Kontroverse beim Handschlag: Altmaier übersteht erneut Fünf-Satz-Krimi
Mit einem nervenaufreibenden Fünf-Satz-Triumph über Stefanos Tsitsipas hat Daniel Altmaier bei den US Open erstmals das Ticket für die dritte Runde gelöst – begleitet von einem emotionalen Disput beim Handshake.
Daniel Altmaier hat bei den US Open für ein Ausrufezeichen gesorgt und zum ersten Mal in seiner Karriere die dritte Runde bei den US Open erreicht. Der 26-Jährige aus Kempen besiegte den früheren Weltranglistendritten Stefanos Tsitsipas nach 4:21 Stunden Spielzeit mit 7:6 (7:5), 1:6, 4:6, 6:3, 7:5 und verwandelte gegen Mitternacht Ortszeit seinen zweiten Matchball.
„Ich habe mein Herz hier auf dem Platz gelassen. Für Momente wie diese spiele ich Tennis“, sagte Altmaier erleichtert nach seinem Triumph. „Es war mehr ein Kampf gegen mich selbst. Ich habe versucht, weiter an mich zu glauben.“
Match mit Wendungen
Der Deutsche startete stark, entschied den ersten Satz im Tiebreak für sich und schien den Favoriten zu überraschen. Doch Tsitsipas schlug zurück, nutzte Altmaiers leichte Unsicherheiten und gewann die nächsten beiden Durchgänge deutlich. Als der Grieche zu Beginn des vierten Satzes erneut ein frühes Break holte, schien die Partie zu kippen. Doch Altmaier antwortete nervenstark: Erst gelang ihm das Rebreak, dann brach er erneut den Aufschlag des Weltranglisten-27. und erzwang einen Entscheidungssatz.
Im fünften Satz blieb die Spannung bis zum Schluss hoch. Beim Stand von 4:5 wehrte Altmaier einen Matchball ab, bevor Tsitsipas bei eigenem Aufschlag Nerven zeigte – ein Doppelfehler und ein Fehler mit der Vorhand ebneten Altmaier den Weg. Nach dem verwandelten Matchball fiel der Kempener fassungslos auf den Boden.
Emotionen kochen hoch: Disput am Netz
Der Abend endete nicht ohne Drama. Beim obligatorischen Handshake soll Tsitsipas gesagt haben: „Wundere dich nächstes Mal nicht, warum ich dich abschieße, wenn du von unten aufschlägst.“ Die Spitze bezog sich auf Altmaiers Aufschlag von unten im vierten Satz – ein taktisch kluger, aber für viele Spieler provokativer Schlag. Schon vor einigen Jahren in Wimbledon hatte sich Tsitsipas über Nick Kyrgios beschwert, der ähnliche Mittel einsetzte.
Altmaier nahm die Szene gelassen: „Morgen wird Stefanos seine Worte bereuen. Es geht um viel Geld und Selbstvertrauen, da können mal Emotionen hochkochen“, sagte er bei Sky. „Vielleicht meinte er es so, vielleicht nicht. Ich habe es respektiert.“
Stefanos Tsitsipas had some words with Dan Altmaier after losing to him at U.S. Open:
He’s complaining about Dan hitting an underarm serve during the 4th set.
Frosty. 🥶
— The Tennis Letter (@TheTennisLetter) August 29, 2025
Tsitsipas’ Frust und Altmaiers Aufschwung
Für Tsitsipas ist das Ausscheiden ein weiterer Rückschlag. Seit seinem Viertelfinal-Einzug bei den French Open 2024 hat der zweimalige Grand-Slam-Finalist bei keinem Grand Slam mehr die dritte Runde erreicht. Während der Partie wirkte er zunehmend angespannt, diskutierte mit seinem Vater Apostolos auf der Tribüne und kassierte eine Verwarnung.
Altmaier hingegen schreibt seine eigene Erfolgsgeschichte. Schon in der ersten Runde hatte er in einem weiteren Marathon-Match den Serben Hamad Medjedovic nach 4:46 Stunden niedergerungen. Nun feierte er gegen Tsitsipas seinen nächsten Coup und wurde auf dem Grandstand mit „Daniel, Daniel“-Sprechchören gefeiert.
Nächste Herausforderung: Alex de Minaur
Mit dem Einzug in die dritte Runde feiert Altmaier sein bislang bestes Ergebnis in New York. Sein nächster Gegner ist Alex de Minaur, die Nummer acht der Welt, der für sein hohes Tempo und lange Ballwechsel bekannt ist. „Es waren zwei harte Matches, die viel Erfahrung bringen. Das ist das Wichtigste“, sagte Altmaier. Sein Ziel bleibt klar: „Mein Traum ist, Grand-Slam-Turniere zu gewinnen. Ich muss die Ruhe bewahren und zwei Wochen Höchstleistung bringen.“