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Novak Djokovic gewinnt zum dritten Mal in Wimbledon

London (SID) – Novak Djokovic hat die Rückkehr von Rasenkönig Roger Federer auf den Wimbledon-Thron mit Bravour verhindert und seine Krone im Londoner All England Club erfolgreich verteidigt. Der Weltranglistenerste aus Serbien bezwang den siebenmaligen Champion im Finale der beiden weltbesten Tennisspieler 7:6 (7:1), 6:7 (10:12), 6:4, 6:3.

Durch seinen dritten Triumph nach 2011 und 2014 zog Djokovic mit seinem Trainer Boris Becker gleich, der vor 30 Jahren erstmals den Titel beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt gewonnen hatte.

Nach 2:55 Stunden Spielzeit verwandelte Djokovic seinen ersten Matchball und fügte Federer die dritte Niederlage im zehnten Wimbledonfinale zu. Der Maestro aus der Schweiz vergab wie im Vorjahr die Chance, als alleiniger Rekordhalter im Rasenmekka Tennisgeschichte zu schreiben. 2008 hatte Federer im längsten Finale der Turniergeschichte (4:48 Stunden) gegen Rafael Nadal verloren.

Während Djokovic vor den Augen des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach sein bestes Tennis im Turnierverlauf abrief, knüpfte Federer zu selten an die Glanzleistung aus dem Halbfinale gegen Andy Murray an. Die Aufschlagquote blieb hinter seinen eigenen Erwartungen zurück, zudem haderte Federer mit der Chancenverwertung.

Im ersten Satz ging der 17-malige Grand-Slam-Sieger mit 4:2 in Führung, verlor prompt seinen Aufschlag und erspielte sich dennoch zwei Satzbälle. „Zeig ihm, wer der Boss ist“, rief einer der zahlreichen Federer-Fans unter den 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court dem Publikumsliebling zu. Doch Djokovic konterte mit zwei präzisen Aufschlägen und steigerte sich im Tiebreak erneut.

Auf der Tribüne seines selbsternannten Wohnzimmers spürte Becker, dass sein Schützling dem Match nun den entscheidenden Drall geben konnte. Der längst nicht mehr 17-jährige Leimener stand zwischen den Ballwechseln beinahe ununterbrochen in der Box und sah, wie das 40. Duell der Dauerrivalen auf seinen nervenaufreibenden Höhepunkt zusteuerte.

Sieben Satzbälle hatte Djokovic, um seine Führung komfortabel auszubauen, nun zeigte Federer all seine Klasse und glich mit Kampfgeist aus. Bei seiner zweiten Chance stürmte der 33-Jährige nach dem zweiten Aufschlag mutig ans Netz und vollendete mit einem Rückhandvolley. Zur Freude seines Trainers und zweimaligen Wimbledonchampions Stefan Edberg, der diese Kombination wie kaum ein Zweiter beherrschte.

Gegen jeden anderen Spieler auf der Welt zahlt sich Federers offensive Strategie auf Rasen aus, nur Djokovic, der Bewegungskünstler aus Belgrad, schafft es immer wieder, sich aus der Defensive zu befreien. Sein zweites Break im Match transportierte der 28-Jährige auch über die kurze Regenpause und war nach mehr als zwei Stunden nur noch einen Satz von seinem neunten Grand-Slam-Titel entfernt.

Es war kühl geworden im wolkenverhangenen Wimbledon, Becker hatte sich seine leuchtend rote Trainingsjacke übergeworfen – für Djokovic das Zeichen zum Angriff. In der Mitte des dritten Durchgangs nahm er Federer erneut den Aufschlag ab und ließ sich seinen Vorsprung nicht mehr nehmen.