2018 Australian Open – Day 8

Angelique Kerber vs. Simona Halep – Der große Vergleich

Gegen sechs Uhr morgens deutscher Zeit ist es soweit: Angelique Kerber startet im Halbfinale der Australian Open gegen die Weltranglistenerste Simona Halep. Wir machen den großen Vergleich: Wer hat was gewonnen? Und wie ist die aktuelle Form? Und: Was ist die Prognose der Redaktion?



  1. Weltrangliste

In der ersten und einfachsten Kategorie hat Simona Halep die Nase vorne: Derzeit thront die Rumänin ganz oben in der Weltrangliste. Aber: Kerber wird nach der Australian Open wieder in der Top 10 sein, wahrscheinlich auf Platz 9. Die Lücke ist daher weniger groß, als sie den Anschein erweckt.

  1. Turniersiege

Angelique Kerber konnte in ihrer bisherigen Karriere 11 WTA Titel gewinnen. Auch in dieser Kategorie liegt Halep allerdings vorne: Die Rumänin hat insgesamt schon 16 Tuniere gewonnen. Aber: Halep wartet bis heute auf ihren ersten Grand Slam-Sieg, Kerber hingegen konnte hiervon schon zwei sammeln (Australien Open 2016, US Open 2016).

Angelique Kerber bei ihrem Grand Slam-Sieg in Melbourne 2016.

  1. Preisgeld

Die fehlenden Grand Slam-Siege könnten auch erklären, warum Halep bislang insgesamt weniger Preisgeld verdient hat als Kerber. Aber: Verstecken muss sich in dieser Hinsicht keine der beiden Damen. Während Kerber auf insgesamt 21.607.604 US-Dollar Preisgeld kommt, schafft auch Halep beeindruckende 20.912.291 US-Dollar.

  1. Bisheriges Jahr

Das bisherige Jahr verläuft für beide Spielerinnen exzellent: Keine der beiden hat musste bisher eine Niederlage erleiden. In der offiziellen Wertung der WTA haben beide 10 Siege aus 10 Spielen geholt. Inoffiziell kommen bei Kerber noch einmal vier Siege dazu, die sie beim Hopman Cup sammeln konnte. Dennoch: In dieser Kategorie liegen Halep und Kerber gleichauf.

  1. Weg ins Halbfinale

Simona Halep schlug in der ersten Runde Destanee Aiava (Nr. 193) zwar ohne Satzverlust, aber dennoch mit einigen kleineren Problemen im ersten Satz. In der zweiten Runde gegen Eugenie Bouchard (Nr. 112) hatte sie jedoch keine Probleme. In der dritten Runde gegen Lauren Davis (Nr. 76) verlor die Rumänin ihren ersten Satz im Tunier und lieferte sich im dritten Satz ein packendes Duell, welches mit einem 15:13 nach 3:45 Stunden für Halep endete. Im Anschluss kam Halep ohne größere Probleme und ohne Satzverlust gegen Naomi Osaka (Nr. 72) und Karolina Pliskova (Nr. 6) weiter.

Simona Halep nach ihrem Sieg gegen Lauren Davis.

Angelique Kerber startete gegen ihre Landsfrau Anna-Lena Friedsam (Nr. 388) souverän in das Tunier. Auch gegen Donna Vekic (Nr. 52), die von Kerbers ehemaligen Trainer Torben Beltz trainiert wird, hatte die 30-Jährige keinerlei Probleme. In der dritten Runde eliminierte Kerber Maria Sharapova (Nr. 48) mit 6:1, 6:3. Gegen die Nr. 88 der Weltrangliste Su-Wei Hsieh gab Kerber im Achtelfinale den ersten Satz des Tuniers ab. Unbeirrt davon kämpfte sie sich zu einem letztlich verdienten Sieg. Ihr Halbfinalticket löste die Deutsche gegen Madison Keys (Nr. 17) in nicht einmal einer Stunde. Der souveräne Sieg von Kerber endete mit einem 6:1, 6:2-Endstand.

Auf den bisherigen Tunierverlauf betrachtet wirkt Kerber insgesamt etwas souveräner, als es bei Halep der Fall ist. Untermauert wird dies durch die Anzahl der abgegebenen Spiele (siehe unten).

  1. Gewonnene und abgegebene Spiele

Beide Spielerinnen gaben im Tunierverlauf nur jeweils einen Satz ab. Die abgegebenen und gewonnen Spiele variieren jedoch:

Bei ihrem Durchmarsch ins Halbfinale gab Kerber insgesamt 29 Spiele an ihre Gegnerinnen ab. Dem gegenüber stehen 65 eigene gewonnene Spiele, was zu einer Differenz von +36 führt. Halep gewann zwar mit 74 Spielen mehr als Kerber, dies ist aber primär auf das Spiel gegen Lauren Davis zurückzuführen. Dies schlägt auch bei insgesamt 44 abgegebenen Spielen (Differenz +30) zu Buche. Insgesamt gibt Kerber daher weniger Spiele ab, was sich mit den oben geschilderten Eindrücken deckt.

  1. Dauer der Matches

Wenig überraschend ist, dass Halep, die mehr Spiele abgibt, auch insgesamt mehr Zeit auf dem Court verbracht hat. In ihren Spielen kam die Rumänerin auf knapp über 9 Stunden Spielzeit, wobei wieder besonders ihr Drittrundenspiel gegen Davis ins Gewicht fällt. Kerber stand insgesamt nur 6 Stunden und 20 Minuten auf dem Feld – fast drei Stunden weniger als Halep.

  1. Direkter Vergleich

Insgesamt acht Aufeinandertreffen hat es zwischen Simona Halep und Angelique Kerber schon gegeben. Bei jeweils vier Siegen auf beiden Seiten ist die daraus resultierende Bilanz vollständig ausgeglichen. Sind sie sich 2017 vollständig aus dem Weg gegangen, standen sie sich alleine in 2016 fünf Mal gegenüber. Alle vier Siege der Deutschen gehen dabei auf dieses Jahr zurück – und alle vier Male gewann sie problemlos und ohne Satzverlust, egal, ob der Belag Sand, Rasen oder Hartplatz hieß.

Simona Halep und Angelique Kerber 2016

Prognose:

Dass Kerber in 2016 zu einer Art Angstgegnerin von Halep geworden ist dürfte der Deutschen eher in die Karten spielen als ihrer Konkurrentin. Zudem lastet auf Halep die Gewissheit, dass sie bei einer Niederlage ihre Führung in der Weltrangliste an die Dänin Wozniacki abgeben könnte, sofern diese das andere Halbfinale des Grand Slams gewinnt. Der Spielstil der beiden ähnelt sich vom Grundsatz her, jedoch sind Kerbers Aufschläge in diesem Jahr bisher erheblich verbessert. Im bisherigen Tunier ist Kerber zudem nahezu fehlerlos und hochkonzentriert. Dies kombiniert mit dem Druck, der auf der Rumänin Halep lastet, macht Kerber in unseren Augen zur Favoritin in diesem Halbfinale, was auch die Buchmacher bestätigen. Erwischt Kerber einen ähnlich guten Tag wie gegen Keys, ist sogar ein klarer Sieg denkbar.

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