Day Eight: The Championships – Wimbledon 2018

Wimbledon-Halbfinale: Unterschiede zwischen Kerber und Ostapenko

Der Donnerstag in Wimbledon steht ganz im Zeichen der Halbfinals von Angelique Kerber und Julia Görges. Vor dem Start stellen wir einen besonderen Vergleich zwischen Kerber und ihrer Gegnerin Jelena Ostapenko an.

  1. Weltrangliste

In dieser Kategorie liegt Angelique Kerber als aktuelle Weltranglistenzehnte (in Wimbledon an Nr. 11 gesetzt) ganz knapp vor Jelena Ostapenko (Nr. 12). Eine Prognose kann in dieser Hinsicht daher kaum getroffen werden. Hinzu kommt, dass die ersten zehn gesetzten Spielerinnen bereits alle vor dem Viertelfinale ausgeschieden sind – ein Novum.

In Wimbledon scheint die Weltranglistenposition dieses Jahr also generell kein guter Indikator für eine Vorhersage zu sein. Alle vier Halbfinalistinen verteidigten jedoch die Qualität des Quartetts. Immerhin befinden sich mit Williams (18), Kerber (2) und Ostapenko (1) gleich drei Majorsieger.

HIER geht es zur aktuellen Weltrangliste

 

  1. Turniersiege

Angelique Kerber hat bereits elf WTA Titel auf ihrem Konto. Davon gelang ihr allerdings erst ein Titel auf Rasen (2015 in Birmingham). Dennoch liegt ihr der grüne Untergrund. In Wimbledon stand sie bekanntermaßen 2016 im Finale. Zuletzt erreichte sie das Finale von Eastbourne. So oder so liegt sie in dieser Kategorie klar vor Jelena Ostapenko, die erst zwei WTA Titel gewann – keinen davon auf Rasen.

Elena Ostapenko gewann 2017 völlg überraschend die French Open. Es war ihr erster Titel überhaupt.

  1. Preisgeld

Kerber hat in ihrer Karriere bereits 22.863.438 US-Dollar eingespielt. Das ist rund vier Mal so viel Preisgeld wie bei Jelena Ostapenko, welche sich bisher knapp sechs Millionen US-Dollar erspielt hat. Einen großen Anteil davon gab es 2017 mit der Siegerprämie in Paris. HIER geht es zum Preisgeldartikel des diesjährigen Wimbledon-Turniers.

 

  1. Bisheriges Jahr

Angelique Kerber hat sich von ihrem Katastrophenjahr 2017 erholt. Unter ihrem neuen Coach Wim Fissette zeigte die Kielerin dieses Jahr wieder konstantere Leistungen. Bei zwölf Turnierteilnahmen erreichte sie 2019 neunmal mindestens das Viertelfinale. Sie ist zudem die einzige Spielerin, die dieses Jahr bei jedem Grand Slam die zweite Woche erreicht hat. In Sydney sprang außerdem der bislang einzige Titel heraus. Bei den Australien Open erreichte sie anschließend das Halbfinale. Bei ihren ungeliebten French Open schaffte sie es nach drei Erstrundenpleiten in Serie immerhin bis ins Viertelfinale. Auf Rasen steht das Finale in Eastbourne auf der Habenseite.

Jelena Ostapenko knüpfte nach ihrem Durchbruch im vergangenen Jahr und dem überraschenden French Open Sieg nicht an die Leistungen des Vorjahres an – das verflixte Jahr nach den großen Erfolgen ist nicht einfach. Nachzufragen bei ihrer heutigen Gegnerin. Bei den Australien Open erreichte sie zwar – wie 2017 – die dritte Runde. Bei den French Open schied die Titelverteidigerin hingegen schon in der ersten Runde aus. Immerhin erreichte sie im Frühjahr das Finale von Miami, welches sie gegen Sloane Stephens mit 6:7, 1:6 verlor. Trotzdem geht der Punkt in dieser Kategorie klar an Kerber. Wenngleich sich der Youngster auf Rasen stabilisiert zu haben scheint.

