Coco Gauff: Ein Vorbild mit Rückgrat

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Qualifizierte sich seit 2022 durchgehend für die WTA-Finals: Coco Gauff.

Die WTA-Finals in Indian Wells starten am 8. November. Mit dabei: Cincinnati-Champion Coco Gauff.

Im Format „Die Saison von …“ findet Ihr alle Infos über die besten acht Spielerinnen der Saison: Coco Gauff qualifizierte sich zum fünften Mal in Folge für die WTA-Finals.

2022 gab sie ihr Debüt. Endstation war die Gruppenphase. 2023 und 2025 erreichte sie das Halbfinale. 2024 konnte sie das prestigeträchtige Turnier zum Saisonabschluss im Finale gegen die Chinesin Zeng Qinwen gewinnen.

In der laufenden Saison zeigte Gauff mit einer Bilanz von 47 Siegen zu 15 Niederlagen solide Ergebnisse. Für einen Grand Slam-Sieg oder Finaleinzug reichte es in dieser Saison jedoch nicht. Das Jahr startete durchwachsen.

Durchwachsener Start in die Saison

Zu Saisonbeginn erreichte Gauff beim ersten Grand Slam des Jahres, den Australian Open, das Viertelfinale. In gerade einmal 59 Minuten musste sich die US-Amerikanerin in der Rod Laver-Arena der Ukrainerin Elina Svitolina mit 6:1 und 6:2 geschlagen geben.

Auch in den aufeinanderfolgenden WTA-1000-Turnieren in Doha und Dubai blieb der große Erfolg aus. In Doha verlor Gauff überraschend ihr erstes Match deutlich (4:6 und 2:6) gegen die Italienerin Elisabatta Cocciaretto. In Dubai erreichte Gauff das Halbfinale. Nach über drei Stunden und drei Sätzen unterlag sie erneut Svitolina. Endstand war: 4:6, 7:6 und 4:6. Während dem Match beschwerte sich die US-Amerikanerin lautstark bei ihrem Team bezüglich ihrer Aufschlagprobleme.

In der kalifornischen Wüste musste Gauff ihr Drittrunden-Match verletzungsbedingt abbrechen. Beim Masters in Miami gab es dann das erste große Saison-Highlight. Gauff erreichte das Finale. Im Endspiel musste sie sich der damaligen Nummer eins, Aryna Sabalenka, in drei Sätzen geschlagen geben.

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Erreichte in Miami das Finale: Coco Gauff.

Achterbahnfahrt auf der roten Asche

Auch die rote Asche brachte Höhen und Tiefen mit sich. In Stuttgart beim Porsche Tennis Grand Prix unterlag Gauff der Tschechin Karolina Muchova (Viertelfinale). In Madrid war im Achtelfinale Endstation. Sie verlor gegen die spätere Wimbledon-Siegerin Linda Noskova.

In Rom bei den Italian Open fand die US-Amerikanerin zurück zu ihrer Form und spielte sich bis ins Finale. Ein weiteres Mal musste sie den Sieg in einem hochklassigen Dreisatzmatch (4:6, 7:6, 2:6) an die Ukrainerin Svitolina abgeben.

Nach Paris reiste sie als Titelverteidigerin. 2025 gewann Gauff auf dem Court Philippe-Chatrier ihren zweiten Grand Slam-Titel. Damals gewann sie mit 6:7, 6:2 und 6:4 gegen Aryna Sabalenka. Die Mission Titelverteidigung in diesem Jahr scheiterte in Runde drei an Anastasia Potapova.

Überraschender Erfolg auf Rasen

Die Generalprobe auf Rasen in Berlin für den dritten Grand Slam des Jahres endete im Achtelfinale, welches Gauff in drei Sätzen gegen die Spanierin Paula Badosa verlor. Gauff führte zunächst deutlich, Badosa drehte das Match in Satz zwei und drei.

Statistisch gesehen ist Gras der schwächste Belag der zweifachen Grand Slam-Siegerin. In diesem Jahr schien sich Gauff jedoch mit dem grünen Untergrund anzufreunden. Sie stellte ihre bisherige Bestleistung in Wimbledon ein und erreichte erstmals das Halbfinale. Die Bad Homburg-Siegerin Karolina Muchova beendete Gauffs Lauf an der Church Road schließlich in drei Sätzen.

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Stylisch: Trug die New Balance x Miu Miu-Kollektion in Wimbledon: Coco Gauff.

Gauff und das Imposter-Syndrom

Die US-Amerikanerin bewies in Wimbledon starke Nerven. In Runde zwei legte Gauff ein spektakuläres Comeback hin. 4:7 lag sie im Match-Tiebreak gegen die Argentinierin Solana Sierra hinten und schaffte es dennoch, die Partie für sich zu entscheiden. Wie ihr das gelang? „Ich habe mich daran erinnert, wer ich bin“, sagte Gauff im anschließenden On Court-Interview.

Im All England-Club gab Gauff zu: „Ich habe das Gefühl, dass ich manchmal so etwas wie ein Imposter-Syndrom habe.“ Bei einem Imposter-Syndrom handelt es sich um ein psychologisches Phänomen, bei dem Betroffene trotz nachweisbarer Erfolge davon überzeugt sind, nicht gut genug zu sein und die eigene Leistung abzuwerten oder nicht anzuerkennen. Doch Gauff erinnerte sich: „Aber wenn ich mir meine bisherige Karriere mit 22 ansehe, kann ich mich definitiv mit vielen anderen messen.“ Gauff ist zweifache Grand Slam-Siegerin, gewann insgesamt 12 WTA-Titel und stand im Juni 2024 auf Rang zwei der Weltrangliste.

