Warum Jannik Sinner mein Lieblingsspieler ist
Für unseren Schülerpraktikanten Julius ist Jannik Sinner der Spieler, mit dem er am meisten mitfiebert. Hier erklärt er, warum.
Gemeinsam mit dem Spanier Carlos Alcaraz ist Jannik Sinner aktuell das Maß aller Dinge im Tennissport. In allen vier Grand-Slam-Turnieren des letzten Jahres stand er im Endspiel, davon konnte er mit Siegen bei den Australian Open (im Finale gegen Alexander Zverev) und in Wimbledon (im Finale gegen Carlos Alcaraz) zwei von vier Finalspielen für sich entscheiden.
Mit vier weiteren ATP-Titeln, unter anderem den ATP-Finals in Turin, stand Sinner auf Platz zwei der Jahresendrangliste von 2025 – und das trotz einer dreimonatigen Sperre von Anfang Februar bis Anfang Mai wegen eines Dopingvergehens. Sinner überzeugt mit seinem anschaulichen, offensiven und dominanten Spielstil, der vor allem auf Hardcourt voll zur Geltung kommt. Das spiegelt sich auch in seinen Turniersiegen wider, denn er gewann alle seine ATP-1000-Titel auf diesem Untergrund.
Ich mag Sinner aber nicht nur aufgrund seiner starken Auftritte auf dem Platz, sondern auch aufgrund seiner bodenständigen und freundlichen Art abseits des Platzes, die sich vor allem durch seine Heimatverbundenheit kennzeichnet. Er wuchs in Sexten im Südtiroler Pustertal auf, wo immer noch seine Eltern und Bruder Marc leben, die er, sofern es der Turnierkalender erlaubt, gerne besucht.
Sinner verlässt früh sein Elternhaus
In seiner Kindheit war Sinner ein sehr guter Skifahrer und es gab durchaus die Perspektive, dass aus ihm ein Skistar werden könnte. Im Alter von zwölf Jahren wurde er sogar italienischer Landesmeister im Riesenslalom, doch er probierte sich auch in vielen anderen Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Fußball und auch im Tennis.
Sein damaliger Tennistrainer Heribert Mayr erkannte sein Talent mit dem Tennisschläger früh und förderte ihn, ehe er sich mit 13 Jahren dazu entschied, nach Bordighera zu ziehen, um bei dem bekannten italienischem Trainer Riccardo Piatti zu trainieren. Mit diesem Schritt entschied er sich gegen eine mögliche Karriere im Skisport und für den Tennissport.

Jannik Sinner mit seinem Jugendtrainer Ricardo Piatti.Bild: Imago
Meiner Meinung nach ist dieser Schritt eine sehr mutige und schwierige Entscheidung. Es muss schwer für ihn gewesen sein, das Skifahren – eine Sportart, die ihm als Kind so viel bedeutet hat – einfach aufzugeben. Und dann auch noch im Alter von 13 Jahren ohne Eltern, sondern alleine in eine fremde Stadt zu einer ihm unbekannten Gastfamilie zu ziehen.
Erschwert wurde seine Situation zudem noch durch seine mangelnden Italienischkenntnisse, da man in seiner Heimat in Südtirol überwiegend Deutsch spricht. Er lernte jedoch schnell Italienisch und zu seiner Gastfamilie pflegt er bis heute ein freundschaftliches Verhältnis. Im Nachhinein kann man mit Blick auf seine bisherige Karriere sagen, dass diese Entscheidung absolut richtig war.
Vom Supertalent zum Dominator
Sinner durchlief den klassischen Weg vom Nachwuchsbereich über die unterklassigen Profi-Turniere, ehe er 2019 im Alter von 17 Jahren sein erstes Match auf der ATP-Tour in der Qualifikationsrunde des ATP-250-Turniers in Budapest bestritt. Bei seinem Debüt unterlag er zunächst seinem Gegner, doch qualifizierte sich trotz der Niederlage als Lucky Loser für das Hauptfeld. Dort feierte er gegen Máté Valkusz seinen ersten Sieg auf der großen Tour.
Im selben Jahr sprang er von Platz 551 in die Top 100 der Weltrangliste, gewann seinen ersten ATP-Titel in Sofia sowie am Ende des Jahres die Next Gen Finals in Mailand und wurde als Newcomer des Jahres ausgezeichnet. Jannik Sinner ärgerte die ganz Großen und schlug Top-10-Spieler wie David Goffin, Stefanos Tsitsipas oder Alexander Zverev und knackte zudem 2021 als einer der jüngsten Spieler der Geschichte die Top Ten der Weltrangliste.

Jannik Sinner gewann bislang vier Grand-Slam-Titel, zuletzt 2025 in Wimbledon.Bild: Imago/Paul Zimmer
Von Beginn an zeichnete sich Jannik Sinner durch seine bemerkenswerte mentale Stärke sowie seine extrem harten und präzisen Grundschläge aus. Das „Versprechen für die Zukunft“ löste er 2024 mit dem Sprung auf Platz eins der Weltrangliste und mit dem Gewinn von bislang vier Grand Slam-Titeln ein. Wenn ihn etwas in der Vergangenheit aufgehalten hat, dann war es sein eigener Körper. Immer wieder hatte er mit Muskelproblemen, Hüft- oder Ellenbogenverletzungen zu tun. Er und Alcaraz machen aktuell die großen Turniere unter sich aus. Es gibt es kaum einen anderen Spieler, der den beiden das Wasser reichen kann.
Streben nach Perfektion
Jannik Sinner gehört nach Carlos Alcaraz und Novak Djokovic zu den komplettesten Spielern im Welttennis. Er hat eine der mit Abstand besten Rückhände auf der Tour, dominiert mit seiner Vorhand Auch sein stark verbesserter Volley ist mittlerweile ein wichtiger Teil seines Spiels geworden. Am meisten verbessert hat sich zuletzt sein Aufschlag. Inzwischen serviert er oft eine zweistellige Anzahl von Assen pro Match. Insgesamt kann man von Sinner behaupten, dass er der Spieler mit konstantesten Grundschlägen ist. Damit gibt er sich aber nicht zufrieden, sondern perfektioniert seine Schläge Woche für Woche weiter.
Und genau das ist es, was mich an Sinner am meisten begeistert: Niederlagen akzeptiert er nicht einfach, sondern er analysiert und verbessert seine Schwachpunkte. Dieser ständige Hunger darauf, sein Spiel immer um ein paar Prozentpunkte zu optimieren, ist es, was ihn zum Champion macht und was ihn auszeichnet.
Das bin ich:
Ich heiße Julius Rümmler, bin 15 Jahre alt und spiele leidenschaftlich mit Freunden oder auf Turnieren Tennis (aktuell LK 10,8). Ich gehe auf das Carl von Ossietzky Gymnasium in Hamburg. Im Moment absolviere ich beim tennis MAGAZIN für die nächsten zwei Wochen mein Schülerpraktikum.