 

  1. Weg ins Halbfinale

In ihrem Auftaktmatch gegen Vera Zvonareva gewann Angelique Kerber mit 7:5, 6:3, aber die ehemalige Wimbledon-Finalistin war bereits der erwartete Prüfstein mit einigen Schlagabtauschen. Eine böse Überraschung gab es beinahe in Runde Zwei. Nach verlorenem ersten Durchgang gegen die amerikanische Qualifikantin Claire Liu, die 2017 die Juniorenkonkurrenz in Wimbledon gewann, setzte sich Kerber dennoch mit 3:6, 6:2, 6:4 durch.

Es folgte ein glatter Zweisatzsieg gegen Naomi Osaka (6:2, 6:4) in der dritten Runde und ein etwas stärker umkämpfter Erfolg gegen Belinda Bencic (6:3, 7:6) im Achtelfinale. Gegen beide Spielerinnen hatte sie bereits verloren, gegen die Schweizerin gelang ihr gar der erste offizielle Sieg überhaupt. Im Viertelfinale bewältigte Kerber mit Daria Kasatkina dann den nächsten Prüfstein. Nachdem Kerber erst den siebten Matchball nutzen konnte, siegte sie mit 6:3, 7:5. Dabei stellte sie ihre Nervenstärke in einer qualitativ hohen Schlussphase unter Beweis.

Jelena Ostapenko gab auf ihrem Weg ins Halbfinale bislang noch keinen Satz ab. Gegen Katy Dunne siegte sie in der ersten Runde mit 6:3, 7:6, ehe sie Kirtsen Flipkens (6:1, 6:3) und Vitalia Djatschenko (6:0, 6:4) in den Runden zwei und drei aus dem Turnier warf. Im Achtelfinale setzte sich die Lettin  mit 7:6, 6:0 gegen Aliaksandra Sasnovich durch. Die Weißrussin hatte zuvor die Favoritin Petra Kvitova eliminiert. Im Viertelfinale wies sie Dominika Cibulkova in die Schranken (7:5, 6:4).

Beide Spielerinnen marschierten also relativ souverän durch das Turnier. Die zwei unteren Kategorien geben diesbezüglich aber noch genauer Aufschluss.

 

  1. Gewonnene und abgegebene Spiele

Kerber musste im bisherigen Turnierverlauf 43 Spiele abgeben. Bei Ostapenko waren es nur 30, womit sie die Nase in dieser Kategorie klar vorne hat.

 

  1. Dauer der Matches

Daher kommt es auch nicht überraschend, dass Kerber mit 7 Stunden und 37 Minuten länger auf den Wimbledon-Plätzen ackerte, als Ostapenko (5 Stunden und 16 Minuten). Insgesamt ist Ostapenko somit leichter durch das Turnier gekommen. Dabei musste Kerber zum Teil Angstgegnerinnen besiegen und hatte – zumindest auf dem Papier – die diffizieleren Aufgaben. Da Kerber als eine der fittesten, wenn nicht sogar als die fitteste Spielerin der Tour gilt, sollte der bisherige Matchunterschied keine große Rolle spielen.

 

  1. Direkter Vergleich

Die beiden Spielerinnen sind tatsächlich noch nie aufeinander getroffen. Kerber hat aber in der vorigen Runde mit Daria Kasatkina einen ähnlichen Spielerinnentyp aus dem Turnier geworfen  – aggressives, wuchtiges Spiel bei ähnlicher Körperstatur.

 

Prognose

Nicht zuletzt deswegen können Kerber gegen Ostapenko gute Chancen eingeräumt werden. Hinzu kommt, dass Kerber in der bisherigen Saison eine bessere Bilanz aufweist als ihre lettische Kontrahentin – vor allem bei den Grand Slams. In Wimbledon kam Ostapenko zwar bisher leichter durch das Turnier, aber dieser Umstand kann auch ein Vorteil für Kerber sein. Die Kielerin konnte ihre mentale Stärke in engen Matchsituationen häufiger unter Beweis stellen, was ihr zusätzliches Selbstvertrauen geben sollte. Ohnehin ist sie auf der großen Bühne von Wimbledon durchaus erfahrener.



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