German Open Hamburg

Gespräch über Zukunft: Kehrt Damen-Turnier zurück an den Rothenbaum?

Ein Gespräch zwischen einem Team des neuen starken Manns am Rothenbaum, Peter Michael Reichel, und Vertretern der Stadt Hamburg soll die Zukunft des Traditionsturniers am Rothenbaum weiter konkretisieren. Dabei soll auch die Integrierung eines Damenturniers zum Thema werden.

Entsprechende Informationen unseres Magazins bestätigte der Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport in Hamburg, Christoph Holstein, am Montag. Demnach findet am Dienstag ein weiteres von vielen Gesprächen zwischen Reichel und der Stadt Hamburg statt. Holstein schloss dabei auch nicht aus, dass ebenfalls Vertreter des DTB und des Clubs an der Alster involviert seien.

Die Situation mit vielen Interessenvertretern sei nicht immer einfach. Holstein erklärte positiv gestimmt:  „Wichtig ist, dass es mittlerweile ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten gibt, am Rothenbaum etwas weiterzuentwickeln.“

Gespräche über Rothenbaum-Zukunft am Dienstag

Reichel, hochrangiger WTA-Funktionär, dazu Chairman beim WTA-Turnier in Linz und Unterstützer des Nürnberger Versicherungscups, den seine Tochter Sandra ebenso wie das Turnier in Linz aktiv ausrichtet, hatte 2017 den Zuschlag für fünf Jahre erhalten. Der Vertrag ist am 1. August 2018 in Kraft getreten. Der 65-Jährige spürt großen Rückhalt von Verbandsseite, allen voran DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff freut sich auf die viel engere Zusammenarbeit. Das habe sich der DTB vertraglich zusichern lassen. Mit Vorgänger Michael Stich gab es immer wieder Ungereimtheiten, letztmalig bei der Vergabe der diesjährigen Wild Cards.

Die Familie Reichel gilt als großer Befürworter eines sogenannten „combined“ Events, also eines zeitgleich stattfindenden WTA- und ATP-Turniers in Hamburg. Nach tennis MAGAZIN-Informationen könnte das schon für die 2019er-Auflage konkret werden.  Auf dieses Thema angesprochen, erklärte Holstein vielsagend: Besprochen werde am Dienstag alles, was gerade so aktuell sei. Bis 2002 fand am Rothenbaum auch ein Damen-Turnier statt.

Stadt offen für Vorschläge am Rothenbaum

„Die Stadt ist offen für konstruktive Vorschläge und bremst nicht.“ Natürlich sei die Kostenübernahme immer ein wichtiges Thema. Über allem stehe für die Stadt Hamburg das Thema Nachhaltigkeit. Was auch dafür sprechen könnte, dass das Thema Hallendach akut auf der Agenda steht. Hier fühlte sich in der Vergangenheit niemand so richtig verantwortlich. Während der 2018er-Auflage gab es mit dem Dach erhebliche Probleme.

Als positives Beispiel für Nachhaltigkeit nannte Holstein die kürzlich ausgetragene Rollstuhl-Basketball-Weltmeisterschaft in der Hansestadt, die viele Impulse für die kommenden Jahre gesetzt habe. Käme ein zusätzliches Damen-Turnier schon 2019 tatsächlich in Frage, muss die Standortfrage geklärt werden. Beide Events in Gänze am Rothenbaum auszutragen, würde den Standort überfordern.

Auslagerung des Damenevents am Rothenbaum?

Gut möglich, dass am Dienstag bereits Gedankenspiele vollzogen werden, wohin etwa die ersten Runden der Damenkonkurrenz ausgelagert werden könnten. Eine Option wäre die zehn Kilometer entfernte Anlage des UHC im Norden. In der jüngeren Vergangenheit kursierten Gerüchte um zwei weitere WTA-Lizenzen in Deutschland. Neben Hamburg schienen Berlin und Essen in der Verlosung. Am Ende ist es, wie bei so vielen Dingen, eine Geldfrage.

Das gilt zweifelsfrei auch beim Thema Belagwechsel und Teilnahme von Deutschlands bestem Spieler. Pflegt Reichel doch einen engeren Kontakt zu Zverev-Manager Patricio Apey als Vorgänger Michael Stich in den vergangenen zwei Jahren. Läuft alles normal, bleibt das Turnier am Rothenbaum auf Sand terminlich gleich – zumindest 2019. Dafür ist der amerikanische Einfluss auf ATP-Seite zu groß. Zverev dagegen hatte im Frühjahr betont, er wolle mit Reichel dafür sorgen, dass das Turnier zum Hardcourt-Event werde.

Kurzfristig scheint aber nur die Hinzunahme eines Damenfeldes realistisch. Allerdings: Für ein combined-Event müsste die ATP ihr Einverständnis erteilen. Die Gewerkschaft der Spieler und Turnierdirektoren steht kombinierten Events in der Regel eher kritisch gegenüber.