US Open und Cannabis-Geruch: „Wir können nichts dagegen tun“
Novak Djokovic und Casper Ruud sprachen bei den US Open über den Cannabis-Geruch, der in New York allgegenwärtig ist – auch auf der Turnieranlage.
Wie jedes Grand-Slam-Turnier haben die US Open ihre Besonderheiten. Durch den enormen Lärmpegel, der hohen Luftfeuchtigkeit und der langen Anfahrtswege aus Manhattan zur Anlage in Flushing Meadows gelten die US Open für die Spieler und Spielerinnen als das mental herausforderndste Grand-Slam-Turnier.
In den letzten Jahren ist noch eine weitere Besonderheit hinzugekommen, womit die Profis in New York umgehen müssen: der allgegenwärtige Geruch von Cannabis rund um die Anlage bei den US Open. Über den Cannabis-Geruch rümpfen immer mehr Spieler und Spielerinnen die Nase.
Seit 2021 ist der Konsum von Cannabis im US-Bundesstaat New York legal, seit Ende 2022 wird es frei verkauft. Auf der US-Open-Anlage ist der Konsum zwar verboten, doch da die Turnieranlage mitten im Flushing Meadows Corona Park liegt, dringt der Geruch von Cannabis immer wieder auf die Plätze vor.
Novak Djokovic über Cannabis: „Es ist eher ein Gestank”
Casper Ruud sprach bei den US Open offen über seine Abneigung gegen den stechenden Geruch, den der Cannabis-Konsum verursacht. „Er ist überall in New York, sogar hier, wo das Turnier stattfindet. Aber wir müssen ihn akzeptieren. Ich finde es nervig, auf dem Platz zu stehen, während jemand einen Joint raucht. Es macht uns Spielern keinen Spaß, müde zu sein und gleichzeitig den Geruch von Haschisch einatmen zu müssen. Wir können nichts dagegen tun, solange sich das Gesetz nicht ändert, aber ich bezweifle, dass das passieren wird“, sagte Ruud.
Novak Djokovic pflichtete ihm bei. „Man spürt es definitiv, das ist nicht zu übersehen – eigentlich spürt man es sogar stärker als anderswo. Manche Leute stört es mehr, andere weniger. Ich bin auch kein Fan dieses Geruchs, eigentlich ist es eher ein Gestank. Aber hier ist es erlaubt, und irgendwie muss man es einfach so akzeptieren, wie es ist. Man spürt es überall, vom Training bis zum Spiel. So ist es nun mal“, sagte Djokovic.
Zverev bezeichnet Court 17 als „Wohnzimmer von Snoop Dogg”
In den vergangenen Jahren hatten sich bereits zahlreiche Profis über den Geruch beschwert. Im besonderen Fokus steht der Court 17, der in den Medien zum „Kiffer Court“ deklariert wurde. Alexander Zverev bezeichnete diesen Platz nach einem Match im Jahr 2023 als das „Wohnzimmer von Snoop Dogg“. „Oh mein Gott, es ist überall. Der ganze Court riecht nach Gras“, sagte Zverev.
Einige Asthmatiker wie Nick Kyrgios gaben an, dass sie durch den Geruch schwer atmen können. Der Cannabis-Geruch ist offensichtlich eine dieser Störfaktoren, mit denen die Spieler und Spielerinnen bei den US Open leben müssen. „Manchmal riecht es nach Essen, manchmal nach Zigaretten, manchmal nach Gras. Das können wir nicht kontrollieren, weil wir uns in einem offenen Raum befinden. Dahinter liegt ein Park. Die Leute können tun, was sie wollen“, sagte einst Maria Sakkari über die Einflüsse von außen in New York.