Dubai Duty Free Tennis – Day Ten

Bublik: „Ich liebe Tennis, aber ich mag den Wettbewerb nicht”

Bereits vor einigen Tagen sorgte Alexander Bublik mit seiner Aussage, er würde nur für das Geld Tennis spielen, für Aufmerksamkeit. Nun teilt er in einem Interview in Dubai noch weitere Gedanken über den Reisestress als Tennisprofi, Erfolg durch hartes Training und seine Sandplatz-Bilanz.

Als Alexander Bublik dem Nachrichtendienst The National ein Interview in Dubai gibt, hat er die erste Runde bei den Dubai Duty Free Tennis Championships bereits überstanden. Mit 6:2, 7:5 schlug er den Polen Hubert Hurkacz. Doch es ist in den vergangenen Tagen, trotz der Halbfinalteilnahme in Marseille in der letzten Woche, nicht nur sein Tennis, das für Aufsehen sorgt. Der Kasache polarisiert, auch mit seinen Worten neben dem Platz. In der vergangenen Woche gab er schonungslos offen zu, dass er nur Tennisprofi wegen des Geldes geworden ist.

Bublik beschwert sich über zu viele Matches

Bublik sagt offen, was er denkt. Das erste Match in Dubai gegen den Polen bezeichnete er nach seinem Sieg als „schlechtestes ATP-Match im Jahr 2020“. Der Grund dafür liegt für ihn auf der Hand: zu viel Reisestress und Müdigkeit durch mangelnde Turnierpausen. Nach seinem Halbfinale in Marseille reiste er direkt weiter nach Dubai, wurde allerdings durch eine zwölfstündige Verspätung am Flughafen von Istanbul aufgehalten. Auch mit dem Thema Jetlag hat Bublik anscheinend zu kämpfen.

Weniger Turniere spielen möchte der gebürtige Russe allerdings auch nicht, um seine Ranking-Position nicht zu gefährden. „Ich muss jede Woche spielen, man weiß ja nie. Ich könnte ein paar Turniere auslassen, dann zurückkommen und in der ersten Runde gegen Novak [Djokovic] spielen“, beschreibt er seinen Zwiespalt. „Vielleicht schaffst du es einmal ihn zu besiegen und verlierst dann in der zweiten Runde.“

Hassbelag Sand

Neben dem Gegner entscheidet auch der Belag bei Bubliks Matches mit über Sieg oder Niederlage. Mit einem hat er dabei besonders zu kämpfen: In den letzten vier Jahren gewann der Kasache lediglich drei Matches auf Sand. „In einer Woche bist du verletzt, in einer anderen Woche verlierst du gegen Rafa [Nadal] auf Sand. Und es gibt acht Turniere auf Sand.“ Bublik ist sich bewusst, dass er die Punkte und das Preisgeld abseits der Sandplatzsaison sammeln muss, denn zu versuchen, besser aus der roten Asche zu werden, ist aus seiner Sicht nicht möglich. „Wie du besser auf Sand werden kannst? Du bist damit geboren“, behauptet er. „Du kannst dich verbessern, aber du kannst dich auch verletzen bei dem Versuch, besser auf Sand zu werden.“ Verletzungen möchte Bublik um jeden Preis vermeiden, schließlich hängen davon auch Weltranglistenpunkte und Preisgeld ab.

„Es ist wie mit dem Aufschlag“: Alexander Bublik glaubt daran, dass man als Sandplatzspieler geboren wird.

Ohnehin glaubt Bublik nicht an garantierten Erfolg durch hartes Training: „Training macht dich besser, aber du weißt nie, wann es so weit ist. Also trainierst du einfach weiter und dann boom bist du in den Top 50 oder du bist die Nummer 350.“ Der Kasache selbst ist momentan auf Rang 47 im ATP-Ranking zu finden – so weit oben wie noch nie zuvor. „Ich glaube nicht daran, wenn man sagt ‚Wenn du hart arbeitest, wirst du…’”, sagt Bublik weiter.

„Wenn du hart arbeitest, wirst du in Südafrika Future-Turniere spielen. Du stirbst dort.” Er versucht nach eigenen Aussagen, einfach seine Trainingsstunden und sein Fitnessprogramm zu absolvieren und zu hoffen, dass die Ergebnisse dann kommen. „Plötzlich kommen sie dann und ich bin glücklich darüber, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich, wenn ich eine Stunde mehr investiere, dann in den Top 10 stehe.”

In Chengdu erreichte Bublik (re.) sein zweites Finale auf Hartplatz. Dadurch zog er erstmals in die Top 60 ein. Auf den ersten Titel wartet er noch.

Bublik: „Ich mag den Wettbewerb nicht”

Erst in Marseille in der letzten Woche äußerte er in einem Wutanfall auf dem Platz, dass er Tennis vom ganzen Herzen hassen würde. Was er daran hasst, führt er nun genauer aus. „Ich liebe Tennis, aber ich mag den Wettbewerb nicht”, sagte er gegenüber The National. „Wenn ich verliere, verliere ich meine Punkte im Ranking, ich verliere mein Geld und danach bekomme ich eine Menge dummer Fragen und werde auf Social Media gemobbt.” Sogar auf seiner Haut hat der 22-Jährige seine Verbindung zum Tennis verewigt: ein Skelett, das einen Tennisball in der Hand hält, prangt auf seinem Körper. „Es erinnert mich daran, dass ich diesen Sport jeden Tag aushalten sollte”, verriet er der L’Equipe vor einer Woche die Bedeutung des Tattoos.

Bublik trägt zahlreiche Kunstwerke auf seinem Körper. Jedes Tattoo hat eine ganz eigene Bedeutung.

Auf dem Platz geht es für Bublik weiter mit der Qualifikation für den Davis Cup am 06./07. März, gemeinsam mit dem kasachischen Team. Sein Zweitrundenmatch in Dubai verlor er am Mittwoch, beim zweiten Aufeinandertreffen in fünf Tagen, gegen Stefanos Tsitsipas in zwei Sätzen.