Roger Federer – French Open 2009

Flashback: Roger Federers steiniger Weg zum French-Open-Titel

Vor zehn Jahren gewann Roger Federer zum ersten und bislang einzigen Mal den Titel bei den French Open und vervollständigte den Karriere-Grand-Slam. Wir blicken zurück auf den hart erarbeiteten Triumph des Schweizers in Roland Garros.

Roger Federer ist dieses Jahr erstmals seit 2015 wieder bei den French Open am Start. Ein Titelgewinn in Paris wäre zwar keine Sensation, aber durchaus eine große Überraschung. Federer musste hart dafür arbeiten, um die French Open zu gewinnen. Nachdem er von 2005 bis 2008 viermal in Folge gegen Rafael Nadal verlor, (einmal im Halbfinale, dreimal im Finale) sollte 2009 seine große Stunde im Stade Roland Garros schlagen. Wir blicken zurück auf Federers Reise zum emotionalen und historischen Titelgewinn in Paris vor zehn Jahren. Es fehlte nicht viel und der Titeltraum des Schweizers wäre auch 2009 geplatzt.

Roger Federer – French Open 2009

1. Runde (26. Mai 2009)
Roger Federer vs. Alberto Martin (Spanien) – 6:4, 6:3, 6:2

Der Auftakt in das French-Open-Turnier verlief entspannt für Federer. Der Schweizer startete mit einem nie gefährdeten Dreisatzsieg.

2. Runde (28. Mai 2009)
Roger Federer vs. Jose Acasuso (Argentinien) – 7:6 (10:8), 5:7, 7:6 (7:2), 6:2

Schwerstarbeit. Federer musste gegen den Weltranglisten-45. Acasuso bei nasskalten Bedingungen seine Kämpferqualitäten auspacken, um im Turnier zu bleiben. Im ersten Satz wehrte er vier Satzbälle des Argentiniers ab. Den dritten Durchgang gewann er nach einem 1:5-Rückstand und Satzball gegen sich. „Durch solch ein Match zu kommen, ist immer ein gutes Gefühl. Ich bin nicht allzu oft in solch engen Matches“, sagte Federer nach dem Einzug in die dritte Runde.

3. Runde (30. Mai 2009)
Roger Federer vs. Paul-Henri Mathieu (Frankreich) – 4:6, 6:1, 6:4, 6:4

Auch in der dritten Runde war noch Sand im Getriebe bei Federer. Nach dem Verlust des ersten Satzes fand der Schweizer in die Spur und zog letztendlich recht ungefährdet ins Achtelfinale ein.

Achtelfinale (1. Juni 2009)
Roger Federer vs. Tommy Haas (Deutschland) – 6:7 (5:7), 5:7, 6:4, 6:0, 6:2

Federer ging mit der Gewissheit ins Match, dass sein großer Rivale Rafael Nadal am Tag zuvor sensationell ausgeschieden war. Der Weg war also frei zum lang ersehnten French-Open-Titel. Für den Schweizer war besonders der Verlust des ersten Satzes bitter. Denn obwohl er bei eigenem Aufschlag nur einen Punkt verlor, ging der Satz an Haas – dank eines Minibreaks im Tiebreak. Nachdem auch der zweite Durchgang verloren ging und Haas bei 4:3-Führung im dritten Satz einen Breakball hatte, schien der Titeltraum ein weiteres Mal zu platzen.

Federer musste beim Breakball über den zweiten Aufschlag, ging nach dem Return von Haas volles Risiko und knallte eine Vorhand Inisde-Out, laut eigenen Angaben seinen „ersten guten Schlag im Match“, auf die Linie. Es war der Wendepunkt im Match. „Als ich diese Vorhand geschlagen habe, um den Breakball abzuwehren, hatte ich das Gefühl, dass ich das Match drehen könnte. Der Schlag hat mir den Tag gerettet“, erklärte Federer nach dem Match. Der Schweizer spielte nach Abwehr des Breakballs wie verwandelt und ließ Haas nur noch zwei Spielgewinne. „Da muss man einfach den Hut ziehen und sagen: ‚Deswegen ist er Roger Federer’“, zollte Haas Anerkennung für dessen Vorhandwinner beim Breakball.

Viertelfinale (3. Juni 2009)
Roger Federer vs. Gael Monfils (Frankreich) – 7:6 (8:6), 6:2, 6:4

Nach dem knappen Gewinn des ersten Satzes nach Abwehr eines Satzballes spielte Federer befreit auf und ließ einerseits seinen Titeltraum am Leben und andererseits Frankreichs Hoffnungen auf einen Heimtitel platzen. „Das war bislang mein beständigstes Match im Turnier“, sagte Federer nach dem Einzug ins Halbfinale.

Halbfinale (5. Juni 2009)
Roger Federer vs. Juan Martin del Potro (Argentinien) – 3:6, 7:6 (7:2), 2:6, 6:1, 6:4

Federer ging mit der Gewissheit ins Halbfinale, dass er alle bisherigen fünf Matches gegen del Potro gewonnen hatte. Doch der Argentinier schien einen besseren Tag erwischt zu haben als der Schweizer, der sich lange Zeit bei den Aufschlagspielen von del Potro die Zähne ausbiss. Dank eines starken Tiebreaks schaffte Federer den Satzausgleich. Im vierten Satz gelang ihm sein erstes Break im Match zum 3:1. Der fünfte Satz war nichts für schwache Nerven im Team Federer. Der Schweizer ging zwar sofort mit einem Break in Führung, gab den Vorsprung wieder her. Die Entscheidung fiel, als del Potro beim Stand von 3:3 beim vierten Breakball Federers einen Doppelfehler servierte. Wenige Minuten später zog der Schweizer zum vierten Mal in Folge ins French-Open-Finale ein. „Es ist immer noch ein Schritt zu gehen“, sagte Federer mit Blick auf seinen großen Traum.

Finale (7. Juni 2009)
Roger Federer vs. Robin Söderling (Schweden) – 6:1, 7:6 (7:1), 6:4

Nur noch ein Sieg trennte Federer vom French-Open-Titel und Karriere-Grand-Slam. Gegen seinen Finalgegner Robin Söderling hatte der Schweizer eine weiße Weste mit 9:0-Siegen und nur einem Satzverlust vorzuweisen. Die Vorzeichen standen klar in Richtung Titel. Doch Söderling hatte im Achtelfinale die Siegesserie von Rafael Nadal bei den French Open eindrucksvoll beendet und schwamm danach auf der Welle seines Erfolges. Für Federer hätte der Start ins Match nicht besser laufen können, obwohl es während des gesamten Matches immer wieder leicht nieselte. Er breakte Söderling gleich zu Beginn und gewann den ersten Satz mit drei Breaks.

Die Vorentscheidung fiel im Tiebreak des zweites Satzes, als Federer wie aus einem Guss aufschlug und drei Asse und einen Service-Winner ins Feld hämmerte. Das Break zum 1:0 im dritten Satz transportierte er schließlich zum Matchgewinn. Federer war am Ziel: endlich French-Open-Sieger. Mit dem 14. Grand-Slam-Sieg schloss er zum Rekordsieger Pete Sampras auf. Als insgesamt sechster Spieler bei den Herren nach Fred Perry, Don Budge, Roy Emerson, Rod Laver und Andre Agassi gewann er alle Grand-Slam-Turniere. „Das ist wahrscheinlich der größte Erfolg in meiner Karriere. Ich bin so stolz. Es war nicht einfach, während des Matches mit meinen Emotionen umzugehen“, freute sich Federer, der den Siegerpokal passenderweise von Andre Agassi überreicht bekam.