Coco Gauff wird Cincinnati-Champion

Einen weiteren großen Erfolg feierte die US-Amerikanerin dann zu Beginn des nordamerikanischen Hardcourt-Swings. Nachdem sie bei den Canadian Open in Toronto das Halbfinale erreichte, kämpfte sie sich bei den Cincinnati Open bis ins Finale.

Im Endspiel gewann sie das WTA-1000-Turnier zum zweiten Mal. Mit 6:2 und 6:4 setzte sich Gauff gegen ihre gelegentliche Doppelpartnerin Jessica Pegula durch. In Cincinnati betonte Gauff stolz ihre Entwicklung: „Letztes Jahr stand ich buchstäblich auf dem Parkplatz und habe geweint – ein Jahr kann viel ausmachen.“

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Gewann in Cincinnati ihren ersten Titel der Saison: Coco Gauff.

2023 gewann Gauff sowohl in Cincinnati, als auch bei den US Open. Diesen Triumph konnte sie in dieser Saison nicht wiederholen. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem sie dabei war, ihre Aufschlagtechnik während des Turniers umzustellen, zeigte Gauff in diesem Jahr jedoch eine solide Performance in New York.

Sie gewann unter anderem gegen Paula Badosa, Iva Jovic und Mirra Andreeva. Gegen die Russin wehrte die US Open-Siegerin von 2023 zwei Matchbälle ab und kämpfte sich ins Halbfinale, welches sie gegen die spätere US Open-Siegerin Elena Rybakina verlor, die in New York die neue Nummer eins wurde.

Ein Zeichen gegen rassistische Netzangriffe

Die Asien-Tour war für Gauff von Herausforderungen geprägt. Nach einer, im Netz umstrittenen, aber dem Regelwerk folgenden, Punktwiederholung zu Gauffs Vorteil bei den China Open im Match gegen die 16-Jährige Chinesin Sun Xinran, erhielt die 22-Jährige eine Vielzahl an rassistischen Kommentaren und Hassbotschaften im Netz. „Man kann mich nicht mögen oder anderer Meinung darüber sein, was passiert ist, ohne dabei rassistisch zu sein“, schrieb Gauff auf X.

Es war nicht das einzige Mal, dass sich Gauff in dieser Saison zu rassistischen Cyberattacken auf Social Media äußerte. Die US-Amerikanerin ist selbst aktiv auf den Sozialen Plattformen, besonders auf TikTok. Im Frühjahr schlug der amtierenden Cincinnati-Siegerin eine Welle negativer und ebenfalls rassistischer Nachrichten entgegen, nachdem sie Fotos von einer Kooperation mit der Luxusmarke MiuMiu gepostet hatte.

Gauff: „Ich werde mich nicht entschuldigen“

Gauff wurde für ihren Look, unter anderem für das Styling ihrer Haare angefeindet. „Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, wie mein Haar aussieht, weil da draußen andere Mädchen sind, die die gleichen Haare wie ich haben und ich möchte, dass sie sich repräsentiert fühlen“, machte Gauff in einem TikTok-Video deutlich. „Seid netter zueinander“, appellierte die US-Amerikanerin.

Für viele Tennisfans ist Coco Gauff ein Vorbild. Die 22-Jährige spricht vor allem die neue Generation an, da sie sportliche Höchstleistungen erbringt und sich gleichzeitig authentischen und reif für gesellschaftlich relevante Themen engagiert. Gauff tritt gewissermaßen in die Fußstapfen ihrer Idole Serena und Venus Williams. Bereits in jungen Jahren nutze sie ihre Plattform, um sich gegen Rassismus, Diskriminierung und Hass auszusprechen.

Gauff ruft US-amerikanische Bürger dazu auf, wählen zu gehen.

Politisch positioniert sich Gauff öffentlich. Sie pflegt eine gute Beziehung zu den Obamas. Das Halbfinalmatch der zweifachen Grand Slam-Siegerin verfolgte Michelle Obama in Flushing Meadows live vor Ort. Anfang November, kurz vor Start der WTA-Finals, fanden die Wahlen in den USA (die Midterms) statt.

Gauff nutze ihre Plattform im Vorfeld, um US-amerikanische Bürger dazu aufzurufen, vom eigenen Wahlrecht Gebrauch zu machen. In ihrer Instagram-Story postete sie einen „I Voted“- Sticker auf ihrem Sweatshirt und schrieb darunter: „biggest flex ngl“ (auf deutsch bedeutet das in etwa: ,damit kann man angeben‘). Nach dem veröffentlichten Wahlergebnis postete Gauff eine US-amerikanische Flagge und ein blaues Herz in ihrer Story auf Instagram. „Stolz“, schrieb sie darüber. Im Februar betonte Gauff bei den Dubai Tennis Championships: „Ich hasse es, wenn man uns sagt, wir sollen uns aus der Politik heraushalten.“

Gelingt Gauff ein zweiter Sieg bei den Finals?

Gauff prägt den Tennissport auf und neben dem Court. Nach einer kurzen Asien-Tour steht für die US-Amerikanerin das große Highlight zum Saisonabschluss an. Als Nummer vier Welt reist Gauff nach Indian Wells.

Gelingt der Siegerin der WTA-Finals von 2024 ein zweiter Triumph? Dafür müsste sie zunächst die Gruppenphase überstehen. Gemeinsam mit Elena Rybakina, Jessica Pegula und Linda Noskova geht Gauff in Gruppe eins an den Start.