Casper Ruud

Casper Ruud nach erstem ATP-Titel: „Nun bin ich der Boss zu Hause“

Casper Ruud gewinnt in Buenos Aires nicht nur seinen ersten ATP-Titel, sondern spielt sich zum besten Norweger in der Geschichte vor.

In der Karriere von Casper Ruud ist wie bei Kei Nishikori zunächst alles nach einem besonderen Projekt ausgerichtet. Während es bei Nishikori „Projekt 45“ war, ist es bei Ruud „Projekt 38“. Ziel des Norwegers ist es, genauso wie beim Japaner, der bestplatzierte Spieler in der Weltrangliste in der Geschichte seines Heimatlandes zu sein. Nishikori hat dies längst geschafft und sich anschließend in der Weltspitze etabliert. Und auch bei Ruud kann man hinter diesem großen Ziel einen Haken setzen.

Casper Ruud überflügelt Vater Christian

Ruud ist nun offiziell der bestplatzierte Norweger im ATP-Ranking. Nach dem Finaleinzug beim ATP-Turnier in Buenos Aires stand fest, dass der 21-Jährige seinen Vater Christian Ruud, der als Nummer 39 der Welt der bislang beste Norweger im ATP-Ranking war, überflügeln würde. Ruud setzte noch einen drauf und gewann in Buenos Aires einen Premierentitel auf der ATP-Tour. Im Finale setzte er sich gegen die Turnierüberraschung Pedro Sousa (Portugal) mit 6:1, 6:4 durch. Die Folge: Platz 34 im ATP-Ranking.

„Ich fühle mich sensationell. Davon träumt jeder Spieler. Ich bin sehr glücklich mit meiner Karriere, obwohl ist noch sehr jung bin“, sagte Ruud nach dem Turniersieg auf der roten Asche von Buenos Aires – als jüngster Titelträger der Turniergeschichte. Die Trophäe wurde ihm von der argentinischen Tennislegende Gabriela Sabatini überreicht. Ruud bewies erneut, dass Sand sein mit Abstand bester Belag ist.

Casper Ruud will hoch hinaus

Das Training mit Rafael Nadal in der Vergangenheit hat Ruud vor allem beim Spiel Sand einen enormen Schub gegeben. „Nadal hat mir geholfen beim Denken auf Sand, mit der Methode, die er anwendet. Sein Training ist hart. Er scherzt nicht herum“, sagte Ruud im Interview mit tennis MAGAZIN. Dass er nach dem Lauf in Buenos Aires seinen Vater und Trainer Christian in der Weltrangliste übertraf, macht den Norweger besonders zufrieden. „Nun bin ich der Boss zu Hause“, sagte Ruud mit einem Schmunzeln.

Nachdem „Projekt 38“ nun erfolgreich umgesetzt wurde, wird sich der 21-Jährige neuen Zielen widmen. „Langfristig möchte ich noch weiterkommen – natürlich in die Top 10. Wenn sich die großen Drei um Federer, Nadal und Djokovic verabschieden, wird es in der Tenniswelt sehr offen sein. Wir haben in unserer Generation niemanden, der so hervorsticht wie einer von ihnen. Platz eins wird nach ihrem Rücktritt hart umkämpft sein. Irgendjemand muss die Nummer eins der Welt sein. Ich werde alles unternehmen, dass dort mein Name steht“, gab Ruud im Gespräch mit tennis MAGAZIN die Devise aus.

Ein Porträt über den 21-jährigen Norweger gibt es hier.