2018 US Open – Day 1

US Open: 10 Kurzgeschichten zu Tag eins

Was passierte an spannenden und kuriosen Sachen am ersten Tag der US Open? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse im Corona Park in New York City.

HIER geht es zu den Ergebnissen der Deutschen

Simona Halep schreibt ungewollt Geschichte

Das gab es bei den US Open noch nie. Zum ersten Mal ist eine topgesetzte Spielerin in der ersten Runde ausgeschieden. Simona Halep, nach den beiden Turnierwochen in Montreal und Cincinnati als große Turnierfavoritin gehandelt, unterlag Kaia Kanepi klar mit 2:6, 4:6. Es war erst das sechste Mal in der Grand-Slam-Geschichte, dass eine topgesetzte Spielerin ihr Auftaktmatch verlor – vor Halep erwischte es Angelique Kerber bei den French Open 2017. „Ich habe nicht die Balance gefunden. Für mich sind erste Runde schwieriger, weil ich emotionaler bin“, kommentierte Halep, die trotz des frühen Aus die Nummer eins bleiben wird.

Zwei Karriereenden an einem Tag

Innerhalb von wenigen Stunden beendeten zwei ehemalige Top-25-Spieler ihre Profikarriere. Der 35-jährige Luxemburger Gilles Muller verlor ein Marathonmatch (den ausführlichen Bericht gibt es hier zu lesen) und sagte Goodbye. Und auch für Florian Mayer ist Schluss. Der 34-jährige Bayreuther unterlag dem Kroaten Borna Coric. „Es war eine tolle Reise. Ich habe ein gutes letztes Match gespielt, ich kann zufrieden sein. Natürlich ist es nicht leicht, es wird etwas fehlen, aber irgendwann trifft es jeden, und den Altersprozess kann man nicht aufhalten.“

Trauriges Grand-Slam-Ende von David Ferrer

So sollte die Grand-Slam-Karriere von David Ferrer nicht zu Ende gehen. Es war alles angerichtet für einen großen Abend unter Freunden. Ferrer traf in der Night Session im Arthur Ashe Stadion auf Titelverteidiger Rafael Nadal. Die US Open seien sein letztes Grand-Slam-Turnier hatte der Spanier vorher angekündigt. Leider konnte er das Duell nicht zu Ende spielen. Trotz eines Breakvorsprungs im zweiten Satz gab Ferrer das Match bei 3:6, 4:3 auf. Die Wade ließ das Weiterspielen nicht mehr zu. „Das ist mein letztes Grand-Slam-Match gewesen. Mir tut es so leid, dass ich das Match nicht beenden kann. Vielen Dank, ich werde euch vermissen”, sagte Ferrer. Der 36-Jährige will sein letztes Turnier nächstes Jahr entweder in Barcelona oder Madrid spielen.

Tränenreiche Aufgabe

Auf dieses Match hatte Kanada hingefiebert. Das Duell zwischen dem 19-jährigen Denis Shapovalov und dem ein Jahr jüngeren Felix Auger-Aliassime war eines von acht Herrenmatches zwischen Landsleuten in der ersten Runde. Beide werden als kommende Grand Slam-Sieger gehandelt. Es endete in einer tränenreichen Aufgabe. Auger-Aliassime drehte den zweiten Durchgang, glich in den Sätzen aus, um dann bei 1:4 im dritten Satz aufzugeben – die Hitze machte dem Teenager zu schaffen.

Das neue Schmuckkästchen im Corona Park

Bis 1997 war das Louis Armstrong Stadium das Hauptstadion bei den US Open – benannt nach dem berühmten Jazzmusiker, der in der Nähe der Anlage wohnte. Vor zwei Jahren wurde es abgerissen und neu gebaut. In diesem Jahr feiert das neue Louis Armstrong Stadium Premiere. Und es ist ein wahres Schmuckkästchen mit einem einfahrbaren Dach und Platz für 14.000 Zuschauer. Mehr als die Hälfte der Plätze sind für alle Zuschauer auf der Anlage frei zugänglich. „Ich bin froh, dass ich die erste war, auch wenn ich verloren habe“, sagte Halep nach dem ersten Match im nigelnagelneuen Stadion. Nur die TV-Kameraperspektive im Louis Armstrong Stadium scheint vielen ein Dorn im Auge zu sein.

