Philipp Kohlschreiber

Kohlschreiber und Struff kritisieren French-Open-Verlegung: „Jeder denkt an sich“

Köln (SID) – Die deutschen Tennisprofis Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Jan-Lennard Struff (Warstein) haben die Veranstalter der French Open für ihren Alleingang bei der Verlegung des Grand-Slam-Turniers kritisiert. „Jeder denkt an sich. Es ist schade, dass es in der Krise, die wir jetzt haben, immer noch so ist“, sagte Kohlschreiber am Freitag bei Sky.

Auch dessen Davis-Cup-Kollege Struff war vom Vorgehen der Franzosen überrascht. „Ich habe von der Verlegung auch nur über die Sozialen Netzwerke erfahren, was ich schlicht unglaublich finde“, sagte der 29-Jährige der RTL-/ntv-Redaktion: „Jeder Spieler wurde von der Verschiebung überrascht. Die French Open werden nun zur gleichen Zeit des Laver Cups stattfinden, der bereits ausverkauft ist, das sind keine guten Neuigkeiten für den Tennissport.“

Die Organisatoren der French Open, die eigentlich vom 24. Mai bis 7. Juni in Paris stattfinden sollten, hatten das berühmteste Sandplatzturnier im Tennis am Dienstag offenbar ohne Absprache mit anderen Turnier-Organisatoren oder Verbänden auf den Zeitraum vom 20. September bis zum 4. Oktober verlegt. Wegen der Corona-Pandemie ruht der Spielbetrieb auf der Männer-Tour ATP und der Frauen-Tour WTA bis mindestens 7. Juni.

Der Umgang mit der Coronakrise ist auch für die Profis nicht einfach. „Wir sind alle extrem stark davon betroffen, das hat es noch nie gegeben“, sagte Kohlschreiber: „Es gibt keinen Feind, den man bekämpfen kann, er schwirrt irgendwo in der Luft herum oder es gibt Überträger.“ Bei Struff steht deshalb im Training vor allem Improvisation im Vordergrund. „Mein Trainer kontrolliert meine Übungen via Facetime, damit ich auch jetzt nichts falsch mache“, erzählte er: „Darüber hinaus bekomme ich meinen Trainingsplan online mit genauen Übungen, die ich zu Hause absolvieren kann.