TENNIS-GBR-WIMBLEDON

Muguruza-Sieg und Achtelfinale! Van Uytvanck steht zu Outing

Alison Van Uytvanck hat sich spätestens mit dem Erfolg gegen Vorjahressiegerin Garbine Muguruza in Wimbledon ins Rampenlicht gespielt. Nun steht sie gar im Achtelfinale. Im Frühjahr hatte sie sich im TV als lesbisch geoutet. Nun kam das Thema nochmals in Wimbledon auf.


von Jannik Schneider und Sebastian Seidel

Die Weltranglisten-47. sprach damals mit dem belgischen Sender Sporza über ihre Beziehung zu Landsfrau Greet Minnen. “Wir gehen mit unserer Beziehung sehr offen um und meine Eltern sind auch stolz darauf.“, sagte die 23-Jährige im belgischen Fernsehen. „Niemand muss uns verurteilen, weil wir lesbisch sind. Es ist keine Krankheit.“ Seitdem zeigen sich die beiden offen auch bei Tennisturnieren

Nach ihrem überraschenden Erfolg in Wimbledon gegen Garbine Muguruza wurde die Belgierin nochmals zu dem Outing befragt. Primär ging es darum, ob die sportliche Steigerung der vergangenen Monate etwas mit dem öffentlichen Bekenntnis zu ihrer Sexualität zu tun habe.

Van Uytvanck reagierte ruhig und gelassen, erklärte aber bestimmt: „Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran, dass diese Tatsache irgendetwas an meinem Spiel oder Auftreten auf dem Platz geändert hat.“ Sie habe mit ihrer Partnerin lediglich beschlossen, es nicht mehr bei der persönlichen Ebene zu belassen. „Denn ich bin und wäre glücklich, egal, ob ich mit einem Mann oder einer Frau zusammen wäre. Ich finde und fühle einfach, dass ich und andere sich dafür nicht mehr schämen müssen.“

Achtelfinale! Van Uytvanck gewinnt auch gegen Kontaveit

Die Belgierin wiederholte auch nochmal, dass es keine Krankheit oder dergleichen sei. „Ich bin einfach nur froh, dass ich als lesbische Frau in der Öffentlichkeit stehen kann. Van Uytvanck spielte am Samstag gegen Annett Kontaveit um den erstmaligen Einzug in das Achtelfinale von Wimbledon. Sie gewann 6:2, 6:3.

Zuvor hatte sich die Rechtshänderin, die in Paris an Julia Görges gescheitert war, überraschend gegen Muguruza durchgesetzt. Nach dem 5:7, 6:2 und 6:1 hatte sie allen Grund zur Freude. Durch den Achtelfinaleinzug rückt die 24–Jährige mindestens auf Rang 37 in der Weltrangliste vor. Ihre nächste Gegnerin ist Daria Kasatkina. Mit einem Sieg könnte sie ihre Grand Slam-Bestmarke einstellen.  2015 stand sie bereits schon einmal im Viertelfinale von Roland Garros.

Mobbing in der Kindheit

In Zuge dessen sprach die Belgierin auch darüber, dass sie aufgrund ihres jungenhaften Aussehens in der Kindheit häufig gemobbt wurde und setzt sich dagegen ein, dass andere Kinder das gleiche Schicksal erleben müssen.“Ich konfrontiere die, die mein Leben so schwierig gemacht haben, mit meinem Erfolg, so dass sie verstehen können, welche Schmerzen ich ertragen musste.“

Der größte Erfolg von Van Uytvanck war bisher das Erreichen des Viertelfinals bei den French Open 2016. Auch zwei Turniersiege auf der WTA-Tour konnte sie bereits erkämpfen. Erst im Frühjahr gewann sie die Hungarian Ladies Open in Budapest.

Kein Tabu mehr in der Tenniswelt

Das Thema Homosexualität wurde in den vergangenen Jahren in der Tenniswelt immer mehr enttabuisiert. Viele erfolgreiche Tennisspielerinnen wie Amelie Mauresmo oder Martina Navratilova gehen mittlerweile offen mit ihrer sexuellen Neigung um. Zuletzt gaben auch Casey Dellacqua, Richel Hogekamp oder Tara Moore bekannt, dass sie gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben.

Dass dies nicht immer so einfach war, zeigt der Film Battle of the Sexes, bei der auch ein Verhältnis von Billie Jean King mit ihrer Friseurin thematisiert wird.

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