Djokovic vs. Sinner: Symbol für den Generationenwechsel
Rekordchampion in Melbourne gegen den zweifachen Titelverteidiger. Novak Djokovic und Jannik Sinner treffen im Halbfinale der Australian Open aufeinander.
Zum elften Mal in fünf Jahren stehen sich Novak Djokovic und Jannik Sinner bei den Australian Open gegenüber – zum fünften Mal bei einem Grand-Slam-Halbfinale. Dieses Duell ist längst mehr als nur ein weiteres Match, es ist ein Symbol für den Generationenwechsel im Herrentennis. Auf der einen Seite der 24‑fache Grand-Slam-Champion, auf der anderen die Weltspitze der neuen Generation.
Sinner gewann fünf Duelle in Folge gegen Djokovic
Djokovic kam dabei mit viel Glück in dieses Halbfinale. Gegen Lorenzo Musetti lag er bereits mit zwei Sätzen hinten, ehe der Italiener Mitte des dritten Satzes verletzungsbedingt aufgeben musste. Djokovic wirkte in Phasen nicht so dominant wie in seinen besten Jahren, doch gerade in solchen Situationen hat er in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass man ihn nie abschreiben darf. Er selbst betonte vor dem Match, dass Jannik Sinner und Carlos Alcaraz „im Moment auf einem anderen Niveau“ spielen, fügte aber ebenso klar hinzu, dass er nach wie vor überzeugt ist, jeden schlagen zu können.
Sinner hingegen spielt bislang ein äußerst konstantes Turnier. Er hat nur einen Satz abgegeben, stand selten länger als nötig auf dem Platz und vermittelt den Eindruck, körperlich wie mental voll da zu sein. Die Bilanz gegen Djokovic spricht mit 6:4 für ihn. Die letzten fünf Duelle hat er allesamt gewonnen (mit nur einem Satzverlust), was seinen Aufstieg in die absolute Weltspitze unterstreicht. Gleichzeitig zeigt Sinner großen Respekt vor Djokovic. Er betont immer wieder, wie wichtig es für den Tennissport sei, dass Djokovic noch spielt, wie beeindruckend dessen Form im fortgeschrittenen Alter ist und dass er selbst noch viel von ihm lernen könne.
Starker Aufschläger gegen den besten Returnspieler
Djokovic bringt seine enorme Erfahrung und eines der besten Returnspiele der Geschichte mit auf den Platz. Er wird versuchen, mit Variationen, Winkeln und seiner berühmten Nervenstärke in den wichtigen Momenten das Geschehen zu kontrollieren. Sinner wird mit einem sehr hohen Grundtempo, druckvollen, flachen Schlägen und seinem starken Aufschlag, mit dem er sich freie Punkte und gute Ausgangspositionen in den Ballwechseln erarbeiten will.
Taktisch wird viel davon abhängen, wie gut Sinner seinen ersten Aufschlag ins Feld bringt und ob er es schafft, Djokovic nicht dauerhaft in seine bevorzugten langen Rallys zu lassen. Entscheidend könnten am Ende die Nerven in Tiebreaks und in den ganz engen Phasen sein. Ein Bereich, in dem Djokovic minimal im Vorteil ist, während Sinner in den letzten Monaten bewiesen hat, dass er auch auf der größten Bühne stabil geblieben ist.
Alles deutet auf ein hochklassiges Halbfinale hin. Die aktuelle Form eher auf Seiten Sinners, die Nerven eher bei Djokovic. Es wird ein weiteres Kapitel einer Rivalität sein, die den Tennissport schon jetzt prägt und ihn vielleicht noch ein paar Jahre begleiten wird.
Djokovic vs. Sinner – Alle Duelle
| Jahr | Sieger | Turnier | Runde | Belag | Ergebnis | |
| 2025 | Jannik Sinner | Wimbledon | Halbfinale | Rasen | 6:3 6:3 6:4 | |
| 2025 | Jannik Sinner | Roland Garros | Halbfinale | Sand | 6:4 7:5 7:6(3) | |
| 2024 | Jannik Sinner | ATP Masters 1000 Shanghai | Finale | Hartplatz | 7:6(4) 6:3 | |
| 2024 | Jannik Sinner | Australian Open | Halbfinale | Hartplatz | 6:1 6:2 6:7(6) 6:3 | |
| 2023 | Jannik Sinner | Davis Cup Finals | Halbfinale | Hartplatz (Halle) | 6:2 2:6 7:5 | |
| 2023 | Novak Djokovic | ATP Finals | Finale | Hartplatz (Halle) | 6:3 6:3 | |
| 2023 | Jannik Sinner | ATP Finals | Round Robin | Hartplatz (Halle) | 7:5 6:7(5) 7:6(2) | |
| 2023 | Novak Djokovic | Wimbledon | Halbfinale | Rasen | 6:3 6:4 7:6(4) | |
| 2022 | Novak Djokovic | Wimbledon | Viertelfinale | Rasen | 5:7 2:6 6:3 6:2 6:2 | |
| 2021 | Novak Djokovic | Monte-Carlo Masters | Runde der letzten 32 | Sand | 6:4 6:2 |
