Damian Steiner

Damian Steiner: ATP feuert Finalschiedsrichter in Wimbledon

Die ATP hat den Argentinier Damian Steiner, den Schiedsrichter im Wimbledon-Finale zwischen Novak Djokovic und Roger Federer, entlassen. Der Grund: Steiner hat unerlaubte Interviews gegeben. 

Die ATP hat einen ihre Top-Schiedsrichter am 15. August gefeuert. Wie die New York Times berichtet, wird Damian Steiner keine Matches mehr auf der ATP-Tour leiten. Der 44-jährige Argentinier war der Finalschiedsrichter beim denkwürdigen Wimbledonfinale zwischen Novak Djokovic und Roger Federer und schiedste als erster Argentinier ein Grand-Slam-Finale. Der Grund für die Entlassung: Steiner soll in seiner Heimat Argentinien zahlreiche Interviews ohne Genehmigung der ATP gegeben haben und damit gegen Richtlinien für Schiedsrichter verstoßen haben.

Entlassung von Damian Steiner: Verstoß gegen geltende Standards

„Steiners Interviews waren ein direkter Verstoß gegen die geltenden Standards, wonach Offizielle im Interesse der Unparteilichkeit nicht über Matches, einzelne Spieler oder Regeln sprechen dürfen“, teilte die ATP der New York Times mit. Steiner wurde Anfang August zunächst nur vorläufig suspendiert und wenig später komplett entlassen.

Damian Steiner, Novak Djokovic

Die ATP war Hauptarbeitgeber des Argentiniers. Steiner besitzt mit dem Gold-Badge-Abzeichen die höchste Auszeichnung eines Schiedsrichters. Das Abzeichen wurde ihm allerdings nicht entzogen. Ihm ist es weiterhin gestattet, für den Internationalen Tennisverband bei Grand-Slam-Turnieren und im Davis Cup zu arbeiten. Steiner wird allerdings nicht bei den US Open auf dem Stuhl sitzen. Die ATP, die drei ihrer Top-Schiedsrichter für die US Open benennen durfte, ersetze Steiner durch den Franzosen Renaud Lichtenstein.

Damian Steiner sprach sich für Regeländerungen aus

Steiner hatte unter anderem im Interview mit dem Tennis-Podcast 3liguales über mögliche Regeländerungen im Tennis gesprochen. Der Argentinier hatte sich für die Einschränkung der Benutzung von Handtüchern zwischen den Ballwechseln, On-Court-Coaching und das Abschaffen der Netzregel beim Aufschlag ausgesprochen. Laut New York Times war Steiner für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Die US Open versuchen, mit dem neuen Oberschiedsrichter, dem Deutschen Sören Friemel, für mehr Transparenz für die Medien in Sachen Schiedsrichterentscheidungen zu sorgen. Dazu gehören die Erläuterung der Regeln und Richtlinien sowie ein schnellerer Zugang zu den Offiziellen des Turniers. Im Vorjahr war es im Finale der US Open zwischen Serena Williams und Schiedsrichter Carlos Ramos zu einem Eklat gekommen. Ramos darf seitdem nicht offiziell über den Vorfall sprechen. Sein Hauptarbeitgeber, die ITF, hat dem Portugiesen einen Maulkorb verpasst.