TENNIS-US-OPEN

US Open: Zverev verrät, mit was Lendl ihn im Training konfrontiert

Alexander Zverev lieferte in der ersten Runde der US Open in New York eine  souveräne Vorstellung ab. Was den 21–Jährigen auch wegen der relativ kurzen Spielweise unter extremen Bedingungen zufriedenstellte. Im Fokus der Analyse stand das Trainerdebüt von Ivan Lendl – und damit interessante Vergleiche aus anderen Sportarten.

In der obligatorischen Presserunde nach dem 6:2, 6:1 und 6:2-Erfolg über den Kanadier Peter Polansky, der in den sozialen Medien zum Star aufgestiegen war, nachdem er den „Lucky-Looser-Slam“ unlängst komplettiert hatte, stand neben Fragen zu den äußeren Bedingungen das Thema Ivan Lendl im Mittelpunkt.

Der Neu-Coach der deutschen Nummer eins ist bekannt dafür, einige Vergleiche zur Sportart Golf zu ziehen. Schließlich beschäftigte sich der achtfache Grand Slam-Sieger intensiv mit der Sportart, in der zwei seiner Töchter erfolgreich spielen. Darüber hinaus ist seine Hingabe zu dieser Sportart in der Tennisszene bekannt.

Dementsprechend wollte ein Reporter von Zverev wissen, ob das neueste Teammitglied im Zverev-Clan schon Golfvergleiche im Training benutzt habe. Mit einem Lächeln verneinte das der 21–Jährige zunächst fälschlicherweise. Dann stellte die Nummer vier der Welt richtig: „Er tut das so ziemlich jeden Tag.“

Zverev führte aus, dass Lendl ihn mit jeder Menge Zitate von Profigolfern konfrontiere. „Aber er nutzt auch Aussagen und Zitate aus vielen anderen Sportarten von großartigen Sportlern und Persönlichkeiten“, gab der neunfache ATP-Champion zu Protokoll. Genauer konnte oder wollte der Davis Cup-Spieler aber nicht werden. „Er erzählt mir so viel, dass ich mich gerade an keines erinnern kann.“

Gegen den kanadischen Lucky Loser zeigte er zumindest schon mal ein paar kleinere, spielerische Veränderungen. Zverev positionierte sich auffällig nahe der Grundlinie – vor allem beim Return. Den bezeichnete Boris Becker während des Livekommentars als eigentliche Schwachstelle des Youngsters. Umso überraschender waren einige frühgetroffene Returns, insbesondere mit der durchgeschwungenen Vorhand.

Ohne auf konkrete Punkte einzugehen, erklärte Zverev nach dem Match zur gemeinsamen Trainingsarbeit: „Es gibt Dinge, auf die legt er großen Wert und sorgt dafür, dass ich diesen Dingen große Aufmerksamkeit zukommen lasse. Ich hoffe, dass mir das langfristig helfen wird.“

Der Anführer der NextGen erinnerte aber ebenfalls daran, dass es sich lediglich um eine erste Runde gehandelt habe und es das erste Match unter der Leitung Lendls gewesen sei. Auch in Paris etwa hatte Zverev gegen Ricardas Berankis in Runde eins keinerlei Mühe gehabt, bevor er in den drei aufeinanderfolgenden Runden einem 1:2-Rückstand hinterherlaufen musste.

„Hoffentlich werde ich hier noch ein paar Matches spielen, dann kann ich die Frage zu unserer Zusammenarbeit am Ende des Turniers ausführlicher beantworten“, sagte Zverev. Sein nächster Gegner ist Doppelspezialist Nicolas Mahut, der ebenfalls als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht ist. In Runde eins besiegte er den Tschechen Norbert Gombos.

Mahut, der 36-Jährige Veteran, der am Ende der Saison aufhören möchte, führt im direkten Vergleich mit 1:0. 2017 gewann er in der ersten Runde von Marseille zweimal im Tiebreak. Auch bei den US Open hat der Davis Cup-Sieger den besseren Rekord.

Während Zverev bei drei Teilnahmen nie die zweite Runde überstand, hat Mahut zweimal die dritte Runde erreicht – allerdings bei 13 Versuchen. Zverev bleibt der glasklare Favorit. Und das mit oder ohne Golfvergleiche seines Trainers.