Roger Federer

Welche Rekorde kann Roger Federer noch brechen?

Roger Federer setzt mit der ältesten Nummer eins der Welt eine neue historische Bestmarke. Welche weiteren Rekorde sind in Reichweite für den Schweizer?



Wer hätte das vor anderthalb Jahren gedacht? Roger Federer ist wieder die Nummer eins der Welt! Der Schweizer stellte weitere Bestmarken in seiner illustren Karriere auf: ältester Weltranglistenerster (36 Jahre, sechs Monate, elf Tage), meiste Jahre zwischen dem ersten und bislang letzten Mal als Nummer eins (14 Jahre, 17 Tage) und meiste Jahre zwischen zwei Nummer-eins-Perioden (5 Jahre, 106 Tage). Die Rekordjagd von Federer soll damit aber noch längst nicht beendet sein.

Nicht nur, dass er seinen Rekord als älteste Nummer eins der Welt nun Woche für Woche brechen wird, der Schweizer hat weitere Bestmarken im Visier, die er in den nächsten Jahren übertreffen kann. Wir geben einen Überblick, welche neuen Rekorde möglich sind für den „Maestro.“

Meiste Wochen in den Top 10/25/50/100

Federer beginnt heute seine 800. Woche in den Top 10. Den Rekord hält Jimmy Connors mit 816 Wochen. Während der Rasensaison wird der Schweizer also eine neue Bestmarke setzen. Das ist bereits sicher. Ebenso steht fest, dass er Andre Agassi bei der Anzahl der Wochen in den Top 25 (910 Wochen) und den Top 50 (960 Wochen) überflügeln wird. Auch der Rekord mit den meisten Wochen in den Top 100 (Andre Agassi mit 1019 Wochen) kann nur noch verhindert werden, wenn Federer in den nächsten Wochen seine Karriere beenden würde und sich aus der Weltrangliste nehmen ließe.

Wahrscheinlichkeit: 100 Prozent.

Ältester Grand Slam-Sieger in der Open Era

36 Jahre und fünf Monate war Federer alt, als er dieses Jahr die Australian Open gewann. Das macht ihn zum zweitältesten Grand Slam-Sieger im Tennis in der Open Era. Den Rekord hält Ken Rosewall. Der Australier gewann 1972 sein Heimturnier, die Australian Open – im Alter von 37 Jahren und zwei Monaten. Federer hat bei den Australian Open 2019 die erste Chance, eine neue Bestmarke zu setzen.

Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent.

Die meisten Wochen als Nummer 1 im Tennis

Federer beginnt heute seine 303. Woche als Weltranglistenerster im Herrentennis und wird mindestens vier Wochen lang (bis 18. März) die Nummer eins bleiben. Den Rekord mit den meisten Wochen an der Weltranglistenspitze im Herrentennis hat der Schweizer bereits seit einigen Jahren inne. Aufs gesamte Tennis bezogen rangiert immer noch Steffi Graf ganz vorne mit 377 Wochen als Nummer eins. Um diesen Rekord zu toppen, müsste Federer noch knapp anderthalb Jahre an der Spitze bleiben – und wäre dann 38 Jahre alt. Auf dem Weg dorthin würde er an Serena Williams (319 Wochen) und Martina Navratilova (332 Wochen) vorbeiziehen.

Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent.

Die meisten Titel im Herrentennis

Der Turniersieg in Rotterdam war Titel Nummer 97 für Federer. Er liegt im Herrentennis damit auf Platz zwei. Vor ihm ist Jimmy Connors mit 109 Titeln rangiert. Als Nahziel hat sich der Schweizer zunächst 100 Titel gesteckt. „Das wäre sehr speziell, 100 Titel zu erreichen“, sagte er in Rotterdam. Es bedarf jedoch einer Energieleistung, um die 109 Titel von Connors einzustellen oder zu überflügeln. In seiner letztjährigen Fabelsaison gewann Federer sieben Titel. In diesem Jahr sind es bereits zwei. Dass es in diesem Tempo weitergeht, ist jedoch alles andere als selbstverständlich. Will der Schweizer bis in die Nähe seines 40. Geburtstages weiterspielen, scheint dieser Rekord nicht ausgeschlossen zu sein.

Wahrscheinlichkeit: 25 Prozent.

