Roger Federer, Tony Godsick

Federer-Manager Godsick: „Im Tennis herrscht momentan etwas Chaos“

Tony Godsick, der langjährige Manager von Roger Federer, spricht über den Zeitpunkt des Karriereendes seines Schützlings und die Tennisära nach dem Schweizer.

Tony Godsick, der Manager von Roger Federer, ist in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten, da es Gerüchte gibt, dass Godsicks Agentur Team8 um eine künftige Zusammenarbeit mit Alexander Zverev wirbt. Der 48-Jährige ist mit Ex-Profispielerin Mary Joe Fernandez verheiratet und seit vielen Jahren der starke Mann im Hintergrund von Federer. Im Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger sprach Godsick über den Zeitpunkt des Karriereendes seines Klienten und die Zukunft des Tennissports.

Godsick versicherte, dass es derzeit keine konkreten Ziele für ein baldiges Karriereende des Schweizers gebe.  „Ich habe ihn das auch schon oft gefragt. Ich würde es ebenfalls gerne wissen, als sein Manager. Ich sagte: Gib mir eine Idee, damit ich mich vorbereiten kann, ich behalte es für mich. Aber er weiß es selbst nicht“, sagte Godsick und ergänzte: „Man muss verstehen, dass es absolut unglaublich ist, was er im Tennis momentan vollbringt. Er hat vier Kinder, ein aktives philanthropisches Leben, reist um die Welt, um seinen Sport zu promoten und muss härter als andere trainieren, weil er älter ist. Er hat viele Sponsoren, für die er viel macht, auch für den Laver Cup. Er ist zweifellos auf den zweiten neun Löchern der Karriere. Hoffentlich noch nicht am 18. Loch, aber am 16. oder 17.“

Godsick: „Es wird immer neue Stars geben”

Und was passiert, wenn die Tenniskarriere von Federer tatsächlich ein Ende gefunden hat? „Roger ist klug, geduldig und fähig, komplexe Situationen zu erfassen und mit einer einfachen Lösung oder einem guten Rat zu kommen, was sehr schwierig ist. Wo immer er sich mit Leib und Seele engagiert, wird er ein Weltmeister sein. Wenn auch nicht in Bezug auf Trophäen. Er ist ein erfolgreicher Vater, ein erfolgreicher Ehemann, die Sponsoren mögen ihre Beziehungen zu ihm. Ich bin froh, ein Teil seiner Zukunft zu sein und erleben zu können, was herauskommt“, blickt Godsick voraus.

Um die Zukunft des Tennis nach der Ära Federer macht sich Godsick keine Sorgen. „Es wird immer neue Stars geben, auch nach Roger. Und mit den sozialen Medien werden Spieler heute schneller zu Stars. Sie könnten auch fragen: Werden die Grand Slams noch großartig sein ohne die heutigen Stars? Natürlich! Es wird neue Stars geben.“ Allerdings macht sich der Federer-Manager Gedanken darüber, dass die einzelne Verbände und Organisationen im Tennis nicht mit einer Sprache sprechen. „Im Tennis herrscht momentan etwas Chaos – und Chaos schafft Möglichkeiten. Ich hoffe, dass dieses Chaos dafür sorgt, dass die wichtigen Leute zusammenkommen und entscheiden, wie wir die gesamte Sportart weiterbringen – Männer, Frauen, der Internationale Verband. Das Tennis muss sich gegen andere Sportarten behaupten im Kampf um die Sponsorengelder. Wenn du Sponsoren- und TV-Einnahmen verlierst, wirkt sich das auf die gesamte Sportart aus.”