Die Reise-Odyssee des Denis Istomin

Am Samstag spielte Denis Istomin das Finale bei den Asian Games in Indonesien gegen den Chinesen Yibing Wu. Der Usbeke gewann die Goldmedaille und sicherte sich bereits damit einen Startplatz bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Für den Usbeken ging es direkt weiter nach New York – 20-Stunden-Flug und elf Stunden Zeitunterschied. Dass er nicht wirklich konkurrenzfähig sein würde, war abzusehen. Und so verlor Istomin trotz enormer Gegenwehr gegen den US-Amerikaner Steve Johnson in drei Sätzen.

Jack Sock beendet Negativserie

Letztes Jahr spielte Jack Sock die Saison seines Lebens, gewann das ATP-Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy und qualifizierte sich für die ATP-WM. In diesem Jahr ging es beim US-Amerikaner im Sturzflug nach unten, auch wenn das ATP-Ranking es noch nicht ganz widerspiegelt. Sock ging mit einer acht Spiele umfassenden Negativserie in die US Open und gewann bis dato nur fünf Matches in diesem Jahr. New York soll die Wende sein. Die Auslosung hat es gut gemeint mit Sock. Er siegte in der ersten Runde mit 6:0, 7:6, 6:2 gegen den Argentinier Guido Andreozzi. „Ich bin erleichtert. Ich denke, es war nur eine Frage der Zeit, bis es sich wieder dreht“, kommentierte Sock. Nächster Gegner: Hamburg-Sieger Nikoloz Basilashvili.

Wawrinka zurück zu alter Stärke?

Zwei Jahre ist es her, dass Stan Wawrinka seinen dritten und bislang letzten Grand-Slam-Titel gewann – bei den US Open. Der Schweizer spielt sich nach zwei Knieoperationen allmählich wieder in Form. In Toronto und Cincinnati lieferte er Rafael Nadal und Roger Federer einen großen Kampf. Bei seinem Erstrundensieg gegen Grigor Dimitrov (6:3, 6:2, 7:5) hinterließ Wawrinka einen starken Eindruck. Das Los hatte es so gewollt, dass die beiden nach Wimbledon zum zweiten Mal in Folge in der ersten Runde gegeneinander spielen mussten. Wieder mit dem Sieger Wawrinka. „Ich fühle mich wirklich gut. Ich habe bei den Trainings ein gutes Level und bin auch physisch gut drauf“, kommentierte der Schweizer. Eine Kampfansage an die Konkurrenz?

Davis-Cup-Stimmung auf Court 14

Südamerikanische Fans sind bekannt für die lautstarke Unterstützung ihrer Spieler. Als der Chilene Nicolas Jarry auf Court 14 kurz vor dem Sieg gegen Peter Gojowczyk steht, feiert die kleine Fankolonie jeden Punkt ihres Landsmannes dermaßen frenetisch, dass es auf dem Nachbarplatz den Spielern Gilles Muller und Lorenzo Sonego im Tiebreak des vierten Satzes schwerfällt, die Konzentration zu bewahren. Nachdem Jarry in die zweite Runde eingezogen ist, brechen kurz alle Dämme. Der Spieler und das Land werden besungen. Die lautstarke Fortsetzung folgt sicherlich in der zweiten Runde.

Neuer Anfang für Andy Murray

Das Louis Armstrong Stadium brachte Andy Murray in der Vergangenheit immer wieder zur Verzweiflung. Er quälte sich zu Siegen und verlor Matches überraschend. In seinem ersten Grand-Slam-Match seit dem Viertelfinale in Wimbledon 2017 wusste der Schotte zwar nicht zu überzeugen, doch es reichte, um letztlich doch recht souverän zu gewinnen. Murray, derzeit die Nummer 382 der Welt, besiegte den Australier James Duckworth, derzeit Nummer 448 der Welt. Beide kamen dank ihres Protected Rankings ins Hauptfeld. Die kombinierte Weltranglistenzahl der beiden: 830. Solche Machtes hat es in der Grand-Slam-Historie auch noch nicht oft gegeben.