimova?

Amanda Anisimova, 17 Jahre alt und jüngste Spielerin im Feld, steht bei den Australian Open im Achtelfinale – in beeindruckender Manier. Wer ist die Teenagerin aus den USA?

Als letztes Jahr bei den Australian Open die 15-jährige Marta Kostyuk als Qualifikantin die dritte Runde erreichte, war die Aufregung groß. Ist da ein neues Wunderkind im Anmarsch? Kostyuk, mittlerweile 16 ½ Jahre alt, konnte an den starken Saisonstart in Melbourne nicht anknüpfen. Die Ukrainerin wartet noch auf den Einzug in die Top 100. Dieses Jahr in Melbourne gehören die Schlagzeilen Amanda Anisimova. Die 17-Jährige, jüngste Spielerin in der Damenkonkurrenz, hat das Achtelfinale erreicht – und das in extrem überzeugender Manier. In der zweiten Runde besiegte sie die an 24 gesetzte Lesia Tsurenko mit 6:0, 6:2. Heute schoss sie die als Geheimfavoritin gehandelte Weißrussin Aryna Sabalenka , Nummer elf der Welt, mit 6:3, 6:2 vom Platz.

Anisimova: „Ich möchte das Turnier gewinnen”

„Das war wahrscheinlich eines der besten Matches meines Lebens“, freute sich Anisimova. Die Teenagerin hat Großes vor. „Ich möchte das Turnier gewinnen“, sagte sie forsch, als sie nach ihrem Traum befragt wurde. Wer ist die 17-jährige US-Amerikanerin? Als Kind russischer Eltern wurde Anisimova in Freehold im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Die Familie zog nach Florida, um bessere Trainingsmöglichkeiten zu haben. Früh wurde alles auf eine erfolgreiche Tenniskarriere ausgerichtet. Anisimova schlug mit zwei Jahren die ersten Bälle, ihr Vater ist bis heute ihr hauptamtlicher Trainer. Statt eine reguläre Schule zu besuchen, wird sie zu Hause unterrichtet. „Es kümmert mich nicht, dass ich nicht zur Schule gehe oder wie eine normale Person sein kann. Tennis ist das, was ich genieße“, sagte sie im Jahr 2017 gegenüber der „New York Times“.

Anisimova fühlt sich durch und durch als US-Amerikanerin. „Ich habe nie in Betracht gezogen, für Russland zu spielen.“ Ihre Karriere als Juniorin ist überzeugend: Finale bei den French Open mit 14, Titel bei den US Open mit 16, Nummer zwei der Welt. Doch es soll so schnell wie möglich auf die große Bühne gehen. Kurz vor ihrem 15. Geburtstag geht sie bei den US Open in der Qualifikation an den Start und gewinnt eine Runde. Der Durchbruch auf der Damentour gelingt ihr letztes Jahr in Indian Wells. Mit drei klaren Siegen, darunter gegen Petra Kvitova, spielt sie sich ins Achtelfinale vor, wo sie gegen Karolina Pliskova scheitert.

Fußverletzung stoppt Anisimovas Aufstieg

Ihr Aufstieg im WTA-Ranking wird jäh gebremst, als sie sich kurz darauf in Miami eine Fußverletzung zuzieht und nach dem Auftaktsieg aus dem Turnier zurückziehen muss. Sie muss sechs Wochen eine Fußmanschette tragen und zwei Wochen auf Krücken gehen. „Das war frustrierend, weil ich zu dieser Zeit gut gespielt habe. Ich musste erst mal wieder dahin kommen, wo ich war.” Erst vier Monate später kehrt sie auf den Platz zurück. Im August kommt sie in Cincinnati ins Achtelfinale, im September erreicht sie in Hiroshima ihr erstes Finale auf der WTA-Tour und zieht in die Top 100 ein. In Melbourne folgte nun der nächste große Schritt. Die Art und Weise, wie Anisimova das Achtelfinale erreicht hat, ist beeindruckend.

„Es benötigt viel mentale Vorbereitung, um gegen die Topspielerinnen zu spielen. In Indian Wells habe ich gelernt, wie viel es benötigt“, sagt sie. Nun gibt es im Achtelfinale ein Wiedersehen mit Petra Kvitova, die sie vor zehn Monaten in der kalifornischen Wüste mit 6:2, 6:4 besiegte. Anisimovas Idol ist Maria Sharapova. „Ich habe immer zu ihr aufgeschaut und ihre Matches gesehen, als ich klein war. Sie ist eine tolle Person, auch abseits des Platzes.“ Eine andere Karriereoption als Tennisprofi gab es nicht für die 17-Jährige – mit einer kleinen Einschränkung. „Wenn ich nicht Tennis spielen würde, wäre ich gerne Chirurgin geworden. Während meiner Profikarriere möchte ich ans Online-College gehen und danach zur medizinischen Schule, wenn ich fertig bin.“ Die Initialen AA stehen für Champions im US-amerikanischen Tennis: Andre Agassi, Arthur Ashe und bald auch Amanda Anisimova?


  1. Günter Göttfert

    Liest das niemand durch bevor es veröffentlicht wird? – Rechtschreibfehler!

    Anonsten süßes, sympathisches Mädel. Wenn man dann allerdings Ihren Bericht liest, schwindet die Sympathie. Wieder so ein Retortenkind, seit Babyjahren auf die Tenniskarriere hingedrillt. Eigener Vater Trainer, geht nicht mal zur Schule….. Kommt einem alles bekannt vor. Und zu alledem aus Exilrussischer Familie.
    Aber vielleicht gehts nicht mehr anders in unserer Zeit um in Leistungssport ganz oben mitmischen zu können; – trotzdem wäre mit ein Teenager der selbst während der Schulzeit aus Freude zum Tennissport kommt und im kleinen Club durch Talent auf sich aufmerksam macht und es zusätzlich zu Schule und/oder Ausbildung schafft, lieber!


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