Rafael Nadal

„La Undécima”? Rafa mit Schwitzen oder Roger im Sitzen

Für Rafael Nadal beginnt in Monte Carlo die schönste Zeit des Jahres: die Sandplatzsaison. Der Spanier geht nach seinen Auftritten im Davis Cup als Favorit ins Turnier. Zudem beginnt wieder das Rennen um die Nummer eins mit Roger Federer.

Die Vögel zwitschern, die Blumen blühen, die Straßencafes beginnen, sich zu füllen, Flora und Fauna erwachen zum Leben, die Temperaturen steigen. Der Frühling ist da und mit ihm die europäische Sandplatzsaison. Und wie immer ganz besonders freut sich Rafael Nadal auf diese Zeit. Monte Carlo, Barcelona, Madrid, Rom und Paris: Wenn Rafa an diese Turniere denkt, dann entstehen bei ihm Frühlingsgefühle.

Zum vierten Mal in seiner Karriere nach 2009, 2011 und 2014 geht Nadal als Weltranglistenerster in seine schönste Zeit des Jahres: die Sandplatzsaison. Für den 31-Jährigen beginnt das Tennisjahr 2018 nun so richtig, nachdem er bei den Australian Open im Viertelfinale verletzt aufgeben und seine geplanten Turnierstarts in Acapulco, Indian Wells und Miami absagen musste. „Wenn du verletzt bist, aber dennoch verschiedene Sachen machen kannst wie Golf spielen, lenkt dich das ab. Aber mit dieser Verletzung konnte ich gar nichts machen – keine körperliche Arbeit. Jede Bewegung, die ich gemacht habe, hat die Verletzung beeinflusst“, sagte Nadal vor Turnierbeginn in Monte Carlo.

Nadal: „Es ist eine Liebesgeschichte”

Um nach den French Open weiterhin die Nummer eins zu bleiben, muss der 31-Jährige nicht nur ein straffes Programm abspulen, sondern auch Siege am Fließband produzieren. Satte 4680 Punkte aus dem Vorjahr hat Nadal zu verteidigen. Die Rechnung ist simpel: Verteidigt er in Monte Carlo, Barcelona und Madrid nicht seine Titel, dann wird Roger Federer im ATP-Ranking wieder an ihm vorbeiziehen. Das Nummer-eins-Rennen in den nächsten zwei Monaten läuft unter folgendem Motto: Rafa mit Schwitzen oder Roger im Sitzen.

Nadals erster Stopp ist Monte Carlo. Seine Bilanz im Fürstentum: 63:4, elf Finalteilnahmen, zehn Titel – unglaubliche Zahlen. Das Masters-1000-Turnier ist neben den French Open die riesengroße Wohlfühloase des Spaniers. „Es ist eine Liebesgeschichte zwischen mir und dem Event. Ich habe nicht genug gespielt, um hundertprozentig zu wissen, ob ich in bester Verfassung bin. Aber das Gespür ist sehr gut“, sagte Nadal. In Monte Carlo verbringt er seine 170. Woche als Nummer eins und zieht damit mit John McEnroe gleich.

Fünf Turniere, 27:0?

Der Weltranglistenerste stapelt gewohnt tief vor seinem ersten ATP-Match auf Sand in diesem Jahr. Doch große Zweifel an seiner körperlichen Verfassung und Form sollte es nach dem Davis Cup zwischen Spanien und Deutschland nicht mehr geben. Die beiden klaren Dreisatzsiege in Sevilla gegen Philipp Kohlschreiber und Alexander Zverev haben gezeigt: Nadal ist fit, in guter Form und wieder der Spieler auf Sand, den man besiegen muss, um die großen Titel zu gewinnen. Im letzten Jahr war es Dominic Thiem, der als einziger Spieler gegen Nadal auf Sand gewinnen konnte – im Viertelfinale in Rom. Und 2018? Toni Nadal bringt es auf den Punkt: „Das Level, das Rafael im Davis Cup gespielt hat, erlaubt es uns vorherzusagen, dass er ein sehr gutes Jahr auf Sand haben wird.“ Onkel Toni geht davon aus, dass sein ehemaliger Schützling zum elften Mal die French Open gewinnen wird.

Im Vorjahr war „La Décima“ eines der am meisten verwendeten Wörter in der Tennisszene. Nadal gewann in Monte Carlo, Barcelona und Paris zum zehnten Mal. Eigentlich unvorstellbar in der heutigen Ära, wo die Leistungsdichte im Profitennis immer größer wird. Nadal hat es trotzdem geschafft. Und ein Ende der Titelserien auf Sand ist längst nicht in Sicht. 27:0: Das wäre die Bilanz, wenn Nadal eine perfekte europäische Sandplatzsaison hinlegen würde. Alle seine Spiele auf Asche im Frühling hat der Spanier zwar schon dreimal (2005, 2006, 2010) gewonnen, doch fünf Turniersiege in dieser Zeitspanne wäre auch für Rafa etwas Einmaliges. 2017 hieß es in Monte Carlo, Barcelona und bei den French Open „La Décima“ für Nadal. Erleben wir 2018 das dreifache „La Undécima“? Die Chancen stehen gut.

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