Julia Görges trifft im Halbfinale auf Serena Williams

Wimbledon-Halbfinale: Hat Görges gegen Williams eine Chance?

Deutscher Halbfinaltag in Wimbledon. Nach Angelique Kerber gegen Elena Ostapenko trifft Julia Görges auf die große Serena Williams. Wir haben auch hier Kategorien für den direkten Vergleich.

HIER geht es zur Prognose von Angelique Kerber gegen Elena Ostapenko

  1. Weltrangliste

Aufgrund ihrer Babypause ist Serena Williams in der Weltrangliste bis auf Position 181 zurückgefallen. In Wimbledon ist sie aber auf Position 25 gesetzt, da ihre Rasenergebnisse und Erfolge von den Verantwortlichen berücksichtigt wurden. Julia Görges hat die Nase in dieser Kategorie als Weltranglistendreizehnte selbstredend vorne. Für eine Prognose ist das jedoch kaum aussagekräftig.

 

  1. Turniersiege

 

Ihre Anzahl WTA Titel kann Serena Williams wahrscheinlich selber nicht mehr zählen. Es sind ganze 72 Titel, davon 23 Grand Slams. Julia Görges kann immerhin 5 WTA Titel vorweisen. Trotzdem entscheidet Serena Williams diese Kategorie deutlich für sich. In Wimbledon wusste sie nicht mal, wie oft sie das Turnier gewinnen konnte und wurde von den Journalisten korrigiert.

 

  1. Preisgeld

 

Ähnlich deutlich sieht es erwartungsgemäß beim Preisgeld aus. 84.811.149 US-Dollar hat sich Serena Williams in ihrer Karriere schon erspielt. Bei Julia Görges sind es 7.006.772 US-Dollar.

 

  1. Bisheriges Jahr

 

Über die bisherige Jahresbilanz lässt sich bei Serena Williams wenig sagen. Erst im März feierte sie ihr Comeback in Indian Wells, dort schied sie in der dritten Runde gegen ihre Schwester Venus Williams aus. Bei den French Open musste sie ihre Achtelfinal-Partie gegen Maria Sharapova wegen einer Verletzung im Brustbereich absagen. Gerüchte über eine mögliche Überbelastung wegen der Teilnahme am Doppelwettbewerb wurden laut.

Julia Görges hatte mit dem Titel in Auckland einen tollen Start ins Jahr 2018. . Bei den Australian Open schied sie dann aber schon in Runde Zwei aus. Danach gelangen ihr ordentliche Ergebnisse mit dem Halbfinale in St. Petersburg, dem Viertelfinale in Doha und dem Finale in Charleston. Bei den French Open war dann in der dritten Runde Endstation  – gegen Serena Williams.

 

  1. Weg ins Halbfinale

Serena Williams gelangen in den ersten zwei Runden relativ mühelose Zweisatzsiege gegen Arantxa Rus (7:5, 6:3) und Viktorya Tomova (6:1, 6:4). Den ersten größeren Prüfstein hatte Williams beim 7:5, 7:6 gegen Kristina Mladenovic in Runde drei zu bewältigen. Das 6:2, 6:2 im Achtelfinale gegen Evgeniya  Rodina war dann wieder Formsache. Im Viertelfinale musste die Amerikanerin einen Fehlstart gegen Camilla Giorgi wegstecken, ehe sie doch noch mit 3:6, 6:3, 6:4 gewann.

Julia Görges startete mit einem 6:4, 7:6 gegen Olympiasiegerin Monica Puig ins Turnier. Danach folgten zwei enge Matches gegen Vera Lapko (6:2, 3:6, 6:2) und Barbora Strycova (7:6, 3:6, 10:8). Im Achtelfinale setzte sich die Bad Oldesloerin, die in Regensburg lebt und trainiert, dann überraschend deutlich mit 6:3, 6:2 gegen Donna Vekic durch. Das Spiel gegen Kiki Bertens im Viertelfinale war dann wieder ein harter Kampf, den Görges mit 3:6, 7:5, 6:1 für sich entschied.

 

  1. Gewonnene und abgegebene Spiele

Serena Williams hat insgesamt 66 Spiele gewonnen und musste 41 abgeben. Görges konnte 72 Spiele gewinnen und gab 57 ab. Williams hat also eine Bilanz von +25 und liegt damit in dieser Kategorie vor Görges (+15).

 

  1. Dauer der Matches

Dass Serena Williams weniger Spiele bestreiten musste schlägt sich auch in der Dauer der Matches nieder. So stand Williams 7 Stunden und 8 Minuten auf dem Platz, während Görges ganze 10 Stunden auf dem heiligen Rasen verbringen musste.

Serena Williams dürfte also mehr Energiereserven haben als Görges, die schon viele harte Matches in diesem Turnier bestreiten musste. Dabei stellte Görges aber auch ihre körperliche Fitness und ihre mentale Stärke unter Beweis. Die physischen Voraussetzungen von Williams stehen ohnehin zur Debatte. Mit dem Dreisatzerfolg gegen Giorgi ließ sie die Kritiker vorerst verstummen

 

  1. Direkter Vergleich

Im Direktvergleich liegt Serena Williams mit 3:0 vorne. Zuletzt trafen beide Spielerinnen in der dritten Runde der diesjährigen French Open aufeinander. Obwohl Görges in diesem Spiel mehr als Außenseiterchancen eingeräumt wurden, setzte sich Williams letztendlich souverän mit 6:3, 6:4 durch.

 

Prognose

Trotz der niedrigeren Weltranglistenposition bleibt Serena Williams die Favoritin in diesem Spiel. Sie hat mehr Titel gewonnen und weiß, wie es sich anfühlt, in einem Halbfinale von Wimbledon zu stehen. Aber auch Julia Görges hat den heiligen Rasen in Wimbledon lieben gelernt und mit dem Halbfinale jetzt schon ihr bestes Resultat bei einem Grand Slam Turnier erzielt. Allerdings hat sie dafür auch schon einiges an Aufwand betreiben müssen. Doch auch bei Serena Williams bleibt ungewiss, wie fit sie nach ihrem Comeback wirklich ist, deswegen muss sich Görges sicher nicht verstecken.


  1. Joseph

    „Im Viertelfinale musste die Amerikanerin einen Fehlstart gegen Camilla Giorgi wegstecken, ehe sie doch noch mit 3:6, 6:3, 6:4 gewann.“

    So kann man das zwar auch nennen Frederick, aber Deine Beschreibung läßt leider die Wertschätzung der erstaunlichen Tenniskunst dieser zierlichen Dame Camila Georgi vermissen. Das sollte einem Sportsmann nicht passieren.

    Auch wenn Georgi z.Zt. „nur“ auf Rang 52 der WTA geführt wird, so ist das überhaupt noch keine Aussage über das wirkliche Potential der Italienerin.

    Ich schätze das war nicht einfach nur ein „Fehlstart“ von S. Williams, sondern es könnte durchaus sein, daß sie vielleicht schon bei den US Open ein „blaues Wunder“ mit Camila erleben wird.

    Schau’n mer mal, wie unser Kaiser zu sagen pflegt!


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