Steffi Graf (r.) vollendet den Golden Slam

Steffi Graf (r.) vollendet den Golden SlamBild: AFP/SID/CHRIS WILKINS

1. Oktober 1988: Steffi Graf macht den Golden Slam perfekt

(SID) – In diesem Sommer war Steffi Grafs historisches Kunststück wieder in aller Munde. Novak Djokovic hatte die Australian Open gewonnen, in Wimbledon triumphiert und bei den French Open den Pokal hochgehalten. Nun besaß er vor den Olympischen Spielen und den US Open die Aussicht auf den „Golden Slam“, den einzig die „Gräfin“ 1988 vollbracht hatte.

Er habe sich nicht vorstellen können, „dass jemand eine kleine Chance haben würde, das wieder zu schaffen“, sagte Djokovic vor den Sommerspielen in Tokio: „Das ist mein Ziel und mein Traum.“ Ein Traum, den Alexander Zverev mit seinem Sieg im Halbfinale zerplatzen ließ, später verpasste Djokovic auch den Titel in New York.

Die Ereignisse der vergangenen Wochen zeigen einmal mehr, wie herausragend Grafs Leistung vor 33 Jahren war, die sie mit der Goldmedaille in Seoul abrundete. Mit einem Sieg gegen Gabriela Sabatini, die ihr schon im Finale der US Open gegenübergestanden hatte. Den Grand Slam hatte die gerade mal 19-jährige Deutsche schon in der Tasche, mit einer fast beängstigenden Dominanz hatte sie in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York gewonnen.

Nun also sollte am 1. Oktober 1988 der goldene Schlusspunkt folgen, und sie setzte ihn mit einem 6:3, 6:3. Grafs Weggefährtinnen von damals erinnern sich auch mehr als 30 Jahre später haargenau an dieses Ereignis, an eine Spielerin, die ihren Sport mit einer nie gekannten Souveränität beherrschte.

Claudia Kohde-Kilsch, einst die Nummer vier der Welt, spricht von einer „Jahrhundertleistung“, die langjährige Bundestrainerin Barbara Rittner geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich bezweifle stark, dass das noch mal jemand schaffen wird.“ Auch Djokovic bekam in diesem Sommer zu spüren, wie außergewöhnlich der Golden Slam von Graf war.