Laver Cup 2017

Pro und Contra: Ist der Laver Cup eine Bereicherung?

Showevent oder tolles Turnier – über den ­Status des Laver Cups stritt die tennis MAGAZIN-Redaktion.

Andrej Antic meint: Bitte mehr Seriosität

Die Grand Slam-Turniere sind die Eckpfeiler unseres Sports – Melbourne, Paris, Wimbledon und New York. Dann kommt der Davis Cup. Die ATP- bzw. WTA-Events gipfeln in den Saisonfinals (früher Masters). Und das ist es dann auch schon. Der Kalender ist pickepackevoll. Nichts gegen neue Ideen. Aber die Macher der Tour sollten ihren Gehirnschmalz doch bitte benutzen, um den Davis Cup wieder attraktiv zu machen. Und nicht, um ein weiteres Showturnier zu platzieren. Nichts anderes ist der Laver Cup, auch wenn Rafael Nadal und Mitinitiator Roger Federer das Gegenteil behaupten. Der Laver Cup ist reine Gaudi, eine gewaltige Gelddruckmaschine, bei denen die Profis abkassieren, die sich auf der anderen Seite beschweren, dass sie zu viele Turniere spielen müssen. Dass ausgerechnet Rod Laver, der Inbegriff des ehrlichen, seriösen Sportsmanns, als Galionsfigur auf die Bühne geschoben wird, ist eine Ironie der jüngeren Tennisgeschichte. Noch einmal: Innovation muss sein. Formate wie der Laver Cup aber sind die Sargnägel für die traditionellen Turniere. Nicht auszudenken, wenn das Ende des Davis Cups mit dem Namen Laver verbunden sein wird.

Christian Albrecht Barschel meint: Bilder für die Ewigkeit

Ich werde diese Bilder definitv nicht vergessen. Roger Federer und Rafael Nadal spielen gemeinsam Doppel beim Laver Cup – das war ganz großes Gefühlskino! Erst recht, als Nadal seinem Dauerrivalen  in die Arme sprang, nachdem dieser den Gesamtsieg für Team Europe fixierte. Bilder, die um die Welt gingen. Bilder, die Emotionen auslösten. Bilder für die Ewigkeit. Die drei Tage in Prag boten dem Tennis- und Sportfan ein kurzweiliges Event mit Spannung bis zum Schluss. Das etwas sonderbare Punkteformat und das Gerede um ein Showturnier hin oder her: Der Laver Cup war riesengroße Werbung für den Tennissport. Darum soll es doch gehen: Leute fürs Tennis begeistern. Der Laver Cup hat daher seinen Zweck vollends erfüllt. Ich bin zwar Traditionalist, aber Platz für innovative Formate muss es in dieser schnell­lebigen Zeit geben. Erst recht, wenn solche Events Spieler und Fans begeistern. Um den Reiz des Laver Cups zu erhöhen, würde ich ihn wie den Ryder Cup im Golf nur alle zwei Jahre spielen lassen – und das in ungeraden Jahren, wo es kein olympisches Tennisturnier gibt. Ich freue mich auf ein erfolgreiches ­Wiedersehen in Chicago im September 2018!