Der „One-Point-Slam“ ist ein Gewinn für den Tennissport
Der „One-Point-Slam“ der Australian Open 2026 In Melbourne bewies: Dieses Schnell-Format erreicht jede Menge Fans und bereichert die „Opening-Week“.
Ich muss zugeben, dass ich skeptisch war. Kann ein Tennis-Turnier, bei dem jedes Match nach einem Punkte zu Ende ist, funktionieren? Wie soll da Spannung aufkommen? Brauchen wir Hardcore-Tennislover nicht immer diese epischen Schlachten? Der „One-Point-Slam“ der Australian Open, der nun erstmals auf der großen Bühne stattfand, zeigte: Es reicht tatsächlich ein Punkt pro Match, um einen perfekten Turnierabend zu initiieren, sofern – wie in Melbourne – die richtigen Zutaten zusammenkommen.
Sieg gegen Sinner: Amateur gewinnt „One-Point-Slam“ in Melbourne
Australian Open 2026 mit dem „One-Point-Slam“: Amateure treten gegen Sinner an
Die Spieler und Spielerinnen sind – natürlich – das Wichtigste. 24 Profis standen 24 Amateuren gegenüber. Das Feld war gespickt mit „Big Names“, lokalen Promis und nicht zu unterschätzenden Amateurspielern. Das „Ein-Punkt-Format“ sorgte dann tatsächlich für eine Gleichheit aller, die den Reiz dieses Wettbewerbs ausmachte. Hinzukamen die ungewöhnlichen Match-Konstellationen: Mann gegen Frau, Weltstar gegen Breitensportler, Grand Slam-Siegerin gegen Comedian, Weltranglistenführender gegen Tenniscoach.
Beim „One-Point-Slam“ sind alle gleich
Die Ergebnisse, wenn es nur um einen Punkt geht und die Profis nur einen Aufschlag haben, überraschten dann vollends, auch wenn viele Duelle selten lange dauerten. Tennisfans in aller Welt dürften bei den verschlagenen Aufschlägen von Top-Profis wie Jannik Sinner, Coco Gauff, Frances Tiafoe oder Arthur Rinderknech erleichtert gewesen sein: Mensch, so etwas passiert sogar den Besten der Welt! Carlos Alcaraz patzte bei seinem Lieblingsball – dem Stopp. Danach verstand er die Welt nicht mehr: „Der kommt doch eigentlich immer!“ Das alles waren Szenen, die die Fans bestens unterhielten – nicht nur in volle der Rod Laver-Arena, sondern auch vor den Streams in aller Welt.
met the legend himself and his girlfriend ! lol I told her to get in the picture because behind every good man is a great woman 😌 pic.twitter.com/BzfnSA9jsK
— Coco Gauff (@CocoGauff) January 15, 2026
Die Krönung des Ganzen war schließlich das Ende: Mit Jordan Smith gewann ein entspannter Jugendtennis-Coach aus Sydney, der früher mal richtig gut war und eigentlich Tennisprofi werden wollte. Seinen Eltern, Neil und Michelle, gehört die Castle Hill Tennis Academy. Mit dem Überraschungssieger freute sich die komplette Tennis-Bubble. Coco Gauff zerrte ihn und seine Freundin vor ihr Handy für ein Selfie: „Ich habe die Legende persönlich und seine Freundin getroffen!“ Später klatschte er noch mit Roger Federer ab – Legenden unter sich quasi. Er musste Autogramme geben und für viele weitere Selfies in die Handykamera grinsen. In australischen Medien hieß es: „Jordan Smith, ist derzeit wohl der bekannteste Tennisspieler Australiens“. Besser hätte der „One-Point-Slam“ für die Veranstalter nicht laufen können.
„One-Point-Slam“ bei jedem Major
Klar: Es ist und bleibt ein Jux-Turnier zu Marketingzwecken, mit dem die Australian Open gut Geld verdienen und Aufmerksamkeit generieren – und das schon vor Beginn der Hauptfelder (ab Sonntag). Die „Opening Week“ vor dem eigentlichen Turnierstart, in der die Qualifikation stattfindet, ist längst eine wichtige Einnahmequelle der Grand Slam-Turniere geworden. In Melbourne strömten nun an drei „Quali-Tagen“ fast 100.000 Fans auf die Anlage – ein neuer Rekord, natürlich.
so so sooo happy an amateur won. we need 1 point slams at every grand slam pls. 🥹🥹🥹 so fun to watch #1pointslam
— Eva Lys (@evalys_) January 14, 2026
Die Australian Open haben nun mit dem „One-Point-Slam“ ein neues Format gefunden, das die „Opening Week“ bereichert und das – anders als der reformierte Mixed-Wettbewerb der US Open – wirklich jeder gut findet. Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Wenn ein „Big Name“ aus den Reihen der Profis den Turniersieg geholt hätte, wäre die Begeisterung sicherlich nicht halb so groß gewesen. So aber schrieb zum Beispiel die Deutsche Eva Lys auf X: „Ich freue mich riesig, dass ein Amateur gewonnen hat! Wir brauchen unbedingt One-Points-Slams bei jedem Grand Slam-Turnier! Es hat so viel Spaß gemacht zuzusehen.“
