Seit 40 Jahren sorgt das Paris Masters als letztes Masters-Turnier des Jahres für große Geschichten. 1986 begann es in Bercy mit Boris Becker, seit 2025 wird in La Défense gespielt. Das Open de Paris gab es zwar schon von 1969 bis 1982, doch die Jubiläumszählung beginnt mit dem Neustart in Bercy. Das sind die schönsten Momente aus vier Jahrzehnten.
1986: Becker schreibt die erste Zeile
Der erste Sieger in Bercy kommt aus Deutschland. Boris Becker, damals Weltranglistenzweiter und erst 18 Jahre alt, schlägt im Finale den spanischen Qualifikanten Sergio Casal 6:4, 6:3, 7:6 und serviert dabei 22 Asse. Bis heute ist kein Champion jünger, 1989 und 1992 gewinnt Becker erneut.
1991: Forget macht Frankreich glücklich
Guy Forget wird der erste französische Sieger des Turniers. Im Finale ringt er Pete Sampras in fünf Sätzen nieder: 7:6, 4:6, 5:7, 6:4, 6:4. Wenige Wochen später schlägt er Sampras auch im Davis-Cup-Finale in Lyon und sichert Frankreich den ersten Titel seit 1932.
2005: Berdych kommt aus dem Nichts
Als Nummer 50 der Welt wird Tomas Berdych zum am niedrigsten platzierten Champion der Turniergeschichte. Der ungesetzte 20-jährige Tscheche nutzt die Absagen von Federer und Nadal und besiegt Ivan Ljubicic im Finale in fünf Sätzen. Es bleibt sein einziger Masters-Titel.
2010: Monfils wehrt fünf Matchbälle ab
Gegen Roger Federer scheint Gaël Monfils im Halbfinale schon geschlagen. Der Franzose liegt im dritten Satz 1:4 zurück und wehrt beim Stand von 5:6 fünf Matchbälle ab. Angetrieben von der tobenden Halle gewinnt er 7:6, 6:7, 7:6. Am 3. November 2026 verabschiedet ihn das Turnier auf dem Centre Court, an seiner Seite stehen unter anderem Tsonga, Simon, Gasquet und Paire. Monfils gesteht, wie schwer ihm dieser Abschied fällt, und dankt dem Publikum.
2012: Das Märchen des Jerzy Janowicz
Ein Qualifikant erobert Paris und verliert erst im Finale. Der 21-jährige Pole, Nummer 69 der Welt, schaltet unter anderem US-Open-Sieger Andy Murray aus und sinkt nach dem Halbfinale ungläubig zu Boden. Erst David Ferrer stoppt ihn mit 6:4, 6:3 und holt seinen einzigen Masters-Titel.
2016: Murray wird ohne Ballwechsel die Nummer 1
Andy Murray erreicht den Gipfel, ohne einen Punkt zu spielen. Milos Raonic sagt das Halbfinale verletzt ab, der Einzug ins Finale reicht Murray zur Ablösung von Novak Djokovic. Statt des Matches trainiert er auf dem Centre Court und schlägt ein paar Bälle mit den Balljungen und -mädchen. Tags darauf holt er auch den Titel.
2018: Djokovic und Federer liefern ein Epos
Ihr 47. Duell wird zu einem der besten. Drei Stunden und zwei Minuten dauert das Halbfinale, bis Djokovic 7:6, 5:7, 7:6 gewinnt, ohne Federer ein einziges Mal zu breaken. Der 37-jährige Schweizer wehrt alle zwölf Breakbälle ab und verpasst doch die Chance auf seinen 100. Titel.
2024: Zverevs Entschuldigung zum Abschied von Bercy
Die Ära Bercy endet, wie sie begann: mit einem deutschen Sieger. Alexander Zverev gewinnt das letzte Match auf dem Centre Court in 75 Minuten 6:2, 6:2 gegen den Publikumsliebling Ugo Humbert. Seine Siegerrede beginnt er mit einer Entschuldigung an die Zuschauer. Danach ist er nach Boris Becker erst der zweite deutsche Champion.
2025: Sinner erobert La Défense und die Spitze
Der noch amtierende Champion ist auch der erste Sieger am neuen Standort. Jannik Sinner gewinnt das Turnier ohne Satzverlust, schlägt im Finale Félix Auger-Aliassime 6:4, 7:6 und kehrt an die Spitze der Weltrangliste zurück. Bei der Siegerehrung scherzt er, für eine Rede auf Französisch brauche er noch ein paar Jahre. Seinen Titel kann er 2026 nicht verteidigen, weil er abgesagt hat. Der nächste Sieger wird am 8. November ermittelt.