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Mats Wilander: Meine 10 besten Tipps

6) Spielen Sie einfache Bälle

Ein Match wird nicht durch spektakuläre Schläge gewonnen, sondern durch Konstanz. Ein gutes Beispiel ist der Aufschlag: Wenn Sie in der Lage sind, regelmäßig das erste Service im Feld des Gegners unterzubringen, üben Sie damit mehr Druck auf Ihren Kontrahenten aus, als wenn Sie ihm zehn Monsteraufschläge um die Ohren pfeffern, zwischendurch aber ständig Doppelfehler einstreuen. Amateure riskieren oft zu viel. Sie versuchen, den Gegner am Netz zu passieren und wollen den Ball direkt an die Linie platzieren. Spielt man den Ball erstmal auf den Mann, besteht die Chance, dass der Gegenüber den Volley verschlägt oder schlecht platziert. „Selbstvertrauen gewinnt man vor allem, wenn man in der Lage ist, jeden Ball ins Feld zu spielen – nicht, wenn einem drei Zauberschläge pro Satz gelingen“, sagt Wilander. „Gegner, die keine Fehler machen, sind besonders unangenehm.“

7) Besiegen Sie schwächere Gegner

Viele Spieler definieren sich über Siege gegen stärkere Gegner. Dabei wächst das Selbstvertrauen viel mehr, wenn man regelmäßig alle schwächeren Kontrahenten bezwingt. Mats Wilander erzählt von Marat Safin, der 2000 im US Open-Finale das Match seines Lebens spielte und Pete Sampras in drei Sätzen vom Platz fegte. „Danach erwartete er in jeder Partie eine solche Leistung und war frustriert, wenn es nicht so gut lief.“ Das Problem: Orientiert man sich an einem Wahnsinnsmatch, ziehen einen schwächere Auftritte schneller runter. Wilanders Credo lautet daher: „Ein gutes Pferd kontrolliert die Höhe, ein guter Tennisspieler seinen Gegner.“ Sein Tipp: Spielen Sie im Training auch Matches gegen Gegner, die völlig anders agieren – als Jugendlicher etwa gegen Senioren. Man ist dann selten in der Lage, Bestleistungen zu erbringen, aber man lernt, schwierige Situationen zu lösen.

8) Präzises Spiel

Wieder eine Übung für das Netzspiel. Coach Wilander steht im Halbfeld und liefert sich mit den Spielern A und B ein Volleyduell. Wichtig: Die Übung funktioniert auch mit nur einem oder sogar mit drei Spielern am Netz. Wilander bewegt sich ständig einen bis zwei Meter nach vorne, hinten, links und rechts. A und B müssen ihren Trainer so präzise anspielen, dass er jeden Ball als Flugball nehmen kann. Sie lernen so, Bälle auch aus schwierigen Lagen exakt zu platzieren und Laufwege zu antizipieren. Wilander: „Es ist wichtig, Variationen zu üben, die nicht alltäglich sind. Man kann im Match auf sie zurückgreifen.“ Variante für Hobbyspieler: Spielen Sie Ihren Coach so genau an, dass Sie gemeinsam einen Ballwechsel mit 50 Volleys schaffen. Variante für Turnierspieler: Ihr Coach lässt Sie ebenfalls laufen, sodass auch Sie ständig in
Bewegung sind.

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Grafik: Jochen Schäfers