Die meisten Einzelsiege im Herrentennis

Auch den Rekord mit den meisten Einzelsiegen im Herrentennis hält Jimmy Connors. Der US-Amerikaner gewann in seiner ATP-Karriere 1256 Matches. Federer steht nach dem Titelgewinn in Rotterdam bei 1144 Siegen auf der ATP-Tour. Dieser Rekord wird im Vergleich zu den meisten Titeln etwas einfacher zu knacken sein. Allerdings muss der Schweizer noch einige Zeit erfolgreich spielen, um eine neue Bestmarke aufzustellen. Im Jahr 2017 gewann der Schweizer 52 Matches. Bedeutet: Geht es in diesem Tempo weiter, könnte er den Connors-Rekord im Jahr 2020 brechen.

Wahrscheinlichkeit: 40 Prozent.

Älteste Nummer 1 zum Jahresende

Federer ist nun der älteste Weltranglistenerste im Tennis. Den Rekord für die älteste Nummer eins im Herrentennis zum Jahresende hält er allerdings nicht. Diesen hat Rafael Nadal vor zwei Monaten aufgestellt – mit 31 Jahren und 211 Tagen. Der Schweizer hat sich mit den Turniersiegen bei den Australian Open und in Rotterdam bereits in eine gute Ausgangsposition gebracht, um das Jahr als Nummer eins zu beenden. Dass er 2017 nicht an der Weltranglistenspitze überwintert hat, lag im Nachhinein daran, dass er die komplette Sandplatzsaison ausgelassen hat. Macht Federer auch in diesem Jahr einen großen Bogen um die rote Asche, dann wird es schwer mit der Nummer eins zum Jahresende. Denn die Weltrangliste belohnt die Vielspieler. Er müsste ähnlich viel gewinnen wie 2017 und darauf hoffen, dass sich die Konkurrenz gegenseitig die Punkte wegnimmt. Sollte Federer es tatsächlich schaffen, würde er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und zum sechsten Mal das Jahr als Nummer eins beenden – genauso oft wie Rekordhalter Pete Sampras.

Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent.

Das Erreichen des Career Golden Masters

Der Begriff Career Golden Masters schwirrt seit einigen Jahren durch die Tenniswelt. Novak Djokovic hat seit 2013 jedes Jahr die große Chance, dieses Kunststück zu vollbringen – nämlich alle neun ATP-Masters-1000-Turniere gewonnen zu haben. Djokovic beißt sich stets am Titel in Cincinnati die Zähne aus und verlor alle seine fünf Endspiele. Federer fehlen noch die Titel in Monte Carlo und Rom, um das Career Golden Masters zu schaffen. Bei beiden Turnieren war er mehrmals nah dran am Turniersieg. In Monte Carlo und in Rom stand er jeweils viermal im Finale. In Rom hatte er beim epischen 2006er-Finale gegen Rafael Nadal sogar zwei Matchbälle. Um das Career Golden Masters überhaupt zu schaffen, müsste Federer den Entschluss fassen, wieder auf Sand zu spielen. Allerdings: Mit Rafael Nadal im Tableau stehen die Titelchancen nicht allzu gut.

Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent.

Meiste ATP-Masters-1000-Titel

Federer hat zwar die meisten Grand Slam-Titel inne, doch bei den ATP-Masters-1000-Turnieren ist er nicht ganz vorne. Mit 27 Turniersiegen liegt er gemeinsam mit Rafael Nadal auf Platz zwei. Rekordhalter ist Novak Djokovic mit 30 Titeln. Allerdings: Die große Wertigkeit dieser Turnierserie kam erst mit der Umbenennung im Jahr 2009. So gewann Pete Sampras nur elf Turniere in dieser Kategorie. Dass Federer am Führenden Djokovic mit einigen Titeln zwischenzeitlich vorbeiziehen wird, ist nicht gänzlich unwahrscheinlich. Dass er den Rekord dann lange behalten wird, ist angesichts des Alters von Djokovic eher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent.

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  1. Stefan Höfel

    Schade, dass Kommentare nicht mehr auf der Startseite stehen, daher nur einige Infos. Serena Williams kann ja auch wieder die Nr.1 werden! Lendl hat noch die meisten verlorenen Grand-Slam-Finals (11). Roger hat 10. Roger kann auch Margaret Court-Smith, die 24 Grand-Slam-Einzeltitel hat, überflügeln. Wahrscheinlichkeit: 5%


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