Patrick Rafter

xxxx during day three of the Champions Tennis at the Royal Albert Hall on December 2, 2016 in London, England.Bild: Getty Images

Patrick Rafter: „Einer wie Djokovic hätte mich gedemütigt“

Patrick Rafter, zweifacher US-Open-Sieger und ehemalige Nummer eins der Welt, glaubt nicht an seine Erfolgschancen gegen Novak Djokovic und Rafael Nadal.

Patrick Rafter gehörte einer mittlerweile nahezu ausgestorbenen Sorte von Tennisspielern an. Mit bedingungslosem Serve-and-Volley gewann Rafter zweimal die US Open (1997 und 1998) und stand zweimal im Wimbledonfinale. 2001 trat Rafter verletzungsbedingt zurück und hält bis heute einen einsamen Rekord. Der Australier ist der einziger Spieler, sowohl bei den Herren als auch Damen, der nur für eine einzige Woche die Nummer eins der Welt war.

Rafter gehört zudem zu den Spielern mit einer makellosen Bilanz gegen Roger Federer. Drei Spiele, drei Siege. Der Australier besiegte Federer in dessen erstem Grand-Slam-Match bei den French Open 1999 sowie 2001 in Miami und in Halle/Westfalen. „Roger hatte noch viel zu viel Respekt vor den Großen und war mental unreif, das hat mir natürlich gepasst“, erinnert sich Rafter im Interview mit Eurosport zurück an die Duelle mit Federer, als dieser noch ein Teenager war.

Patrick Rafter: Maximal 2:6, 2:6 gegen Nadal

Der Australier kam nicht in den Genuss, gegen Rafael Nadal oder Novak Djokovic zu spielen. Der Serve-and-Volley-Spezialist schätzt seine Chancen im modernen Tennis realistisch ein. „Ich hätte im heutigen Tennis ungern gegen jeden im Tennis gespielt. Jemand wie Djokovic hätte mich gedemütigt. Er returniert so effektiv. Bei Rafa wäre ich an meinen besten Tagen wohl maximal auf ein 2:6, 2:6 gekommen – und zwar auf dem schnellsten Belag, der zu bekommen ist. Rafa und Novak sind zwei der besten Spieler, die ich jemals gesehen habe“, sagte Rafter gegenüber Eurosport.

Bezüglich der Corona-Krise, die auch den Tennissport fest im Griff hat, ist der 47-Jährige wenig optimistisch. „Ich glaube nicht, dass wir noch Tennis diese Saison sehen werden. Die Corona-Pandemie wird lange andauern, glaube ich. Bis es eine Behandlung gibt, um es zu bekämpfen, werden wir kein Tennis sehen. Ich denke, es wird wie mit der Grippe sein, dass wir uns gewöhnen müssen, damit zu leben. Aber ich hoffe, dass die Situation bereits kontrollierter ist. Eine Option wäre es, hinter verschlossenen Türen zu spielen ohne Fans und Ballkindern. Es wäre lustig zu sehen, wenn die Tennisspieler die Bälle aufsammeln würden.“