Serena Williams

US Open: 10 Kurzgeschichten zu Tag zwei

Was passierte an spannenden und kuriosen Sachen am zweiten Tag der US Open? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse im Corona Park in New York City.

Serenas Botschaft

Serena Williams strebt bei den US Open ihren 24. Grand-Slam-Titel an. Der siebte Triumph in New York würde bedeuten, dass sie mit Margaret Court gleichzieht. Vor 20 Jahren spielte Williams das erste Mal bei den US Open. Ihr Sponsor Nike nahm dies zum Anlass, um einen Werbespot zu produzieren – eine Reise in Serenas Vergangenheit. Der einminütige Clip wurde unter Williams‘ Twitter-Profil bislang mehr als 44.000-mal geteilt.

Knauserige Spielerfrauen

Kelsey Anderson ist die vielleicht präsenteste Spielerfrau auf der ATP-Tour, da sie ihren Mann auf Schritt und Tritt verfolgt und bei jedem Match in der Box sitzt. Die US-Amerikanerin lud 20 weitere Spielerfrauen- und freundinnen (darunter die Partnerinnen von Matthew Ebden, Taylor Fritz und Jeremy Chardy) zu einem Event ein, um die wohltätige Stiftung von Billie Jean King (Hilfe für Frauen auf der Welt, um im Sport Fuß zu fassen) zu unterstützen. Eine tolle Idee, allerdings kamen nur 1.200 US-Dollar zusammen. Das macht im Durchschnitt 57 US-Dollar pro Teilnehmerin. Eine recht magere Ausbeute, wenn man bedenkt, dass jede Teilnehmerin sogar eine Geschenktasche von namhaften Firmen (Dunlop, Voss Water, Sugarpova) erhielt, die im Wert vermutlich größer war als die Spenden. „Eure Anstrengung ist großartig, aber 1.200 Dollar? Vielleicht können Mirka (Federer) oder Jelena (Djokovic) kurz in ihren Vuitton-Handtaschen nach Wechselgeld fischen, da sollte mehr dabei rauskommen“, merkte eine Frau via Twitter süffisant an. Es soll weitere Spendenanlässe der Spielerfrauen geben. Luft nach oben gibt es allemal.

Kollegen huldigen David Ferrer

Die Grand-Slam-Karriere von David Ferrer ging gestern mit der Aufgabe gegen Rafael Nadal zu Ende. Es war seine allererste Aufgabe bei einem Major. Der Spanier ist einer, wenn nicht sogar der erfolgreichste Spieler ohne Grand-Slam-Titel. Ferrer ist ein Musterbeispiel für die Einstellung zu seinem Beruf. Zahlreiche Kollegen huldigten via Twitter die große Karriere des 35-Jährigen, die nächstes Jahr in Barcelona oder Madrid endgültig zu Ende gehen soll.

Auch Mikhail Youzhny beendet Grand-Slam-Karriere mit Aufgabe

Das ist bitter! Nach David Ferrer hat nun auch Mikhail Youzhny sein letztes Grand-Slam-Match mit einer Aufgabe beendet. Der 36-Jährige, der letztes Jahr bei den US Open beinahe Roger Federer bezwungen hatte, musste die Partie gegen Marcos Baghdatis bei 1:3 im vierten Satz abbrechen. Youzhny, zweimaliger Halbfinalist in New York, fehlen nur zwei Siege für die 500er-Marke auf der ATP-Tour. Der Russe spielt in St. Petersburg im September sein letztes Turnier.

Fabio Fognini spielt in USA-Shorts

An dieser Hose schieden sich die Geister. Modisch gut oder völlig übertrieben? Fabio Fognini trat zu seinem Erstrundenmatch in einer USA-Shorts an, die an den Boxer Apollo Creed aus den Rocky-Filmen erinnerte. Sein Gegner: Ausgerechnet ein Lokalmatador. Trotz des Fashion-Statements zu Amerika waren die meisten Zuschauer auf der Seite von Michael Mmoh. Ob Fognini, der in vier Sätzen siegte, weiter in dieser Hose spielen wird?

