Michael Stich

Michael Stich: „Tennis ist eindimensionaler geworden“

Michael Stich äußerte sich im Interview mit dem Socrates Magazin unter anderem zur Ausnahmestellung der „Big Three“ und der spielerischen Qualität im Tennissport.

Michael Stich hat im Interview mit dem Socrates Magazin die spielerische Entwicklung im Tennissport kritisiert. „Tennis ist in der heutigen Zeit wesentlich athletischer, als es je zuvor war. Nichtsdestotrotz ist es eindimensionaler geworden. Es besitzt nicht mehr die Variabilität und Kreativität wie zu Zeiten von John McEnroe, Borg oder zu meiner Zeit. In der aktuellen Epoche ragen diese drei Spieler (Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic) auf jeden Fall heraus. Ich würde mir aber wünschen, dass unser Sport kreativer wird und die Spieler flexibler agieren“, sagte Stich.

Michael Stich: „Nicht genügend Ehrgeiz der jungen Spieler”

Der Wimbledonsieger von 1991 sieht die Dominanz der „Big Three“ um Federer, Nadal und Djokovic kritisch. „Es sind herausragende Spieler, die Jahr für Jahr eine unglaubliche Konstanz zeigen, das steht völlig außer Frage. Aber ich sehe das inzwischen auch als Kritik an der jungen Generation, die nicht in der Lage ist, diesen drei Spielern Paroli zu bieten und den nächsten Schritt zu gehen. Es liegt mit Sicherheit an der fantastischen Qualität dieser drei Spieler, aber eben auch daran, dass die jungen Spieler von heute nicht genügend Ehrgeiz entwickelt haben, um eine realistische Chance zu haben.“

Zudem sprach Stich über seinen härtesten Gegner, gegen den er angetreten ist. „Andre Agassi, ohne Wenn und Aber. Gegen ihn konnte ich kein einziges Mal gewinnen. Er ist der talentierteste Spieler, den ich je gesehen habe. Er hat einfach eine Begabung gehabt, die kein anderer Spieler hatte. Dabei hatte er durchaus auch ein paar Schwächen, aber er hat aus seinen Fähigkeiten unfassbar viel gemacht. Für mein Spiel war es nicht gut, auf ihn zu treffen“, sagte Stich. Gegen Agassi verlor er alle sechs Duelle, darunter das Finale bei den US Open 1994.