Alizé Cornet wird wegen Shirtwechsel verwarnt

Alizé Cornet war eine von vielen Spielerinnen, die die Heat Policy in Anspruch nahmen. Als die Französin nach dem zweiten Satz nach der zehnminütigen Pause zurück auf den Platz kam, bemerkte sie, dass sie ihr frisches Shirt falschrum angezogen hatte. Cornet entkleidete sich auf dem Platz und drehte das Shirt auf die richtige Seite. Die Folge: Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens. Eine Strafe, die typisch für die USA ist und nicht zwingend verstehen muss.

Weißrusslands starke Damen

Das weißrussiche Damentennis ist auf dem Vormarsch. Im letzten Jahr stand Weißrussland im Finale des Fed Cups – ohne Superstar Victoria Azarenka. Bei den US Open haben die Ladys aus Osteuropa nun erneut Geschichte geschrieben. Erstmals bei einem Grand Slam stehen vier Weißrussinnen in der zweiten Runde: Victoria Azarenka, Aryna Sabalenka, Aliaksandra Sasnovich und Vera Lapko. Ein weißrussisches Duell bei einem Major gab es noch nie.

Marius Copil verspielt Megavorsprung und gibt auf

Der erste Satz war für Marius Copil schon so gut wie gesichert. Der Rumäne führte gegen Marin Cilic völlig überraschend mit 5:1, 40:0. Was dann kam? Cilic gewann elf Spiele in Folge. Copil war schließlich mit seinen Kräften am Ende und gab bei 5:7, 1:6, 1:1 wegen Schmerzen am linken Arm auf – zum allerersten Mal in seiner Karriere.

Heat Policy verhindert keine Aufgaben

Das gab es bei den US Open noch nie. Während die Damen wie gewohnt nach dem zweiten Satz eine 10-minütige Auszeit nehmen dürfen, kam die Heat Policy am zweiten Spieltag nun auch erstmals bei den Herren zur Anwendung. Bei 36 Grad im Schatten und hoher Lufttemperatur hatten die Organisatoren bei den brutalen Bedingungen ein Einsehen und statteten den Spielern eine zehnminütige Pause nach dem dritten Satz zu. Doch die Heat Policy sorgte nicht dafür, dass alle Spieler ihre Partien beenden konnten. Ricardas Berankis gab wegen eines Hitzeschlags auf, Stefano Travaglia brach sein Match wegen Krämpfen ab. Neben Copil konnte auch Leonardo Mayer nicht zu Ende spielen. „Es ist kriminell, dass man unter solchen Bedingungen Tennis spielen muss“, sagte Florian Mayer am Montag über die Hitze in New York. Insgesamt gab es sieben Aufgaben in der ersten Runde der Herren. 2015 waren es sogar zehn.

Neue Regelung im Arthur Ashe Stadion

Fans, die gerne in der Day Session ins Arthur Ashe Stadion dabei sein möchten, sollten sich es gut überlegen. Denn in diesem Jahr gilt im größten Tennisstadion der Welt eine neue Regelung. Statt der üblichen drei Matches am Tag gibt es nur noch zwei Partien, die Startzeit wurde zudem um eine Stunde nach hinten auf 12 Uhr verschoben. In den vergangenen Jahren kam es oft vor, dass die Night Session wegen der langen Matches in der Day Session erst später beginnen konnte. Dank der Regelung im neu gebauten Louis Armstrong Stadium lohnt sich vor allem in den ersten Tagen ein Groundpass. Denn mehr als die Hälfte der Plätze sind frei zugänglich. „Mit zwei Plätzen mit Dächern haben wir nun die Möglichkeit, die Topspieler durch die beiden Stadien zu rotieren“, sagt Turnierdirektor David Brewer.